1. Quartal 2026
Montag, 2. Februar 2026
Storchen-Saisonbeginn mit Überwinterungsrekord hier und Vogelgrippe in Spanien
In diesem Jahr ist manches erst mal ganz anders - jedenfalls, was unsere Weißstörche betrifft. Hatten bisher meist 2-5 von ihnen im Bereich BS-Alba Deponie, Okeraue und Rieselfelder überwintert, sind es diesmal 30, die Hälfte davon beringt. So konnte insbesondere aufgrund der Ablesungen von Gerhard Braemer ermittelt werden, dass neun von ihnen Brutstörche aus dem Kreis Gifhorn sind. Es sind dies das Paar Rothemühle Okerstr. 67, das jeweilige Männchen von Ausbüttel-Siedlung, Hoitlingen, Rothemühle-Mühle und Wasbüttel, sowie das jeweilige Weibchen von Klein Schwülper Okeraue Süd, Walle und Wittingen. Ob und wie viele unberingte Gifhorner Störche außerdem mit zu den Überwinterern gehören, bleibt offen. Zu Besuch auf ihren Nestern wurden bisher nur beringte Störche gesichtet. Die Zahl der Überwinterer in heimischen Gefilden hat also in jedem Fall eine bei uns so noch nicht erlebte neue Dimension erreicht. Dieser Trend lässt sich auch in anderen - insbesondere südlicheren - Regionen Deutschlands nachweisen. So halten sich im Überwinterungsschwerpunkt Büttelborn in Hessen derzeit über 400 Störche auf.
Ob die Störche allerdings ahnen konnten, dass sie hier sie seit Anfang des Jahres durchgehend mit Winterwetter mit Dauerfrost und zeitweilig sogar höherer Schneedecke zu tun haben würden, mag dahingestellt sein. Jedenfalls zeigt sich, dass sie bisher damit ganz gut zurande gekommen sind. Kälte macht ihnen sowieso nichts aus. Noch ausreichend Nahrung finden sie insbesondere auf der ALBA-Deponie. Tot geborgen wurden bisher 2 Störche - der eine starb schon vor längerer Zeit an oder mit Vogelgrippe, bei dem anderen, der Brutstörchin von HE - steht das Ergebnis noch aus.
Ende November kamen aus Spanien erste Meldungen über den Ausbruch der Vogelgrippe. Insbesondere waren auch Störche in den dortigen Überwinterungsgebieten betroffen. Von mehreren Hundert Totfunden wurde berichtet, darunter auch im Gebiet der Deponie Pinto südlich von Madrid, wo immer auch etliche Störche aus unserer Region überwintern. Ob nun welche von ihnen betroffen sind, ist unklar. Da uns in den letzten Wochen kaum noch neue Todesberichte erreicht haben, hoffen wir, dass die Infizierung abgeklungen ist. Es gilt nun aber schon mit einem gewissen Bangen nun der Rückkehr unserer Spanien-Überwinterer entgegen zu sehen.
