Niedersachsen/Bremen 2014 - Weißstörche in den Landkreisen Celle und Gifhorn

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Niedersachsen/Bremen 2014

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Jahresbilanz der LAG Weißstorchschutz im NABU

NABU: Storchenboom hält an
Zahl der Weißstorchpaare und ihrer flüggen Jungen ist weiter gestiegen

Verden, Hannover – Seit dem Jahr 1970  werden die Weißstörche in Niedersachsen und Bremen flächendeckend  betreut. Ihre ehrenamtliche Tätigkeit üben die Storchenbetreuer seit dem  Jahr 2011 in der Landesarbeitsgruppe (LAG) Weißstorchschutz im NABU  Niedersachsen aus. Auf ihrem diesjährigen Jahrestreffen am vergangenen  Sonntag (28. September) in Verden/Aller trugen die Mitarbeiterinnen und  Mitarbeiter die von ihnen ermittelten Bestandszahlen zusammen und zogen  Bilanz: Das Ergebnis ist für den NABU-Wappenvogel erfreulich.
        
Insgesamt 746 Weißstorchpaare,  darunter wieder etliche Neuansiedler, ließen sich in  Niedersachsen/Bremen nieder. Insgesamt wurden 1.136 Jungstörche flügge. Nicht mitgezählt sind dabei die ca.130 fütterungsabhängige Paare im Bereich von Zoos und Vogelpflegestationen mit ihrem Nachwuchs.  „Insgesamt wurde das gute Ergebnis von 2013 (654 Paare mit 1.086 flüggen  Jungen) bei den Paaren noch einmal um 11 Prozent und bei den Jungen um  fünf Prozent übertroffen. Es ist dies das beste Resultat seit 43  Jahren“, erklärte Hans-Jürgen Behrmann von der LAG Weißstorchschutz im  NABU Niedersachsen.
        
Rückläufig ist allerdings  weiterhin die Zahl der flüggen Jungen pro Paar. Der diesjährige Wert von  1,53 Jungen pro Paar ist der niedrigste der letzten neun Jahre. Eine  Ursache dafür ist, dass sich immer mehr Paare die vorhandene Nahrung  teilen müssen. Hinzu kommen in diesem Jahr die regional sehr großen  Jungenverluste durch den kalten Dauerregen Ende Mai, betonte Hans-Jürgen  Behrmann.
        
Die diesjährige Storchensaison begann vielerorts früher als sonst. Ein weitgehend ausgefallener Winter  und frühlingshafte Temperaturen schon im Februar wirkten sich  offensichtlich auch auf die Ankunftszeiten der Störche aus. So viele Westzieher wie noch nie kamen bereits im Februar. Auch viele Ostzieher trafen eher als sonst schon im letzten Märzdrittel ein, ein letzter größerer Schwung allerdings erst Ende April. Der Brutbeginn erfolgte dem entsprechend bei vielen Paaren früher als in den meisten Jahren zuvor.
        
Bis zum 26. Mai sah es so aus, als würde es, was die Zahl der Jungen anbelangt, ein absolutes  Rekordjahr geben. Dann zog eine kalte Regenfront über weite Teile  Niedersachsens. Zwei Tage lang regnete es ununterbrochen, und nachts sanken die Temperaturen auf unter fünf Grad ab. Dieser extremen  Wetterlage fielen viele Jungstörche zum Opfer. Betroffen waren vor allem  Junge im Alter ab drei Wochen. Schon zu groß, um von den Eltern noch  abgedeckt zu werden, waren sie der Witterung schutzlos ausgesetzt und  starben innerhalb kurzer Zeit an Unterkühlung. In einigen Fällen wurde  beobachtet, dass sich die Jungen eng aneinander gedrückt zu einer  „Wärmepyramide“ aufbauten. So verringerten sie die Fläche, auf der sie  der Regen treffen konnte, und wärmten sich gegenseitig. Dennoch waren  die Verluste groß, insbesondere in den Kreisen Celle, Heidekreis,  Nienburg, Osnabrück, Verden und der Region Hannover.
        
Der Sommer war dann über weite  Phasen zunächst feucht und kühl. Vielerorts fanden die Störche  ausreichend Nahrung, darunter auch wieder mehr Feldmäuse als im Vorjahr.  So wurden die anfänglichen Jungenverluste teilweise mehr als wettgemacht. Gute Ergebnisse wurden insbesondere aus den Kreisen  Wesermünde, Lüneburg rechts und links der Elbe, Stade und Cuxhaven  gemeldet. Insgesamt stieg dadurch bei den Weißstörchen in Niedersachsen  auch die Zahl der flüggen Jungen gegenüber den Vorjahren weiter an.
        
In den letzten Jahren ist vor  allem in den alten Bundesländern ein steter Anstieg der  Weißstorchpopulation zu verzeichnen. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Viele der westziehenden Störche überwintern bereits in Spanien. Gute Nahrungsbedingungen auf Deponien, in Feuchtgebieten und Reisfeldern dort  sowie geringere Gefahren auf dem Zug führen dazu, dass mehr Störche  überleben und zurückkehren. Auch die ostziehenden Störche fanden zuletzt  in Afrika relativ günstige Überwinterungsbedingungen vor.
        
Hans-Jürgen Behrmann von der NABU LAG Weißstorchschutz weiter: „Es bestehen gute Aussichten, dass sich der Anstieg der Storchenpaare bei uns in den nächsten Jahren fortsetzt. Für die Zukunft gilt es daher, für sie und ihren Nachwuchs weiter ausreichend Feuchtgrünland mit entsprechenden Biotopen zu erhalten und darüber hinaus neu zu schaffen.“



NABU Niedersachsen - P R E S S E D I E N S T --- 29. September 2014
NABU Niedersachsen – Pressestelle
Redaktion: Ulrich Thüre
Telefon: 0511-911 05-27
Fax: 0511-911 05-40
Hans-Jürgen Behrmann
Weißstorchbetreuer für die Landkreise Celle (bis 2019) und Gifhorn



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Weißstorchbetreuer für die Landkreise Celle ( bis 2019) und Gifhorn



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