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3. Quartal 2026

Im Kreis Celle haben sich Weißstorchpaare niedergelassen in:
Ahnsbeck (1), Altencelle (2),  Altencelle Burg (3), Bannetze Eiche (2), Bannetze Holzweg (3), Bleckmar (4), Bockelskamp (2), Bollersen (B), Bröckel (4), Celle Breite Straße (-), Celle Fritzenwiese (3), Celle Lachterandweg (2), Großmoor (-), Hambühren (-), Hermannsburg (1), Hohne Dorfstr. 11 (1), Hohne Kirche (2), Hohne Knickbusch (2), Hornbostel (3), Jeversen (2), Langlingen Ort (-),  Langlingen Schleuse (-), Meißendorf (1), Nienhagen Schafstallweg (1), Nienhagen Twegte (1), Oldau (3), Oppershausen (-), Osterloh Gottschalk (3), Osterloh Pieper (-), Poitzen (2), Schepelse (2), Schwachhausen (1), Spechtshorn (2), Stedden (3), Thören (2), Thören 2 (2), Wathlingen (3), Wieckenberg (1), Wienhausen (-), Wietze (B), Winsen Auf der Hude (1), Winsen Gärtnerei (2), Winsen JHHof (-), Winsen-Schornstein (3), Wolthausen (3)
(B) = Störche zu Besuch;   (-) = nicht brütend oder Brutabbruch;  (1 ) = Junge beringt oder in gleichem Alter

Im Kreis Gifhorn haben sich Weißstorchpaare niedergelassen in:
Adenbüttel (-), Ahnsen (3), Allerbüttel (-), Ausbüttel Dorf (2),  Ausbüttel Nord (-), Ausbüttel Siedlung (2), Barwedel (-), Bechtsbüttel (3), Bergfeld (3), Böckelse (3), Brechtorf (3),  Brechtorf Kanal (-), Brome, Calberlah-Wiesen (2), Dannenbüttel (1), Didderse (1), Ettenbüttel (1), Gerstenbüttel (3), Gifhorn Kästorf (-), Gifhorn Lehmweg (-), Gifhorn Winkel (2), Gravenhorst (3), Groß Oesingen (B), Groß Schwülper (2), Hahnenhorn (3), Hankensbüttel (2), Hoitlingen (-), Hülperode Grenzweg (2), Hülperode Zollhaus (1), Isenbüttel (2), Isenbütteler Wiesen (-), Jembke (2), Klein Schwülper Okerstr. 19 (3), Klein Schwülper Okeraue Süd (1), Knesebeck (3), Lagesbüttel Rotdornallee (3), Lagesbüttel Schunterbrücke (2), Leiferde Kirche (1), Leiferde NAZ Mast 1 (3), Mast 2 (1), Schornstein (2), Leiferde Plack (2), Lingwedel Dorf (2), Lingwedel Gamsener Weg (3), Lüben (2), Meine (-), Meinersen (2), Müden-Alleraue (3), Müden-Langenklint (1), Müden-Molkereiweg (2), Neudorf-Platendorf 99C (2), Neudorf-Platendorf Dorfstr. 27 (3), Neudorf-Platendorf Mooreiche (-), Neuhaus (3), Ohof (-), Ohrdorf (-), Osloß Mitte (3), Osloß Ost (2),  Parsau (2), Radenbeck (3), Ribbesbüttel (2), Rötgesbüttel (1), Rötgesbüttel Masch (3),  Rolfsbüttel (1), Rothemühle Okerstr. 51 (2), Rothemühle Okerstr. 67 (1), Rothemühle Im Winkel (2), Rothemühle Mühle (B), Rühen Dorfplatz (2), Rühen 2 (-), Schönewörde (3), Schweimke (-), Seershausen (1), Tappenbeck (3), Teichgut (3), Tiddische (1), Triangel (3), Tülau-Fahrenhorst (2), Ummern Dorfstr. 18 (-), Ummern Ost (3), Ummern West (2), Volkse (2), Vollbüttel (2), Vorhop (1), Wagenhoff (-), Wahrenholz Kirche (2), Wahrenholz Angelverein (2), Walle (-), Wasbüttel (1), Wesendorf Mitte (3), Wesendorf Nord (3), Westerbeck (-),  Westerholz Dorfplatz (-), Westerholz 2 (1), Weyhausen Schule (3), Weyhausen Süd-Hohe Horst (-), Weyhausen West(-), Wittingen (3), Zasenbeck (-)
(B) = Störche zu Besuch;   (-) = nicht brütend oder Brutabbruch;  (1 ) = Junge beringt oder in gleichem Alter


Karte Einzelstandorte Gifhorn, Storchendaten Einzelstandorte Gifhorn

Donnerstag, 30. Juli 2026
"Kreuzschnabel" lebt
Gut ein Jahr ist es her, dass DEW 5T 295, das damalige Storchenmännchen vom Nest Ausbüttel-Nord, sich einen Schnabelanbruch zugezogen hatte. Seine Schnabelspitzen standen überkreuz. Die Frage war, wie lange er mit einer so schweren Verletzung, die ihn bei der Nahrungsaufnahme stark beeinträchtigten musste, noch leben könnte (Text und Foto 8. August 2025). In der Folgezeit erhielten wir dann Nachrichten, dass er sich auf den Deponien  BS-ALBA und Büttelborn in Hessen aufhalten würde.
 
Dass er dann tatsächlich den Winter überlebt hatte, wurde sichtbar am 11. März 2026. Da stand er wieder auf seinem Nest Ausbüttel-Nord (Text und Foto 12. März). Von dort verschwand er dann aber, wurde jedoch bald darauf mit unberingter Partnerin auf dem Nest Gifhorn Lehmweg gesichtet. Sollte er tatsächlich wieder brüten wollen? Und das mit dieser Beeinträchtigung? Am 1. Mai entdeckte Mitbetreuerin Rita Lunde, dass er sich offensichtlich nach Kämpfen um das Nest blutende Verletzungen zugezogen hatte (Foto). Dies war das letzte Mal, dass wir etwas von ihm sahen oder hörten. Er wurde auch nirgendwo sonst gesichtet - bis heute. Gerhard Braemer entdeckte ihn unter den rund 130 Störchen, die sich gegenwärtig  auf Nahrungssuche im Bereich der BS-ALBA-Deponie aufhalten. Es ist dies eine frohe Botschaft für alle, die Anteil am Geschick von DEW 5T 295 genommen haben und das auch weiterhin tun.
Dienstag, 28. Juli 2026
Jungstorch-Fütterung außerhalb des Nestes  
Normalerweise werden flügge Jungststörche von ihren Eltern dann noch gefüttert, wenn sie dazu wieder aufs Nest geflogen kommen. Außenfütterungen sind aber auch möglich. Erstmals gesehen habe ich sie auf Fotos von "Storchenmann" Hans Reither, die das eindeutig belegten. Mitbetreuer Georg Fiedler und Mitbetreuerin Rita Lunde berichten auch von diesbezüglichen Erfahrungen. Heute nun hat Gerhard Braemer ein solches Fütterungsgeschehen beobachtet und fotografiert: DEW 2T 507, das Storchenmännchen vom Nest Hülperode-Grenzweg, füttert in der Okeraue seine beiden flüggen Jungen DEW 9V 613 und 9V 614. Es schmeckt also nicht nur bei Muttern am besten... .
Montag, 20. Juli 2026
Todesfalle Rundballennetz
Gestern am späteren Abend kam die Nachricht vom Nest Ummern-West, einer der drei Jungstörche bewege sich nicht mehr frei im Nest, hocke nur noch und nehme auch an den elterlichen Fütterungen nicht mehr teil. Heute morgen erreichte mich ein Foto mit der Information, dieser Jungstorch hänge nun außen am Nest, lebe aber noch. Er konnte dann  geborgen werden, indem Storchenherbergsvater Behrens per Steiger seitlich ans Nest gelangte und die Kunststoffschnüre durchtrennte, an denen der Storch hing. Dieser zeigte dabei noch schwache Lebenszeichen. Als ich vor Ort eintraf, war er aber gerade gestorben. Bei der Bergung konnte auch das ganze Netz aus dem Nest gezogen werden. Es stellte sich als Rundballennetz heraus (Fotos Fam. Behrens). Das wird benutzt, um gepresstes Erntegut wie Heu, Stroh oder Silage in Form zu halten.  Achtlos liegengelassen war es von einem der Altstörche entdeckt und als Nestbaumaterial mitgenommen worden. Da hinein verheddert konnte sich der Jungstorch nicht mehr befreien.   

Samstag, 19. Juli 2026
Meiner Storchenbewegungen
In Meine bot sich  Beobachtern gestern dieses Bild: Ein Storch saß auf der neuen künftigen Alternativ-Nisthilfe. Ein zweiter - unberingt - stand im Nest auf dem Strommast (Fotos Friedrich Börner). Er  klapperte heftig gegen zwei weitere Störche, die darüber kreisten, dann aber abzogen. Es ist also durchaus Bewegung in der Meiner Storchenszene.

Mittwoch, 15. Juli 2026
Gestorben im besten Storchenalter - und weitere Einsätze
Montagabend kam ein Anruf von der Polizeinotrufzentrale: In der Dorfstraße in Ahnsen liegt ein verletzter Storch. Als dann Storchenmitbetreuer Friedrich Börner vor Ort eintraf, war der Storch bereits gestorben. Bei einer Untersuchung im NABU AZ Leiferde wurden äußere Verletzungen nicht festgestellt. Der Storch war in guter Verfassung gewesen. Mögliche Todesursache könnten durch einen Aufprall oder eine Kollision hervorgerufene innere Verletzungen sein.
 
Dieser nun tote Storch konnte aufgrund seiner Ringnummer DEW 9T 635 (Foto Friedrich Börner) rasch identifiziert werden. Es handelte sich um das diesjährige Storchenmännchen vom Nest auf dem ehemaligen Molkereischornstein in Ahnsen. Und damit ist auch sein ganzes bisheriges Storchenleben bekannt (siehe auch unter Ringstörche DEW 9T 635). Geschlüpft, aufgewachsen und beringt ist er mit drei Nestgeschwistern 2019 in Betzhorn. Als Einjähriger zog er weit umher, wurde u.a. in den BS-Rieselfeldern, Lüchow-Dannenberg und Mecklenburg-Vorpommern abgelesen. Bereits als Zweijähriger war er Brutvogel in Gerstenbüttel, ab 2022 dann in Hahnenhorn. Als dort 2025 die Jungen bereits nach wenigen Tagen starben, ging er auf Wanderschaft. Wieder entdeckt wurde er dann in Ahnsen, wo er im Juli die Stelle des langjährigen Männchens DEW 8X 562  übernahm, das im Juni tot aufgefunden worden war. 2026 kam er wieder nach Ahnsen zurück. Es wurde nun seine erste Brut hier mit dem unberingten Weibchen. Als er jetzt am Montag starb, waren die drei Jungen schon flügge. Die Restbetreuung durch das Weibchen ist kein Problem.

Es war dies am Montag bereits unser zweiter Einsatz. Zwischen Triangel und Westerbeck war zuvor ein Storch gemeldet gemeldet, der da auf der Straße sitzen und sich nähernde Menschen "anfauchen" würde. Mitbetreuerin Rita Lunde fand ihn dort. So ganz fit wirkte er nicht. Aber aufgescheucht flog er dann doch von dannen, begleitet von einem weiteren Storch, der sich in der Nähe aufgehalten hatte.
 
Gestern wurden ein Altstorch im NABU-AZ Leiferde eingeliefert, der sich im Ballfangnest auf dem Sportplatz in Hillerse verfangen hatte. Er hing dort mit Schnabel und einem Bein fest. Es ist denkbar, dass das schwere Unwetter am Abend und in der Nacht zuvor die Ursache dafür waren. Schwere Verletzungen wie Brüche wurden bei ihm nicht festgestellt.  Ob Sehnen, Muskeln u.a. beeinträchtigt worden sind, wird sich in den nächsten Tagen herausstellen.
 
In allen drei Fällen handelte es sich um Altstörche. Da zur Zeit immer mehr der rund 160 Jungstörche im Kreis Gifhorn flügge werden, können erfahrungsgemäß weitere Bergungseinsätze folgen.
Sonntag, 12. Juli 2026
Und noch eine Jungenvermehrung
Im Nest in Gifhorn-Neuhaus wachsen drei Jungstörche heran. Heute Nachmittag waren es dann mit einem Male vier (Foto Rita Lunde). Die drei zur Linken gehören zum Nest. Der Neuankömmling steht rechts. Zwischen ihm und den drei anderen gab es keine großen Interaktionen, auch kein Abwehren. Sie standen da in in leichtem Abstand zueinander und wussten vermutlich auch nicht so richtig, wie sie mit der neuen Situation umgehen sollten. Erst nach mehr als zwei Stunden flog der Besucher wieder ab.  
 
Unsere Recherchen, zu welchem Nest er wohl gehören mochte, ergaben dann: Alles spricht dafür, dass es sich um einen der drei bereits flüggen Jungstörche im benachbarten Triangel handelt. Die Nachfrage dort ergab: Nachmittags waren über längere Zeit nur zwei Jungstörche vor Ort. Am Abend kam dann auch der dritte wieder. Ob er seinen beiden Nestgeschwistern von seinem Erlebnis auf dem Nest in Neuhaus erzählt hat?
Samstag, 11. Juli 2026
Plötzliche Jungenvermehrung durch Nesthopping
Im Nest Ummern-West wachsen derzeit drei - unberingte - Junge heran. Sie werden in etwa zwei Wochen flügge. Heute morgen  waren es aber auf einmal fünf Storchenjunge, die auf dem Nest standen und sich vom Altstorch füttern ließen. Mindestens einer war beringt, wahrscheinlich sogar zwei. Die Erklärung für dieses Geschehen liegt nahe: Im Nachbarnest Ummern-Ost wurden die - zuletzt drei - Jungen beringt. Seit dieser Woche sind sie flügge und mal hier-, mal dorthin unterwegs. Und nun sind zwei von ihnen beim Nachbarn gelandet. Bemerkenswert ist, dass sie dort problemlos mitgefüttert wurden. Offensichtlich unterscheiden Storcheneltern nicht zwischen eigenen und fremden Kindern. Für sie gilt allein: Wer sich artgerecht verhält und auch um Nahrung bettelt, der wird gefüttert! Darum werden übrigens vom Storchenhof Loburg Pflegejungstörche dann in anderen Nestern dazugesetzt. In fast allen Fällen werden sie dort angenommen und wachsen problemlos mit auf.
 
Dass Jungstörche auf fremden Nestern landen, habe ich schon etliche Male erlebt und in dieser homepage dokumentiert:
 
Auf dem Nest Ummern-Ost tauchte 2015 der damalige Jungstorch von Hohne auf (Bericht 31. Juli 2015 "Überraschung in Ummern")  .
 
Im Storchendorf Wahrenberg an der Elbe waren im Nest Tack plötzlich sechs Junge  (Bericht 15. Juli 2016 - Foto von Friedrich Börner, das auch auf der HP-Titelseite steht. Die dortige Überschrift "Fünferbrut"ist nicht ganz richtig "Sechs auf einen Streich" besser).
 
In Celle- Altencelle wurde  das dortige Storchennest zum Treffpunkt für  ebenfalls sechs Junge  Interessant, woher die "Zugezogenen" stammten (Bericht 8. August 2017)
 
In Dannenbüttel stand mit einem Male neben den drei beringten Jungen ein unberingter vierter im Nest - und das in einem Alter, in dem er eigentlich noch nicht flügge sein konnte. Tags zuvor hatte es ein Unwetter mit heftigen Sturmböen gegeben. Die anfängliche Vermutung, er stamme aus einem Nest in der näheren Umgebung, bestätigten sich nicht. Dort waren sämtliche Jungstörche beringt (Bericht 14. Juni 2020). Somit blieb das Geschehen rätselhaft.
 
Vor dem Adlerzugriff floh einer der gerade flügge gewordenen Jungstörche des Nestes Weyhausen-West. Wieder entdeckt wurde er 20 km weiter südlich  im Nest Rotenkamp Krs.Helmstedt, wo er sich dann  die nächsten drei Wochen mit den dortigen Jungen durchfüttern ließ (Bericht 28. Juli 2022)
Hans-Jürgen Behrmann
Weißstorchbetreuer für die Landkreise Celle ( bis 2019) und Gifhorn



Hans-Jürgen Behrmann
Weißstorchbetreuer für die Landkreise Celle (bis 2019) und Gifhorn



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