2. Quartal 2022 - Weißstörche in den Landkreisen Celle und Gifhorn

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2. Quartal 2022

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Storchenpaare im Kreis Gifhorn - aktueller Stand
Besetzt sind die Storchennester in Adenbüttel (J3), Ahnsen (J1), Allerbüttel (J3), Ausbüttel-Siedlung (J3), Barwedel (-), Betzhorn (-), Bergfeld (J1), Böckelse (-), Calberlah-Wiesen (-), Dannenbüttel (J3), Didderse (J), Ettenbüttel (J3), Gerstenbüttel (-), GF-Kästorf (J3), GF-Lehmweg (J1), Grassel (-), Gravenhorst (-), Groß Schwülper (J), Hahnenhorn (-), Hankensbüttel (J3), Hillerse (J1), Hoitlingen (J2), Hülperode Am Alten Zollhaus (J) , Hülperode-Grenzweg (J2), Jembke (-), Klein Schwülper Okerstraße 19 (J3), Klein Schwülper-Süd Okeraue (J2), Knesebeck (J3), Lagesbüttel-Rotdornallee (J2), Lagesbüttel-Schunterbrücke (J2), Leiferde NAZ Gehegefichte (J1), Leiferde-Kirche, Leiferde NAZ Mast 1 (J3), Leiferde NAZ Mast 2 (J3), Leiferde NAZ-Schornstein (-), Leiferde Plack (J2), Lingwedel, Lüben (J2), Müden-Alleraue (J2), Müden-Langenklint (J1), Neudorf-Platendorf (J1), Neuhaus (J2), Osloß (J4), Osloß-Ost (-), Parsau-Ort (J1), Radenbeck (J2), Ribbesbüttel (J), Rötgesbüttel (-), Rothemühle-Im Winkel (J1), Rothemühle-Okerstraße 67 (-), Rothemühle-Mühle(-), Rühen (J2), Schönewörde (J2), Tappenbeck (J3), Teichgut (J2), Tülau-Fahrenhorst (J2), Triangel (J 4), Ummern-Ost (J3), Ummern-West (J1), Volkse (J3), Vollbüttel (-), Vorhop (J2), Wahrenholz (J4), Walle (J1), Wasbüttel (J2), Wesendorf-Mitte (J4), Wesendorf-Nord (J2), Westerholz (J3), Weyhausen-Süd/Hohe Horst (-), Weyhausen-West (J4), Wittingen (J2), Zasenbeck (J1).

Bei Nestern mit (J) wurden inzwischen Fütterungen bzw. Junge beobachtet, bei Nestern mit (-) hat es entweder keine Brut oder einen Brutabbruch gegeben. (J 1) = aktuelle Anzahl der beringten Jungen oder der Jungen in gleichem Alter.

Im letzten Jahr ließen sich im Kreis Gifhorn 64 Storchenpaare nieder. 2022 waren es am 17. Mai 72 Paare. Das Paar in Grassel (-) und Isenbüttel ist identisch. In der Endabrechnung wird es dem Standort gutgeschrieben, an dem es am längsten war.


Storchenpaare im Kreis Celle - aktueller Stand
Besetzt sind die Storchennester in Adelheidsdorf (J3), Ahnsbeck (J2), Altencelle (J2), Altencelle-Burg (J3), Bannetze Holzweg (J1), Bannetze-Wiesen (-), Bleckmar (J1), Bockelskamp (J1), Celle-Stadt (J1), Eicklingen (J), Großmoor (J1), Hambühren (J1), Hohne (J3), Hornbostel (-), Jeversen (J2), Langlingen-Schleuse (J3), Langlingen-Mylius (-), Nienhagen (-), Offensen (-), Oldau (-), Spechtshorn (-), Stedden (-), Wathlingen (J3), Wathlingen II (-), Wieckenberg-Wiesen(-), Wienhausen (-), Winsen Jann-Hinsch-Hof (J1), Winsen-Schornstein (-), Wolthausen (J2).

Nestern mit (J) wurden inzwischen Fütterungen bzw. Junge beobachtet, bei Nestern mit (-) hat es entweder keine Brut oder einen Brutabbruch gegeben. (J 1) = aktuelle Anzahl der beringten Jungen oder der Jungen in gleichem Alter.

Im letzten Jahr ließen sich im Kreis Celle 26 Storchenpaare nieder. 2022 waren es am 17. Mai 29 Paare.
Donnerstag, 30. Juni 2022
Heuschrecken-Gewölle
Viel zu fressen finden die Storcheltern schon seit längerem nicht. Seit Mitte Juni aber gibt es jetzt ein zusätzliches Nahrungsangebot: Heuschrecken (Grashüpfer u.a.) Zu erkennen ist dies auch an den braunrötlichen weichen Gewöllen, die die Jungstörche im Nest nun als unverdauliche Reste davon wieder auswürgen. Bei den Beringungen in dieser Woche haben wir viele solcher Gewölle in den Nestern gefunden. Sie belegen, dass dort Heuschrecken nun ein wesentlicher Nahrungsfaktor bei der Fütterung der Storchenjungen sind. Anbei ein Foto von Sabine Tretschok anlässlich der Jungenberingung in Vorhop. Da ein Jungstorch im Alter zwischen 5 und sieben Wochen 1 bis 1 ½ kg an Nahrung braucht, lässt sich kaum vorstellen, wie viele Heuschrecken die Eltern dafür erbeuten müssen.

Beringt wurden heute die Jungstörche in Müden-Alleraue (2), Müden-Langenklint (1), Neuhaus (2), und Neudorf-Platendorf (1). Ein Brutabbruch erfolgte nun in Hahnenhorn. Geschlüpft waren dort am 30. Mai zwei Junge. Schon im Alter von drei Wochen war das Nest zeitweise unbewacht. Dann wurde nur noch ein Junges gesehen. Seit gestern lebt auch dieses nicht mehr (Beobachtung Friedrich Börner). Das nun dreijährige Männchen ist an sich bruterfahren. Im Vorjahr hatte es als Zweijähriger in Gerstenbüttel drei Junge groß gezogen. Bei dem unberingten Weibchen könnte es sich um eine unerfahrene Erstbrüterin handeln, die mit der Situation überfordert war.
Mittwoch, 29. Juni 2022
Erster Abflug - Kleine Runde - Punktlandung
Geschlüpft war das erste Junge im Nest in Osloß am 19. April. Drei weitere Geschwister folgten. Schon längere Zeit hatten sich nun alle vier mit Flügelschlagen und Hochsprungübungen fit gemacht für das erste Abfliegen vom Nest. Am Samstag (25. Juni) war es dann so weit. Nach 67 Tagen Nestaufenthalt wagte das erste Junge den Abflug. Nach einer kurzen Runde kehrte es zurück und schaffte es, genau zwischen den ganz aufgeregten Geschwistern zu landen (Fotos Rita Lunde). Inzwischen fliegen alle vier Jungstörche.

In dieser Woche finden im Kreis Gifhorn an jedem Tag weitere Beringungen statt - bis jetzt erfolgt in Adenbüttel und Tülau-Fahrenhorst je (3) Junge, in Lagesbüttel-Rotdornallee, Lüben, Radenbeck, Schönewörde, Teichgut, Vorhop und Wesendorf-Nord je (2), sowie (1) in Parsau. Auch in Zasenbeck gibt es (1) Junges. Es wurde nicht beringt, weil das Nest mit dem vorhandenen Steiger nicht erreichbar war.
Freitag, 24. Juni 2022
... und brüten immer noch
Nach Ablage des 2. Eies brüten die Storcheneltern fest. Wenn alles normal verläuft, schlüpfen 32 Tage danach das erste Junge und in Abständen dann die weiteren. Im Nest auf dem Kreuz der Kirche in Leiferde war Brutbeginn zunächst am 12. April und dann nach einer Unterbrechung mit Partnerwechsel wieder am 3. Mai. In Lingwedel begann die Brut am 1. Mai. Dort erfolgte kurz darauf ein Partnerwechsel. In beiden Nestern wird nun aber immer noch gebrütet, in Lingwedel also bereits um die 50 und in Leiferde 53 Tage lang, ohne dass bisher Junge geschlüpft sind - und das wird aller Voraussicht nach auch so bleiben. Die Altvögel werden das Brüten erst dann aufgeben, wenn der Bruttrieb wieder nachgelassen hat.

Der Grund für das Nichtschlüpfen kann darin liegen, dass die Eier unbefruchtet sind oder dass die Embryos in den Eiern abgestorben sind, z.B. infolge zeitweiliger Unterkühlung. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass auch ältere erfahrene Störche es nicht verspüren, wenn kein Leben (mehr) in den Eiern ist. Ich habe auch schon ein "Scheinschlüpfen" beobachtet, indem die Altstörche durch unruhiges Verhalten, mehrfaches Aufstehen, immer wieder intensiv nach unten schauend und dem Versuch, durch leises Schnabelklappern Kontakt zu dem (leider nicht vorhandenen oder abgestorbenen Embryo) aufzunehmen sich wie beim tatsächlichen Schlüpfen verhielten. Man hatte fast den Eindruck, sie wollten auf diese Weise das Schlüpfen herbeizwingen. Aber auch das brachte keinen Erfolg. Es wurde dann wieder weiter gebrütet.


Donnerstag, 23. Juni 2022
Jungenzahlen gehen zurück - Spätbrüter im Nachteil
In dieser Woche finden im Kreis Gifhorn keine Beringungen statt. Die vom Alter her infrage kommenden Jungen sind "versorgt", die jüngeren sind in der nächsten Woche dran. Die Nester in Phase 1 mit Brutbeginn zwischen 13. März (Wesendorf - Schlupf ab 14. April) und 12. April (Wittingen - Schlupf ab 14. Mai) weisen aktuell im Schnitt 2,4 Junge auf. Bei denen in Phase 2 mit Brutbeginn zwischen dem 16. April (Weyhausen/Süd - Schlupf ab 18. Mai) und 4. Mai (Ribbesbüttel - Schlupf ab 5. Juni) sind es 1,6 Junge. Die Paare von Phase 1 sind meist erfahrenere Brutstörche. Sie hatten noch relativ gute Nahrungsbedingungen. Die Austrocknung der Böden war noch nicht so weit fortgeschritten. Bei den bis in den Mai reichenden Feldarbeiten (Maisäcker!) fiel viel Kleingetier an, das zum Teil fehlende Regenwürmer ersetzen konnte. Diese Möglichkeit gab es in Phase 2 nicht mehr. Hitze und Trockenheit nahmen weiter zu. Punktueller Regen brachte nur wenig Entlastung. Hinzu kommt die Tatsache, dass es zumeist junge, im Brutgeschäft unerfahrene Störche sind, die jetzt spät Nachwuchs bekommen haben. Bei ihnen hat es gerade in den letzten Tagen Jungenverluste gegeben (so in Lüben und Neuhaus von 3 auf 2, in Didderse, Hahnenhorn und Ribbesbüttel von 2 auf 1, Brutabbrüche in Gravenhorst und Rothemühle-Mühle). Weitere Verluste sind zu befürchten.
Mittwoch, 22. Juni 2022
Die Drohne brachte es an den Tag
Im Nest Gifhorn-Lehmweg hatte ich am 27. Mai zwei Jungstörche beringt. Da zuletzt und auch gestern nur der eine mit der Nummer 3V 603 gesichtet wurde und über den Nestrand Federn ragten, wurde zur Kontrolle eine Drohne eingesetzt. Auf dem so gewonnen Foto sind die Überreste des anderen Jungstorches klar zu erkennen. Er muss schon vor einigen Tagen im Alter von fast 2 Monaten gestorben sein. Was könnte so spät noch die Todesursache gewesen sein? Da es sich um ältere erfahrene Eltern handelt, ist Vernachlässigung mangels Erfahrung auszuschließen. Futter war eigentlich - wie auch für die anderen Brutpaare im Einzugsbereich der Deponie Wolfsburg - ausreichend da. Denkbar ist die Fütterung mit Unverdaulichem (wie Gummiringe, Silikonstreifen o.ä.). Nicht auszuschließen ist auch eine zuvor überstandene Erkrankung wie z.B. Aspergillose, die aber den Körper insgesamt doch so sehr geschwächt hatte, dass er den Belastungen später dann nicht mehr gewachsen war.
Freitag, 17. Juni 2022
Todesfälle auch bei schon älteren Storchenjungen
Von den anfangs geschlüpften Jungen überleben so manche die ersten beiden Wochen nicht. Gründe können u.a. Nahrungsmangel, Fütterung mit Unverdaulichem wie Gummiringen und Silikonstreifen, Witterungseinflüsse und insbesondere die Schimmelpilzinfektion Aspergillose sein. Störche bleiben auch von anderen, uns Menschen wohl bekannten Krankheiten nicht verschont. Im Untersuchungsbericht eines kürzlich in CE-Altencelle abgeworfenen Jungen stand u.a. "Herz- und Kreislaufversagen mit einer eitrigen, teils nekrotisierenden Entzündung von Nieren und Milz " (Information Gerd Papenburg). Vor Jahren lag bei einem in Hohne plötzlich verstorbenen Jungen ein Herzfehler vor.

Storchenjunge können aber auch dann noch sterben, nachdem sie die erste schwierige Zeit überstanden haben. Bei der Beringungstour am Dienstag (14. Juni) wurde in Weyhausen-Süd/Hohe Horst nur noch ein Junges vorgefunden. Es lag zuckend auf der Seite, hatte ein völlig verschmiertes Auge und war extrem unterernährt. Nach unseren Berechnungen hätte es 4 1/2 Wochen alt sein müssen, wirkte aber mindestens eine Woche jünger (Foto Rita Lunde). Wir haben es in die NABU-Pflegestation nach Leiferde gebracht. Dort ist es dann in der folgenden Nacht gestorben. In Wittingen wurden 3 Junge beringt, darunter ein etwas kleineres. Alle drei wirkten fit. Zwei Tage darauf lag das kleinere Junge (Ringnummer DEW 3V 446 - Foto Ernst Schultze) tot unter dem Nest. Wenn auch nicht immer, so doch meistens trifft es bei einer Reduzierung zuerst die jüngeren/kleineren Nestgeschwister. Jeder Todesfall ist traurig. Wir dürfen uns aber auch bewusst machen, dass dies in der Natur so schon mit eingeplant ist. Störche legen im Schnitt 3 bis 5 Eier, damit davon die für die Arterhaltung nötige Anzahl von 2 flüggen Jungen pro Paar erreicht wird.

Weitere Beringungen am Dienstag fanden statt in Allerbüttel (3), Ettenbüttel (3), Hoitlingen (2) Tappenbeck (3), Wasbüttel (2) und Weyhausen-West (4).
Samstag, 12. Juni 2022
Bei drei Storchenpaaren besteht noch keine Klarheit
Im Kreis Gifhorn haben sich in diesem Jahr 72 Storchenpaare niedergelassen. Davon nicht mit der Brut begonnen haben 3 Paare, und zwar die in Grassel/Isenbüttel, Osloß-Ost und Rothemühle Okerstraße. 67. Gründe dafür sind wohl eine verspätete Ankunft und/oder dass jeweils zumindest ein Partner noch nicht brutreif ist. Bei 8 der übrigen anderen 69 Paare ist inzwischen einen Brutabbruch erfolgt. Noch gebrütet wird in Leiferde-Kirche und Lingwedel. Hier hatte es spät noch einen Partnerwechsel gegeben. Unklar ist auch das Brutgeschehen in der Gehegefichte im NAZ Leiferde. Hier versperrt dichtes Gezweig den Blick auf das Nest. Somit befinden sich aktuell in 58 Nestern ein oder mehrere Junge.

Beringt wurden am Freitag mit Hilfe der Drehleiter der FFW Gifhorn die Storchenjungen in Ausbüttel-Siedlung (3), Leiferde-Plack (2), Volkse (3), Ummern-West (1), Ummern-Ost (3), Westerholz (3).
Montag, 6. Juni 2022
Pfingstüberraschung
2018 brütete das Paar DEW 4T 450 und 5T 405 in Leiferde erstmals zusammen, damals auf der Weidenhütte im NAZ. Die fünf Eier waren aber nicht befruchtet. Seitdem haben sich die beiden im - von ihnen mit erbauten - Nest auf der gekappten Eiche bei Fa. Plack niedergelassen. Aber auch 2019 brüteten sie lange über die Zeit hinaus - wiederum erfolglos. 2020 dann gab es doch Nachwuchs. Zwei Junge wurden flügge. 2021 wieder Dauerbrüten ohne Erfolg. Vermutet wurde nun eine Unfruchtbarkeit des Männchens. Der Bruterfolg 2020 dürfte dann das Ergebnis einer vorherigen Liaison des Weibchens mit einem anderen Männchen im Ort gewesen sein. Und 2022? Ab dem 23. März wurde fest gebrütet. Am 24. April hätten dann Junge schlüpfen müssen. Doch nichts geschah. Das Paar brütete weiter. Inzwischen war durch nachwachsende Eichenzweige kaum noch etwas vom Geschehen im Nest zu erkennen. In der letzten Zeit schien ein Storch häufiger zu stehen. War die Brut abgebrochen worden? Ein Drohneneinsatz brachte nun das überraschende Ergebnis: Im Nest sind zwei Junge, etwa 3 1/2 Wochen alt. Sie müssen also um den 13. Mai herum geschlüpft sein und damit rund 20 Tage später als berechnet. Offensichtlich hat es ein Nachgelege gegeben, und das war tatsächlich erfolgreich. Womit aber offen bleibt, warum in drei von vier Jahren unbefruchtete Eier im Nest lagen.

Freitag, 3. Juni 2022
Erfreuliche Beringungszahlen und ein Todesfall
Am Dienstag wurden in Knesebeck 3 Storchenjunge beringt. Am Donnerstag fanden - diesmal durch Gerd Papenburg - im Kreis Gifhorn weitere Beringungen statt, und zwar in beiden Mastnestern im NAZ Leiferde und in GF-Kästorf je 3 und in Triangel 4. In GF-Kästorf lag außerdem ein Jungstorch tot im Nest. Er wurde zur Ermittlung der Todesursache geborgen und nach Leiferde gebracht. Im Vorjahr war der damals einzige Jungstorch in GF-Kästorf an der elterlichen Fütterung von Gummiringen und Silikonbändern gestorben. Ob das auch in diesem Fall die Todesursache ist?
Dienstag, 31. Mai 2022
Ungewöhnlich viele Eier mit abgestorbenen Embryos
Gestern haben wir in sechs Nestern der Gemeinde Schwülper die Storchenjungen beringt, und zwar 4 in Klein Schwülper Okerstraße 19, 1 in Rothemühle Im Winkel (+4 Eier), 2 in Hülperode Grenzweg (+2 Eier), 2 in Klein Schwülper Okeraue-Süd, 1 in Walle Spargelweg (+1 Ei), 2 in Lagesbüttel Schunterbrücke. Bei der ersten Beringungstour waren schon im Nest in Ahnsen außer 1 Jungen auch 2 Eier gewesen. Dies ist schon eine auffällig hohe Anzahl von Eiern, aus denen keine Junge geschlüpft sind. Bei ihrer Untersuchung ergab sich, dass nur wenige von ihnen nicht befruchtet waren. In den meisten befand sich hingegen ein Embryo von unterschiedlicher Größe. Warum konnten diese Embryos nicht weiter heranwachsen und schlüpfen? Eine Erklärung könnte sein, dass es zwischenzeitlich zu einer Störung der Brut durch Kämpfe oder Witterungseinflüsse gekommen ist, durch die die bebrüteten Eier kalt wurden und die Embryos darin abstarben. Beim Nest in Rothemühle im Winkel könnte die weiter fortgeschrittene Beinbehinderung des Weibchens vielleicht auch mit eine Rolle gespielt haben.
Freitag, 27. Mai 2022
Beginn der Beringungen
Im Kreis Gifhorn haben wir heute mit der Beringung der Storchenjungen im Alter zwischen vier und sechs Wochen angefangen. Vom Einsatzkorb der Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr Gifhorn aus bekamen die ersten 14 Jungen ihren Ring. Dabei stellen sich die Jungen tot - allerdings in unterschiedlicher Art und Weise. Viele legen sich mit lang ausgestreckten Hals flach auf den Boden. Die drei Jungen heute in Dannenbüttel aber hatten ihre Köpfe schon ein wenig gehoben (Foto Rita Lunde). Angespannt verfolgten sie so das Geschehen, ohne sich allerdings von ihrem Platz zu entfernen. Das blieb auch so, als ich sie etwas umlegte, um zum Beringen besser an sie heran zu kommen. Zur Beruhigung lege ich dann bei der Beringung ein Tuch über die Jungen. Nur sehr selten geschieht es, dass Junge gar nicht daran denken, sich nun
hinzulegen, ja, dass sie sich manchmal sogar vom Beringer weg auf die andere Seite des Nestes bewegen. Dann gilt es, Ruhe zu bewahren, bis sie sich doch noch hinlegen. Tun sie das aber nicht, so sollte die Beringung abgebrochen werden. Das war aber in fast 20 Jahren Beringung bei mir erst zwei Mal der Fall.

Die Jungen in Ahnsen (1), Dannenbüttel (3), Gifhorn-Lehmweg (2, Foto Friedrich Börner) ), Wahrenholz (4) und Wesendorf (4), erhielten fortlaufende Ringnummern aus der DEW 3V-Serie. Die reichen bei mir bis zur Nummer DEW 3V 649. Anschließend folgen 50 Nummern aus der 4V-Serie.
Sonntag, 21. Mai 2022
Gifhorn: Aktuell erfreulich viele Viererbruten
Derzeit befinden sich im Kreis Gifhorn in sieben von bisher 35 Nestern mit Jungen (J) jeweils vier Junge, und zwar in GF-Kästorf, Klein Schwülper Okerstraße. 19, Osloß, Triangel, Wahrenholz, Wesendorf und Weyhausen-West. Sie alle profitierten von ihrem frühen Schlupftermin zwischen dem 14. (Wesendorf, aktuelles Foto von H.-Chr. Albrecht) und 28. April. Im Kreis Celle gibt es derzeit eine Viererbrut, und zwar in Hohne. Dort schlüpften die Jungen ab dem 13. April. Diese Storcheneltern fanden gerade in den ersten für das Überleben ihres Nachwuchses entscheidenden Wochen gute Nahrungsbedingungen vor. Die Austrocknung der Böden war noch nicht so stark fortgeschritten. Die bis in den Mai erfolgende Bestellung der Maisäcker bescherte viel Kleingetier. Inzwischen können diese Jungen auch schon größere Brocken verschlingen, wie sie auch beim Mähen von Grünland anfallen. Auch nun austrocknende Gewässer eröffnen Nahrungsmöglichkeiten. Somit besteht selbst bei weiter ausbleibendem oder nur wenig Regen die Hoffnung, dass bei diesen Erstgeschlüpften auch weiterhin keine wesentlichen Verluste eintreten.

Anders sieht es in den Nestern aus, in denen die Jungen erst im Mai geschlüpft sind. Bei ihnen konnte bisher keine Viererbrut mehr festgestellt werden.

Dienstag, 17. Mai 2022
Jungenverluste und Brutabbrüche nehmen zu
Ein vor allem durch die langanhaltende Trockenheit bedingter Nahrungsmangel macht sich zunehmend beim Storchennachwuchs bemerkbar. Bis in den Mai hinein erfolgte zunächst noch ein gewisser Ausgleich durch bei der Bestellung von Maisäckern freigesetzten Käfer, Würmer und Mäuse. Das Mähen von Grünlandflächen befindet sich erst am Anfang. In den letzten Tagen wurden nun mehrere Abwürfe toter Jungstörche gemeldet, so aus Allerbüttel und Rühen. Das tote Junge in Rühen hatte einen Bezoar im Magen. So etwas bildet sich, wenn die Jungen, weil sie nichts mehr zu fressen kriegen, das Nestinnere aus Erde, Gräsern u.a. herunterschlingen. Dadurch bildet sich im Magen ein fester Klumpen. Die Jungen verhungern, selbst wenn sie dann wieder gefüttert werden. Sollte es auch in der nächsten Zeit nicht regnen, bekommen dann insbesondere auch die Storchenpaare Probleme, deren Jungen in diesen oder den folgenden Tagen schlüpfen.

Gestern wurde vom Storchenpaar in Gerstenbüttel Brutabbruch gemeldet. Damit erhöht sich die Zahl der Brutabbrüche im Kreis Gifhorn auf nun vier: Betzhorn, Gerstenbüttel, Jembke, Leiferde NAZ Schornstein. Die Gründe dafür sind unterschiedlich. In Betzhorn waren die Jungen gut zehn Tage alt, als sie gestoben sind. Ähnliches geschah in Jembke. Da es sich in beiden Fällen um bruterfahrene Eltern handelt, ist ein nahrungsbedingter Totalausfall nicht sehr wahrscheinlich. Möglich, dass hier um Fälle von Aspergillose, eine Schimmelpilzerkrankung der Atemwege. handelt. In Gerstenbüttel hatte ab dem 18. April ein neues Paar gebrütet. Beide Partner waren - an ihren Ringen erkennbar - zweijährige Erstbrüter. Solche Bruten sind manchmal erfolgreich, oft aber noch nicht. Das Paar bebrütete vier Eier. Doch am Sonntag waren beide Störche verschwunden. Inzwischen kam erst der eine, dann auch der andere wieder, dann flogen auch mal beide weg. Eine sporadische Nestbindung ist weiter da, richtig gebrütet wird aber nicht mehr. Eine Überprüfung ist geplant, ob überhaupt noch Eier im Nest liegen. Und warum sind alle Jungen von Fridolin und Mai im Nest auf dem Schornstein im NAZ Leiferde gestorben? Bei drei tot geborgenen Jungen wurde eine starke Unterernährung festgestellt. Wenn diese am Nahrungsmangel lag: warum wachsen im Mastnest nebenan drei Junge im etwa gleichen Alter heran und im anderen Mastnest immerhin auch zwei? Sollten deren Eltern bessere Nahrungsflächen gefunden haben?
Mittwoch, 11. Mai 2022
Die einen fangen erst an - für andere ist leider schon Schluss
Als vorerst letztes Paar im Kreis Gifhorn ließen sich am 4. Mai zwei Störche auf dem Nistmast Osloß-Ost nieder. Sogleich begannen sie mit dem Ausbau (Foto R. Lunde). Ob es noch zur Brut kommt, wird sich zeigen. Übrigens: Das nun dreijährige Männchen DEH CB 66 war auch schon im Vorjahr im Kreis Gifhorn, und zwar mit einer unberingten Partnerin für etliche Wochen zu Besuch in Lingwedel. Das Nest dort ist aber nun anderweitig besetzt.

Während die letzten Paare noch mit dem Nestbau beschäftigt sind, ist für andere nach einem Brutabbruch die Brutsaison bereits beendet.

Im Kreis Celle wurde die langjährige Störchin vom Schornsteinnest in Winsen Opfer einer Kollision mit einem PKW. Storchenbetreuer Gerhard Papenburg gelang es mit Hilfe der FF Celle, eins der beiden Jungen aus dem Nest zu bergen und in das NABU AZ Leiferde zu bringen. Das Nestgeschwister war schon zuvor von dem Männchen, als seine Partnerin zum Füttern nicht mehr zurückkam, abgeworfen worden.

Im Kreis Gifhorn starben am Wochenende im NAZ Leiferde zwei der drei Jungen im Nest auf dem Schornstein und wurden von der Mutter abgeworfen. Gestern ist auch das dritte Junge gestoben. Alle drei toten Jungen waren stark unterernährt. Die nun kinderlosen Eltern "Fridolin" und "Mai" stehen jetzt allein auf dem Nest (Foto NAZ Leiferde).

Sonntag, 8. Mai 2022
Kann's noch was werden mit der Brut?
Die Erfahrung zeigt: Je weiter der Mai bei Brutbeginn fortgeschritten ist, desto geringer werden die Erfolgsaussichten. Ein Hauptgrund dafür ist, dass sich nun vor allem junge oft noch nicht ganz brutreife Störche zusammenfinden. Manche dieser Paare ziehen schon nach wenigen Tagen weiter. Andere bleiben, es kommt auch zu Paarungen und Nestbau, aber noch nicht zur Brut. Bei anderen wird mit dem Brüten begonnen, aber irgendwann doch wieder aufgehört. Und bei wieder anderen stellt sich kein Nachwuchs ein, weil die Eier nicht befruchtet waren. Und bei manchen klappt es doch noch. Ein Grund dafür, dass eine Brut nicht stattfindet, kann auch sein, dass das Weibchen zuvor an anderer Stelle schon einen Brutabbruch hinter sich hat.

Im Kreis Gifhorn hielt sich jetzt ein Paar für wenige Tage in der Nisthilfe Neudorf-Platendorf Siedlerweg auf. Das Weibchen hatte im Vorjahr erfolgreich in Barwedel gebrütet. Diesmal zog erst das Männchen, dann auch das Weibchen weiter. Heute Abend ist es wieder zurück. Das Weibchen in der Neuansiedlung Grassel hatte vor zwei Jahren mal erfolgreich in Vollbüttel gebrütet. Nun hat es mit einem unberingten Männchen die neue Nisthilfe am Sauteich besiedelt. Trotz Paarungen und Nestausbau wird (noch) nicht gebrütet. Während auf dem Kreuz der Kirche in Leiferde nun offensichtlich doch gebrütet wird, ist die Situation in Ribbesbüttel weiter unklar. Hier ist das neue Weibchen erst zwei Jahre alt. In der Gemeinde Schwülper versucht nun ein Paar in der Dorfstraße in Walle, auf den gestutzten Ästen einer Eiche ein Nest zu bauen - bisher ohne Erfolg. Gestern wurde vor Ort ein herabgefallenes Storchei gefunden. In Leiferde in der Baddenbütteler Straße schleppt ein unberingtes Paar Zweige auf einen in Funktion befindlichen Schornstein. Und in Osloß ist die Nisthilfe am östlichen Ortsausgang seit Mitte der Wochen von einem Paar beflogen, dass auch am Nest baut.
Dienstag, 3. Mai 2022
Ein nicht unproblematischer Neststandort
Im 8 km Umkreis von Winsen (CE) gibt es noch fünf freie Storchennester. Statt aber eins von denen zu beziehen, hat jetzt ein Storchenpaar beschlossen, sich als drittes Paar im Kernort nun südlich der Allerbrücke niederzulassen. Dort baut es auf einem Strommast der Überlandleitung ein Nest (Foto Gerhard Papenburg). Nach erster Einschätzung besteht hier nicht direkt die Gefahr eines Stromschlages. Nicht auszuschließen ist aber, dass über einen feuchten Ast vom Nest über die Isolatoren hinweg ein Stromkontakt entsteht. Der könnte dann tödliche Folgen haben. Der zuständige Energieversorger Avacon hat nun mitgeteilt, dass das Nest entfernt (Wortlaut "versetzt") werden muss.

Betreuerkollege Georg Fiedler schreibt dazu:

Zwar sind die Isolatoren so lang, dass ein Storch sie mit dem Körper nicht überbrücken könnte. Aber neben der Gefahr der Überbrückung durch feuchte Äste sehe ich weiterer Risiken: Zum einen können Störche auf den Isolatoren herumturnen und flügelschlagend abrutschen. Zum anderen sehe ich beiderseits der Isolatoren sich gebogene Drahtpaare. Meines Erachtens sind das sog. Überspannungsableiter, auch "Blitzhörner" genannt. Diese bewirken, dass ein Blitzeinschlag in einen Leitungsdraht in die Erde abgeleitet wird, bevor die übermäßige Spannung die Isolatoren beschädigt. Somit sind die Blitzhörner geerdet. Wenn ein Storch die Blitzhörner berührt und z. B. Kot absetzt, kann es zu einer todbringenden Erdverbindung (Erdschluss) kommen.

Deshalb ist es sinnvoll, das Nest zu entfernen. Die Frage ist, durch welche Abwehrmaßnahme sich die Störche von einem erneuten Bauversuch abbringen lassen.

Sonntag, 1. Mai 2022
In immer mehr Storchennestern schlüpfen die Jungen
Die ersten Storchenjungen in den per Webcam einsehbaren Nestern in Deutschland schlüpften am 13. April in Hohne (Kreis Celle). Die ältesten des nun vierköpfigen dortigen Nachwuchses sind also heute 18 Tage alt (aktueller Screenshot Fr. Börner). Zu etwa demselben Zeitpunkt wurde auch in Großmoor (CE) erstmals gefüttert, in Wesendorf-Mitte (aktuell wohl drei Junge) im Kreis Gifhorn kurz danach. Inzwischen haben im Kreis Celle bereits mindestens 5 Paare, im Kreis Gifhorn mindestens 14 Paare Nachwuchs = (J) in der Übersicht.
Mittwoch, 27. April 2022
Unerwartete Begegnung
Was sich der Barwedeler Storch wohl gedacht hat, als er das aus den Halmen herausragende V-artige bräunliche Gebilde ansteuerte? Wollte er einen potenziellen Feind in Nestnähe angreifen? Hoffte er vielleicht sogar auf Beute? Wie dem auch sei - es erfolgte dann eine für beide Seiten überraschende Begegnung.

Montag, 25. April 2022
Gifhorner Storchenpaare knacken die 70er-Marke
Nun kam auch aus Radenbeck die Mitteilung, dass dort inzwischen ein zweiter Storch eingetroffen ist. Somit haben sich aktuell 70 Weißstorchpaare im Kreis Gifhorn niedergelassen. Von den 64 besetzten Nestern des Vorjahres steht derzeit nur noch das in GF-Winkel leer. Neu gegenüber 2021 sind nun hingegen die Ansiedlungen in Brechtorf (Foto Rita Lunde), Grassel, Gravenhorst, Hahnenhorn, Müden-Langenklint, Radenbeck und Wesendorf-Nord. Es ist gut möglich, dass bis zum offiziellen Zähltermin am 17. Mai noch weitere Storchenpaare beschließen, im Kreis Gifhorn zu bleiben. Schon jetzt steht aber fest, dass die kontinuierliche jährliche Steigerung seit 2007 (damals waren es 20 Paare) auch 2022 anhalten wird. Damit liegt der Kreis Gifhorn voll im Trend der alten Bundesländer. Mit dazu tragen in diesem Jahr junge Störche des besonders starken Jahrgangs 2019 bei, die als nun Dreijährige erstmals versuchen, ins Brutgeschehen mit einzusteigen.
Mittwoch, 20. April 2022
Gute Aussichten auf Neu- und Wiederansiedlungen
Die aus den Winterquartieren zurückkehrenden Störche haben sich weitestgehend auf den schon in den Vorjahren besetzten Nestern niedergelassen. Inzwischen sind davon im Kreis Gifhorn nur noch die Nester in GF-Winkel, Kaiserwinkel und Parsau frei, im Kreis Celle die in Meißendorf und Offensen. Es gibt aber noch etliche Bewerber, die auf der Suche sind. Es sind dies vor allem ganz junge potentielle Erstbrüter und andere (darunter viele Dreijährige), die in diesem Jahr schon einmal oder sogar mehrfach von den von ihnen erwählten Nestern insbesondere durch die vorjährigen Besitzer vertrieben wurden. Sie müssen nun schauen, wo sie bleiben können. Möglichkeiten gibt es dafür etliche. Dazu gehören schon lange nicht mehr oder sogar noch nie besetzte, aber auch zuletzt neu errichtete Nisthilfen. So haben sich in diesen Tagen im Kreis Gifhorn erstmals überhaupt Storchenpaare in Grassel und Gravenhorst niedergelassen, im Kreis Celle in Spechtshorn und auf einem zweiten Nest in Wathlingen, und im Kreis Peine in Neubrück. Ob sie bleiben werden und vielleicht sogar erfolgreich brüten, wird die nächste Zeit erweisen.

Sonntag, 16. April 2022
Zweiter diesjähriger Brutabbruch
Nach Rötgesbüttel wurde nun heute auch in Rothemühle-Mühle die Storchenbrut zerstört. Wie dort, so gab es auch hier Kämpfe, weil Westzieher-Störche das Nest schon besetzt und mit der Brut begonnen hatten, bevor die vorjährigen Ostzieher-Störche nun zurückkehrten und es zurückerobern wollten. Eine Augenzeugin des Geschehens berichtet: "Das Gelege im Nest bei der Mühle wurde eben von angreifenden Störchen zerstört. Für mindestens. eine halbe Stunde ab ca. 11:10 Uhr flog ein Paar immer wieder heftigste Angriffe, landete auf dem Nest und wurde unter Federstieben vertrieben und verfolgt. Es wurde bis aufs Blut gekämpft, und das wörtlich. Einer der Angreifer - er war unberingt - blutete durch eine Wunde an der Brust neben dem linken Flügel so heftig, dass das Blut die ganze Brust herunterlief. Er hatte zweimal die Gelegenheit, allein auf dem Nest landen, und hat dabei beide Male mit dem Schnabel die Eier zerhackt. Das bisherige Männchen hat Blutflecken abbekommen, ist aber wohl unverletzt. Das Paar scheint das Nest fürs Erste verteidigt zu haben."

Ob in diesem Fall noch weitere Angriffe erfolgen und ob es eventuell ein Nachgelege geben wird, muss sich in der nächsten Zeit erweisen.
Donnerstag, 14. April 2022
Jetzt sind es drei
Da Weißstörche erst nach Ablage des 2. Eies fest brüten, ergibt es sich häufig, dass die ersten drei Jungen dann innerhalb von zwei Tagen und weitere Junge entsprechend der Eiablage jeweils zwei Tage darauf schlüpfen. Im Nest auf der Kirche in Hohne wurde gestern das erste Junge gesichtet. Heute sind es nun drei (Screenshot Friedrich Börner). Mit 1 bis 2 weiteren Jungen ist zu rechnen. Wie viele von ihnen dann tatsächlich groß und flügge werden, das hängt ganz wesentlich von der Ernährungslage, vom Wetter und von der Erfahrung der Eltern ab. Das Paar in Hohne brütet in dieser Zusammensetzung nun schon im fünften Jahr. Das Weibchen DEW 2T 589 wurde 2015 in Vollbüttel beringt. Das unberingte Männchen ist sehr wahrscheinlich noch um einiges älter. Die Voraussetzungen für den Nachwuchs sind also diesbezüglich günstig. Der Brutverlauf kann über die Webcam bei www.gemeinde-hohne.de verfolgt werden.

Mittwoch, 13. April 2022
Das erste Junge ist geschlüpft
Am 11. März wurde im erstem der per Webcam in Deutschland einsehbaren Storchennester in Hohne (CE) ein Ei gesichtet (siehe Beitrag 11.03 2022). Heute nun ist ein Junges geschlüpft. Die erste Meldung erhielt Storchenbetreuer Gerd Papenburg um 12:38 Uhr von einem japanischen Beobachter aus Frankfurt. Ilona Höpfner von Elkes Storchenfrauen gelang um 16:45 Uhr der beigefügte Screenshot. Es ist gut möglich, dass heute noch ein zweites Junges schlüpft.
Dienstag, 12. April 2022
Notfall
Gestern nachmittag kam ein Notruf vom Storchennest in GF-Kästorf: Die Nachbarin hatte beobachtet, dass beim Storchenmännchen "Georg" ein längeres Band aus dem Schnabel heraushing (siehe Foto!) und dann auch um den Schnabel gewickelt war, das loszuwerden er immer wieder vergeblich versuchte. Es war klar: Sollte ihm das nicht gelingen oder würde er das Band runterschlucken, bestand höchste Gefahr nicht nur für den Storch selbst, sondern auch für die am 24. März begonnene Brut. "Georg" setzte sich dann wieder und brütete weiter. Gut zwei Stunden später löste ihn die Störchin ab. "Georg" flog ab - nun ohne Band. Er muss es irgendwie losgeworden sein. Heute morgen nun die Überraschung: Unter dem Nest lag ein 1,36 m langer Silikonstreifen, wie er zum Abdichten von Fenstern und im Bad benutzt wird. Den müssen die Störche über Nacht vom Nest geworfen haben. Somit konnte erst mal Entwarnung gegeben werden mit einer Restsorge: Hoffentlich hat "Georg" nicht doch einen weiteren Teil des Silikonstreifens gefressen.

Dieses Beispiel zeigt mal wieder, wie unachtsam abgelegte Baumaterialien zu einer Gefährdung für die Umwelt werden können.
Sonntag, 10. April 2022
Etliche Neue und noch manches Hin und Her
Mit dem Abklingen von Sturm und Regen treffen nun auch wieder mehr Störche ein, darunter vermehrt Ostzieher. Dieses hat auch zur Folge, dass weitere junge Westzieher ihren schon sicher geglaubten Platz doch wieder verlassen müssen. Seit dem 15. März hielt der dreijährige DEW 9T 869 das Nest in Vorhop besetzt. Nun stehen - wie in den Vorjahren - zwei unberingte Störche im Nest. Immerhin hat 9T 869 schnell Ersatz gefunden und sich mit einer unberingten Partnerin im 9 km entfernten Teichgut angesiedelt. Dort wird aber noch das Männchen der letzten Jahre erwartet. In Lüben ist seit vorgestern ein Paar, bei dem zumindest das zweijährige Weibchen DEW 1V 424 neu ist. Ein ziemliches Durcheinander herrscht in Adenbüttel. Vor gut zwei Wochen hatte sich dort das neue dreijährige Männchen DEW 9T 872 niedergelassen. An diesem Wochenende gab es Kämpfe. Heute Morgen paarte sich dort nun ein unberingtes Männchen mit DEH HM 668. Diese Störchin hatte im Vorjahr in Vollbüttel und die Jahre zuvor in Rötgesbüttel gebrütet. Die Plätze sind aber schon besetzt. Eine Stunde danach war 9T 869 aufs Nest zurückgekehrt und paarte sich seinerseits mit dem Weibchen. Ob er sich nun endgültig durchgesetzt hat, bleibt abzuwarten. Auch hier fehlt noch das Männchen vom Vorjahr. Weitere Störche sind angekommen in Calberlah-Wiesen (1), Groß Schwülper Schloßgarten (2), Hahnenhorn (1), Hülperode Am Alten Zollhaus (2), Müden-Alleraue (2) und Schönewörde (2).

Im Kreis Celle ist das Paar von Offensen nach Wathlingen übergesiedelt. Die Einzelstörche in Bannetze-Holzweg und Becklingen sind weitergezogen. In Hambühren ist das Paar komplett.
Freitag, 8. April 2022
Notquartier
Als der nun dreijährige männliche Brutstorch DEW 9T 610 aus dem Winterquartier zurückkehrte, existierte sein im Vorjahr erbautes Nest auf der Schornsteinabdeckung Haus Klotz in Leiferde nicht mehr. Es war im Herbst entfernt worden, da die Hausheizung weiter in Betrieb ist. Nach mehreren Ausflügen über Land (u.a. nach Ettenbüttel) beschloss er, doch in Leiferde zu bleiben. In einer Fichte am hinteren östlichen Rand des Storchengeheges begann er sich neu einzurichten. Verdeckt von Zweigen (Foto H.-C. Albrecht) baut er sich nun dort ein Nest. Eine Partnerin (möglicherweise die vom Vorjahr) hat er auch gefunden. Jedenfalls saß heute Mittag ein Storch - vermutlich das Männchen - im Gesträuch, und ein zweiter unberingter stand dahinter.

Im letzten Jahr war in der SG Schwülper die Zahl der von einem Storchenpaar besetzten Nester auf zehn angestiegen. Nachdem seit Mittwoch auch in Groß Schwülper-Schloßgarten ein Storch sesshaft ist, ist davon nur noch das Baumnest am Alten Zollhaus in Hülperode leer. Immerhin sind dort schon mehrfach Besuchsstörche gesichtet worden.

Mittwoch, 6. April 2022
Es war zu befürchten
Im Vorjahr hatte das Westzieher-Storchenpaar DEW 5T 295 (Männchen) und DEW 6X 266 (Weibchen) aus Calberlah zeitig das da noch freie Nest in Rötgesbüttel (GF) bezogen und dort bereits mit der Brut begonnen. Dann traf das ostziehende langjährige dortige Männchen (unberingt) ein und attackierte heftig, gelangte aufs Nest. Am nächsten Morgen musste es wieder weichen. Die Eier waren dabei erstaunlicherweise heil blieben und wurden weiter bebrütet. Acht Tage danach aber aber hatte der Ostzieher-Rückkehrer wieder so viel Kraft gesammelt, dass er bei erneuten Angriffen DEW 5T 295 besiegte, die Eier aus dem Nest warf und später mit der Störchin aus einem Nachgelege zwei Junge groß zog.

In diesem Jahr scheint sich vieles davon zu wiederholen. Wieder bezog das Westzieher-Paar das Nest. Seit dem 30. März wurde gebrütet. Gestern nun kehrte das Ostzieher-Männchen zurück. Nach heftigen Kämpfen bis in den heutigen Vormittag hinein gelang es ihm bisher nicht, den Konkurrenten zu vertreiben. Die Brut aber wurde zerstört. In den nächsten Tagen muss sich nun zeigen, welches Männchen sind endgültig durchsetzt und ob das Weibchen mit dem Sieger noch mal wieder ein Nachgelege tätigt.

Übrigens: Das gleiche Geschehen kann sich auch noch demnächst im Nest Ummern-West ereignen. Auch dort brütete 2021 zunächst ein neues Westzieher-Paar (er: DEW 7T 786, sie: DEW 7T 801). Auch dort kam das ostziehende unberingte Männchen zurück, vertrieb den Konkurrenten und warf die Eier aus dem Nest. Das Weibchen durfte bleiben, und aus einem Nachgelege wurden zwei Junge flügge. Nun brütet dort schon wieder dasselbe Westzieher-Paar und das bereits seit 10 Tagen. Und die Ostzieher sind im Anflug... .
Sonntag, 3. April 2022
Volkes Meinung muss nicht immer richtig sein
Über die Störche gibt es auch einige weit verbreitete Ansichten, die so nicht stimmen. Eine davon ist: Wie beispielsweise Seeadler, Kolkraben und Graugänse, so sind auch die Störche lebenslang partnertreu. Das ist aber so nicht richtig. Störche sind vielmehr häufig über viele Jahre nesttreu. Wenn sich dann beide Partner immer wieder für dasselbe Nest entscheiden, kann es dazu führen, dass sie über viele Jahre ein Paar sind. Sicher nachzuweisen ist dies, wenn beide Partner beringt sind. Hauptgrund für das Zusammensein ist also nicht die Entscheidung für den Partner, sondern für das Nest. In der Zeit meiner Betreuertätigkeit seit 1988 am längsten zusammen war und ist das Paar DEW 3X 085 und DEH H 3671. Seit 2009 - und auch dieses Jahr wieder - brütet es im Nest in Triangel (GF). Allerdings hatte das Weibchen 2015 einen einmaligen "Aussetzer". Es zog es zum Nest und Nachbarn ins benachbarte Dannenbüttel, kehrte aber im Folgejahr wieder zurück. Im Kreis Celle hält das Paar DEH H 0788 und DEW 1X 389 den Rekord. Es brütete von 2007 bis 2018 auf dem Bäckereischornstein in Hornbostel.

Eine andere weit verbreitete Ansicht ist: Die Jungstörche kehren später dorthin zurück, wo sie aufgewachsen sind. Es stimmt schon, dass die Mehrzahl der Jungen, die bis dahin überlebt haben, sich später in einem Umkreis von 50 km zu ihrem Geburtsnest wieder ansiedeln. Dies kann - und zwar desto eher, je mehr Storchenpaare dort brüten - auch mal in ihrem Geburtsort selbst sein. Ein Beispiel dafür ist das Männchen DEW 9T 610. Es flog 2019 vom Nest Mast 1 im NABU AZ Leiferde aus und brütete 2021 dann auf der Schornsteinabdeckung des Nachbarhauses. Dass Störche dies sogar in ihrem Geburtsnest tun, geschieht allerdings äußerst selten. Mir ist nur ein einziger Fall aus Wahrenberg/Elbe bekannt, wo ein Storchenmännchen in dem Nest brütete, in dem es selbst einmal aus dem Ei schlüpfte. Nachweislich war aber die Störchin dann nicht seine Mutter.

Was allerdings durchaus ab und zu geschehen kann, ist, dass ein erwachsen gewordener Storch später seinem Geburtsnest noch mal einen Besuch abstattet. Dies ereignete sich im Kreis Gifhorn beispielsweise 2018, als der da dreijährige DEW 4T 446 sich für zwei Tage auf "seinem" Nest in Kaiserwinkel aufhielt, dann aber weiter zog (seit 2020 ist er nun Brutstorch in Schönewörde). In diesem Jahr tauchte im Kreis Celle am 16. März DEW 9T 696 auf dem Nest in Bleckmar auf, in dem ich ihn 2019 nestjung beringt hatte (Bildbelege Helmut Baltzer). Nach wenigen Tagen zog er weiter. Übrigens: Auch ein Grund, warum ein Storch so selten im Geburtsnest brütet, ist, dass dieses in seiner Findungsphase ja oft noch von den Eltern besetzt ist.

Freitag, 1. April 2022
Ostzieher werden verspätet zurückerwartet
Bei uns treffen sporadisch weitere Ostzieher ein. Die Masse ist aber noch unterwegs. Anbei eine Übersicht über den aktuellen Aufenthalt der ostziehenden Senderstörche, zusammengestellt und kommentiert von Stefan Kroll in seiner Homepage www.stoerche-doberan.de. Konkrete Angaben zur Ankunft auf den Heimatnestern können aufgrund der Witterungsumstände noch nicht gemacht werden. Es zeichnet sich aber jetzt schon ab, dass die Ostzieher im Schnitt später zurückkehren als in den letzten Jahren.

Die neuesten Daten der Senderstörche stammen überwiegend vom heutigen 31. März. Sie zeigen, dass die Masse der ostziehenden Afrika-Überwinterer, die lange durch kaltes Winterwetter rund um den Bosporus aufgehalten wurden, inzwischen nach Wetterbesserung aufgebrochen ist. Wie schon im letzten Jahr, ist das aber nicht synchron, sondern sehr individuell (bzw. tatsächlich in kleineren und mittelgroßen Gruppen) erfolgt. So meldeten sich die Sender der beiden Loburg-Störche "Nobby" und "HL437" zuletzt bereits aus Südpolen bzw. der Slowakei. Daran anschließend scheinen jetzt viele Ostzieher in Rumänien zu sein, wobei die Karpaten entweder östlich umflogen oder direkt überquert werden. Weitere Senderstörche legen bisher nur sehr kleine Etappen zurück und mindestens zwei verharren noch an ihren Rastplätzen nahe Istanbul. So befindet sich die Schleswig-Holsteinerin "Eva" (Überwinterung in Tansania) aktuell bereits bei Bukarest. Damit hat sie in neun Tagen eine etwa 2.300 Kilometer lange Strecke hinter sich gebracht. Sie und auch die anderen Senderstörche werden nun erneut durch einen Wintereinbruch gestoppt, der dieses Mal mit Kälte und Schneefällen Südpolen und den gesamten Einzugsbereich der Karpaten betreffen wird. Erst ab Anfang kommender Woche ist dort mit Wetterbesserung zu rechnen...
Hans-Jürgen Behrmann
Weißstorchbetreuer für die Landkreise Celle (bis 2019) und Gifhorn



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Hans-Jürgen Behrmann
Weißstorchbetreuer für die Landkreise Celle ( bis 2019) und Gifhorn



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