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Weißstörche in den Kreisen Celle und Gifhorn
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Weißstorch-Jahresbericht 2020 für den Kreis Gifhorn

Trotz mancher Unglücksfälle und Brutabbrüche: Weißstörche weiter im Aufwind
58 Storchennester wurden besetzt – 86 Junge flogen aus

1. Saisonverlauf

  • Weiterer Anstieg bei den Paaren, neue Nisthilfen
  • Rückkehr „vom Sturm beflügelt“ so früh wie noch nie
  • Besetzung vorjähriger Brutnester, Neu- und Wiederansiedlungen
  • Befriedigende Nahrungssituation
  • Brutabbrüche, Todesfälle und schwere Verletzungen
  • Erfreuliches Ergebnis bei den flüggen Jungen - und ein Findelkind
  • Beringungen nur eingeschränkt möglich

Weiterer Anstieg bei den Paaren, neue Nisthilfen

    2020 erhöhte sich die Anzahl der Storchenpaare im Kreis Gifhorn gegenüber dem Vorjahr um weitere drei auf nun 58. Es ist dies der höchste Bestand seit über 80 Jahren. Damit liegt unser Landkreis weiter im Trend der alten Bundesländer, die seit gut zehn Jahren einen wie-der wachsenden Storchenbestand aufweisen. Hauptursache dafür ist das veränderte Zug-verhalten vieler westziehender Störche. Sie fliegen nicht mehr nach Afrika, sondern überwintern bereits in Spanien, Portugal, Frankreich und zunehmend auch in Deutschland. Ihre Rückkehrerquote ist deutlich gestiegen. Außerdem werden nun die geburtenstarken Jahrgänge der letzten Jahre brutreif - und dies mit zuweilen schon zwei und häufig drei Jahren eher als in früheren Zeiten. Zugute kommt den Störchen im Kreis Gifhorn außerdem, dass hier an geeigneten Stellen zahlreiche Nisthilfen bereitgestellt werden - insbesondere auch auf von der LSW gespendeten und eingesetzten Masten.

Rückkehr „vom Sturm beflügelt“ so früh wie noch nie

    Von Jahr zu Jahr kommen die Störche eher zurück. Dies liegt außer vermutlich am Klima-wandel vor allem daran, dass viele bereits in Spanien und etliche sogar bei uns in Deutsch-land überwintern. Da ist der Weg zurück dann auch nicht so weit. 2020 waren erstmals fast ein Viertel aller Störche bereits vor dem 1. März wieder bei uns eingetroffen. Wesentlich dazu mit bei trugen starke Südwest-Strömungen und der milde Winter bei uns. Es handelt sich bei diesen ersten Störchen ausschließlich um Westzieher. Die ersten Ostzieher trafen dann ab Mitte März ein. Sie hatten offensichtlich relativ günstige Überwinterungsbedingungen in Afrika.

Besetzung vorjähriger Brutnester, Neu- und Wiederansiedlungen

    Von den 55 besetzten Nestern des Vorjahres blieben diesmal Isenbüttel, Lagesbüttel-Rotdornallee, Leiferde-Weide rechts, Neudorf-Platendorf-Mooreiche und Radenbeck leer. Nach z.T. auch längerem Leerstand ließen sich aber nun wieder Paare in Bergfeld, Hillerse, Müden-Langenklint und Tülau-Fahrenhorst nieder. Völlige Neuansiedlungen gab es in Böckelse, Klein Schwülper-Süd (Jagdkanzel), Leiferde-Kirche und Leiferde Mast II. Damit er-höhte sich die Gesamtzahl der von Paaren besetzten Nester auf nun 58. Darüber hinaus ließ sich In Lüben ein Einzelstorch nieder, der zuletzt doch noch einen Partner fand.

Befriedigende Nahrungssituation

    Im Vorjahr hatte besonders die große Feldmauspopulation in Norddeutschland zu einem Jungenrekord bei den Störchen beigetragen. In diesem Jahr waren es erheblich weniger dieser zu ihrer Hauptnahrung zählenden Nager. Dennoch gab es keine ausgesprochenen Nahrungsengpässe - und ab Mitte Juni doch sehr große Heuschreckenvorkommen. Zeugen dafür waren auch zahlreiche nun rötliche von den Jungen ausgewürgte Gewölle in den Nestern. Zu schaffen machte manchen jungen Erstbrütern die Trockenheit und damit die eingeschränkte Möglichkeit, Regenwürmer für den Nachwuchs zu finden.

Brutabbrüche, Todesfälle und schwere Verletzungen

    Von den 58 Nestpaaren schritten die Störche in Bergfeld, Böckelse und Leiferde-Kirche nicht zur Brut. Das ist normal und hat seinen Grund meist in einer zu späten Ankunft oder darin, dass zumindest ein Partner noch nicht ganz brutreif ist. Darüber hinaus gab es aber in 15 Nestern einen Brutabbruch- aus ganz verschiedenen Gründen.

    Lange über die Zeit hinaus und letztlich ohne Erfolg wurde gebrütet in Parsau/Ort. Hier könnten unbefruchtete Eier die Ursache gewesen sein. Bei Kämpfen mit Konkurrenten wurden die Eier zerstört in Hillerse, Müden-Langenklint und Zasenbeck, Elterliche Unerfahrenheit in trockenheitsbedingten engen Nahrungssituationen können der Grund sein, warum die bereits geschlüpften Jungen in Barwedel, Klein Schwülper-Süd (Jagdkanzel), Ribbesbüttel und Ummern-West nach wenigen Tagen gestorben sind. Aspergillose, eine gerade bei jüngeren Störchen vorkommende Schimmelpilzerkrankung der Atemwege, war möglicherweise die Ursache für den Tod der Jungen in Müden-Dieckhorst, Hülperode und Vorhop. In Westerholz und Weyhausen-Süd wurden die Jungen von den Eltern mit Gummiringen gefüttert. In Weyhausen-West überlebten die Jungen das schwere Unwetter mit Starkregen am 13. Mai nicht. In Calberlah-Wiesen fiel vorübergehend das Männchen aus.

    Leider gab es auch drei Todesfälle bei den Brutstörchen. Das Männchen in Zasenbeck stürzte beim Kampf in den hohen Schornstein vor Ort. Das Männchen in GF-Lehmweg wurde tot auf einem Acker nahe dem Ilkerbruch gefunden, ein Jembker Elternstorch in einem Gelände nahe der Straße nach Brackstedt. Darüber hinaus lag ein bereits flügger Jungstorch aus Tappenbeck tot unter der Hochspannungsleitung, sowie der einzige in Allerbüttel in einem Garten in Nestnähe. Je ein Jungstorch aus Ausbüttel-Siedlung und Betzhorn hatte eine schwere Beinverletzung, ein Jungstorch aus GF-Lehmweg war blind und wurde eingeschläfert.

Erfreuliches Ergebnis bei den flüggen Jungen – und ein Findelkind

    Letztlich wurden in 40 Nestern 86 Junge flügge. Dies sind 6 mehr als im Vorjahr. Es ist damit das beste Ergebnis nach 1962 (107) und 2018 (90).

    Je ein Junges (8x) war es diesmal in Allerbüttel, Lagesbüttel-Schunterbrücke, GF-Kästorf, GF-Lehmweg, Schönewörde, Triangel, Vollbüttel und Walle. Je 2 Junge (21x) flogen aus in Adenbüttel, Ausbüttel-Siedlung, Betzhorn, Didderse, Ettenbüttel, Gifhorn-Winkel, Hankensbüttel, Hoitlingen, Jembke, Knesebeck, Klein Schwülper Baum, Leiferde-Plack, Leiferde-Schornstein, Neuhaus, Rötgesbüttel, Rothemühle, Tappenbeck, Teichgut, Volkse, Wasbüttel, Wittingen. Je 3 Junge (8x) waren es in Ahnsen, Leiferde Mast I, Leiferde Mast II, Osloß, Rühen, Tülau-Fahrenholz, Wahrenholz, Wesendorf, je vier Junge (3x) in Neudorf-Platendorf 99C, Ummern-Ost und in Dannenbüttel - dort einschließlich eines Findelkindes.

    In Dannenbüttel wuchsen in den ersten 7 Wochen drei Junge heran und wurden auch beringt. Am 14. Juni stand plötzlich in etwa gleichem Alter ein vierter Jungstorch im Nest - unberingt. Er blieb und wurde mit durchgefüttert. Woher und wie dieses Findelkind hierher gekommen ist, bleibt rätselhaft. Nirgends wurde ein Jungstorch vermisst. Im Alter von damals knapp 7 ½ Wochen war er auch noch längst nicht flügge. Somit bleibt als einzige denkbare Erklärung diese: Am 13. Juni gab es in Norddeutschland Unwetter mit Sturmböen und örtlichem Starkregen. Dieser Jungstorch muss von seinem Nest vermutlich irgendwo viel weiter östlich verdriftet worden sein und hat es - wie auch immer - geschafft, im Dannenbütteler Nest zu landen. Mit seinen Stiefgeschwistern ist er dann gut 2 ½ Wochen danach flügge geworden.

Beringungen nur eingeschränkt möglich

    Bisher erfolgte die Beringung der Storchenjungen im Nest vor allem mit Hilfe von Hubsteigern der LSW und der Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehren Gifhorn und Wittingen. Deren Einsätze waren aber in diesem Jahr aufgrund der coronabedingten Einschränkungen nicht bzw. von der Feuerwehr erst ab Pfingsten möglich. Weil für etliche Standorte auch privat Hubsteiger organisiert werden konnten, gelang es dennoch, immerhin 70 Storchenjunge zu beringen.

2. Storchengeschehen vor Ort

Adenbüttel: Beim dritten Mal klappte es

    Zweimal hatten die Störche in dem neuen Nest auf Sandelmanns Hof keinen Bruterfolg. Diesmal jedoch schlüpften zwei Junge und wurden flügge - im Ort erstmals wieder seit über 60 Jahren.

Ahnsen: Auch das Weibchen kam zeitig

    Häufig in den vergangenen Jahren musste das Männchen doch länger auf seine Partnerin warten. Diesmal war das Paar bereits am 25. Februar komplett. Nach 10 Jahren mit maximal 2 flüggen Jungen waren es nun wieder drei.

Allerbüttel: Kämpfe gewonnen, das Junge verloren

    Erst zwei und drei Jahre alt war das neue junge Storchenpaar. Zeitweise wurde das Nest heftig umkämpft. Dennoch schafften es die beiden, von anfangs zwei Jungen eins groß zu ziehen. Kurz vor (oder nach) dem Flüggewerden wurde es dann aber tot in einem Garten unmittelbar in Nestnähe aufgefunden, ohne dass eine Ursache dafür festgestellt werden konnte.

Ausbüttel-Siedlung: Jungstorch mit Handicap

    Von anfangs drei Jungen wurden zwei flügge, Das eine hatte sich allerdings schon im Nest eine Bein-Schiefstellung zugezogen. Es konnte nur auf dem linken Bein stehen. Eine Bergung bzw. ein Einfangen war nicht möglich. Trotz dieser gravierenden Beeinträchtigung trat es die Reise ins Winterquartier an.

Barwedel: Junikäfer reichten nicht

    Nach längerem Hin und Her und manchem Wechsel brütete dann doch noch ein neues, sehr junges Paar. Ein Junges schlüpfte. Die unerfahrenen Eltern gaben sich alle Mühe. Sie fütterten ihren Nachwuchs sogar mit Junikäfern, die massenweise in Nestnähe aus der Erde kamen. Letztlich aber schafften sie es nicht, das Junge groß zu bekommen. Es starb im Alter von 2 ½ Wochen.

Bergfeld: Immerhin wurde das Nest ausgebaut

    Mitte Mai entschloss sich ein junges Paar, in Bergfeld zu bleiben. Für eine Brut reichte es allerdings noch nicht. Nach anfänglichem Ausbau des Nestes waren die beiden dann meist tagsüber unterwegs auf Nahrungssuche und kehrten abends zur Übernachtung zurück.

Betzhorn: Jungstorch mit Beinbruch

    Von anfangs drei Jungen wurden zwei flügge. Schon bald zog sich dann einer der beiden bei einem Ausflug einen Bruch des rechten Unterschenkels zu. Er kehrte aber immer wieder aufs Nest zurück und wurde dort weiter von den Eltern gefüttert. Da er gut bei Kräften war, konnte er nicht eingefangen werden. Wo er letztlich abblieb, ist ungewiss.

Böckelse: Neue Nisthilfe angenommen

    In der Gemarkung werden größere Flächen als Grasacker genutzt. So entstand der Plan, für Störche ein Nestangebot zu machen. Es wurde auf Mast installiert. Als im Mai gemäht wurde, kamen auch Störche. Ein junges Paar blieb längere Zeit. Es zog dann wieder ab, stand einige Male auf dem Molkereischornstein im benachbarten Müden, kehrte aber zwischendurch auch zurück nach Böckelse. Es blieb bis in den August hinein.

Calberlah-Wiesen: Nach 16 Jahren neues Männchen

    Seit 2003 war das aus Ilmensee (B.W.) stammende Männchen Brutvogel im Nest auf den Wiesen. Nun - es wäre 20 Jahre alt- kehrte es nicht mehr zurück. Seinen Platz nahm das vorjährige Männchen aus dem benachbarten Wasbüttel ein. Mindestens zwei Junge schlüpften. Sie überlebten nicht, nachdem das Männchen Anfang Mai für über eine Woche nicht mehr vom Nest flog. Die Ursache ist unklar.

Dannenbüttel: Keiner vermisst das Findelkind

    Nach dem Unwetter mit Sturm und Starkregen am 13. Juni stand außer den drei beringten Jungstörchen ein vierter unberingter im Nest. Er wurde fortan mit durchgefüttert. Woher und wie er hierher gekommen sein mag, bleibt rätselhaft. Flügge wurde er zusammen mit den Stiefgeschwistern gut 2 1/2 Wochen später. Auch auf diesem Nest wurde beobachtet, wie ein Jungstorch Gummiringe fraß.

Didderse: Stabile Verhältnisse mit wieder zwei Jungen

    Zum elften Mal in Folge wurde im Nest auf dem Hof Sunke gebrütet. Wie alle Jahre zuvor waren auch diesmal beide Elternstörche unberingt. Anfangs konnten drei Junge beobachtet werden, zwei von ihnen wurden flügge. Bei dem Storchenpaar ist weiterhin unklar, ob es sich um relativ spät eintreffende Westzieher oder um relativ frühe Ostzieher handelt.

Ettenbüttel: Der Rotmilan musste weichen

    Solange die Störche noch nicht da waren, nutzte ein Rotmilan das Nest auf Mast immer mal wieder als Verzehrplatz für seine Beute Das war nach Eintreffen des Storchenpaares am 8. und 12. April dann nicht mehr möglich. Im Gegensatz zum Vorjahr war, da nun unberingt, zumindest das Weibchen neu. Zwei Junge wuchsen heran und wurden flügge.

Giebel: Nest blieb auch diesmal leer

Gifhorn-Kästorf: „Georg“ musste 54 Tage warten

    So lange hatte das Männchen noch nie warten müssen, bis endlich ein (das?) Weibchen eintraf und blieb. Zwischendurch war „Georg“ für zwei Wochen mit dem Weibchen in Wesendorf liiert gewesen, musste aber nach Rückkehr des dortigen Männchens wieder abziehen. In Kästorf schlüpften dann zwei Junge, von denen eins flügge wurde.

Gifhorn-Lehmweg: Alleinerziehende Mutter und blindes Junges

    Seit die beiden Jungen 17 Tage alt waren, wurde nur noch ein Elternstorch am Nest gesehen. Das Männchen mit dem spanischen Ring fehlte. Es wurde einige Tage danach tot auf einem Acker nahe dem Ilkerbruch gefunden. Die fortan alleinerziehende Mutter schaffte es, die Jungen groß zu bekommen. Das eine wurde eines Tages mit Kopfverletzungen unter dem Nest gefunden. Die Untersuchungen in Leiferde und in der TiHo Hannover ergaben, dass es blind und nahezu taub war. Es musste eingeschläfert werden. Sein Nestgeschwister wurde flügge.

Gifhorn-Winkel: Ideal für junge Erstbrüter

    Zuerst kam das Weibchen. Das Männchen vom Vorjahr hingegen orientierte sich neu nach Wasbüttel. Die nun freie Stelle besetzte ein erneut erst dreijähriges Männchen. Es war der fünfte Wechsel in sechs Jahren. Zuvor war es mehrere Tage solo in Isenbüttel gewesen, entschied sich aber dann für Nest und Weibchen in Winkel. Per Webcam war zu verfolgen, wie von den zunächst geschlüpften drei Jungen zwei flügge wurden.

Glüsingen: Im Vorjahr begonnenes Nest auf der gekappten Eiche blieb leer

Groß Schwülper: Nur kurzzeitige Besuche

Störche suchten das Nest am Schloßgarten wieder nur selten auf. Da aber die Zahl der Brutpaare im Bereich Okeraue-Rieselfelder-Alba Deponie weiter ansteigt, ist auch hier eine Ansiedlung durchaus möglich.

Hahnenhorn: Storchenpaar entschied sich anders

    Längere Zeit pendelte ein noch jüngeres Paar zwischen den beiden 2 km auseinander liegenden Standorten Hahnenhorn und Müden-Langenklint. Dann entschied es sich doch für das Müdener Nest, suchte aber auch weiter um Hahnenhorn herum nach Nahrung. Dem hiesigen Nest stattete dann mal für kurze Zeit ein durchziehender Storch einen Besuch ab.

Hankensbüttel: Paar erstmals schon im März komplett

    In den vergangenen Jahren kam das Männchen als Westzieher immer schon im März, das Weibchen als vermutliche Ostzieherin dann im April. Diesmal war das Paar bereits am 17. März komplett. Möglicherweise hat es ja einen Weibchen-Wechsel gegeben. Der Brutbeginn am 6. April lag dann auch so früh wie nie. Von den anfangs drei Jungen wurden zwei flügge.

Hillerse: Der Nachbar als Störfaktor

    Am 28. April traf ein junges Paar ein. Dem Männchen aus dem benachbarten Volkse gefiel die Nahrungskonkurrenz nicht. Es versuchte das Paar zu vertreiben. Das blieb und begann zu brüten. Aber schon kurz danach gab es einen Abbruch. Die Eier lagen zerstört unter dem Nest. Nachgebrütet wurde nicht.

Hoitlingen: Weibchen fand endlich neue Bleibe

    Ob ihr der ständig umkämpfte Brutplatz Weyhausen-Süd mit Partnerwechsel und Jungentod im letzten Jahr zu stressig geworden war? Jedenfalls begab sich die nun vierjährige Störchin DEW 5T 284 auf die Suche nach einem neuen Brutstandort. Sie wurde gesichtet auf den Nestern in Barwedel, Tappenbeck und Jembke. In Hoitlingen blieb sie dann und zog mit dem dortigen, ebenfalls vierjährigen Männchen zwei Junge groß.

Hülperode: Taube Eier doppelt bebrütet

    Zum dritten Mal in Folge starben die Jungen im Alter von ca. 2 Wochen. Die Ursache ist unklar. Unmittelbar danach wurde sofort wieder und dann noch viele Wochen lang gebrütet, allerdings ohne Erfolg. Dies lässt darauf schließen, dass im Nest noch mindestens ein unbefruchtetes Ei lag, dem sich die Eltern nach dem Verlust der Jungen wieder zugewandt und es nun zum zweiten Mal bebrütet hatten. Ein ähnliches Geschehen wurde in Nienhagen im Kreis Celle per Webcam beobachtet und dokumentiert.

Isenbüttel: Erstmals fand sich kein Brutpaar

    Zunächst kam das Männchen der erfolgreichen Brut vom letzten Jahr zurück, wechselte aber nach einigen Tagen auf das Nest Ilkerbruch-Ost. Dann erschien ein neues, erst dreijähriges Männchen, entschied sich aber nach einigem Hin und Her letztlich für Nest und Weibchen in GF-Winkel. Fortan blieb das Nest am Triftweg leer.

Jembke: Elterntod und Feder-Anomalien

    Als die drei von anfangs fünf Jungen 5 ½ Wochen alt waren, wurde ein Elternstorch tot aufgefunden. Um den fortan allein erziehenden Partner zu entlasten und das Überleben der an-deren beiden zu sichern, wurde eins der Jungen in die Pflegestation nach Leiferde ausgelagert. Ihm mussten mehrere ganz krumm gewachsene Federn entfernt werden, die aber gut nachwuchsen. Die beiden Nestgeschwister in Jembke hatten zunächst Lücken im Federkleid. Letztlich wurden aber alle drei Jungen flügge.

Kaiserwinkel: Bis auf Kurzbesuche blieb das Nest wieder leer

Klein Schwülper-Baum: Jungstörche diesmal ohne Probleme

    Im Vorjahr war eins der vier flüggen Jungen nach einer wahren Odyssee entkräftet in Hildesheim aufgefunden und nach Leiferde gebracht worden. Dort stellte sich heraus, dass es auf einem Auge blind war. Es wird lebenslang Pflegestorch bleiben. In diesem Jahr wurden zwei Junge im Nest auf der gekappten Kastanie flügge, ohne dass Probleme aufgetreten sind.

Klein Schwülper-Süd (Jagdkanzel): Störche legten Jagdkanzel lahm

    Einen ungewöhnlichen Neststandort hatte sich ein junges Storchenpaar in der Okeraue ausgesucht. Es baute sein Nest in 3,5 m Höhe auf dem Flachdach einer transportablen Jagdkanzel. Die musste dann erst mal aus dem Verkehr gezogen werden. Zwei Junge schlüpften. Nach dem Unwetter am 13. Juni lebte keins mehr, möglicherweise waren sie aber auch schon vorher gestorben.

Knesebeck Zwei Junge und zwei nicht ausgebrütete Eier

    Vier Eier muss das Storchenpaar in jedem Fall gelegt haben. Zwei Junge wuchsen heran und wurden flügge. Bei ihrer Beringung wurden im Nest auch zwei Eier gefunden, in dem die Embryos abgestorben waren. Dies kommt zuweilen vor. Eine mögliche Ursache dafür kann sein, dass die Eier beim Brüten zwischenzeitig erkaltet waren. Manchmal reicht aber auch die Lebenskraft einfach nicht aus, um groß zu werden.

Lagesbüttel: Ein Nest besetzt, das andere nicht

    Im Vorjahr hatten die da erst zweijährigen Storcheneltern erfolgreich ein Junges im neuen Nest an der Schunterbrücke großgezogen. Beide kehrten - nach einem kurzfristigen Abstecher zuvor zum Nest an der Rotdornallee - nun wieder hierher zurück. Erneut wurde ein Junges flügge. Beim Beringen wurde darüber hinaus ein taubes Ei im Nest entdeckt.

    Das Nest in der Rotdornallee blieb in diesem Jahr leer. Gelegentlich kamen Besuchsstörche vorbei.

„Storchenkolonie“ Leiferde mit diesmal fünf besetzten Nestern

    Bereits am 9. Februar und damit früher als je zuvor kehrte „Fridolin“ zurück. Er gehört ja inzwischen fast schon zum lebenden Inventar im NABU AZ Leiferde. 9 Tage danach traf auch die nun fünfjährige Partnerin „Mai“ ein. Im Nest auf dem Schornstein brüteten die beiden diesmal fünf Junge aus. Zwei von ihnen wurden flügge.

    Beide Brutstörche vom Nest Mast I kamen am 21. Februar. Da Storchenpaare ja nicht gemeinsam überwintern, geschieht es sehr selten, dass beide Partner dann am selben Tag zurückkommen. Hier war es der Fall. Vier Junge schlüpften, drei von ihnen wurden flügge.

    Mit Mast II war eine neue Nisthilfe errichtet worden, um das vorjährige Paar auf der Weide rechts aus dem Freigehege herauszuholen. Dieses sollte wieder uneingeschränkt den Pfleglingen zur Verfügung stehen. Der Plan gelang. Das Paar zog um. Gab es bei den beiden im vorigen Jahr noch einen Brutabbruch, so zogen sie diesmal drei Junge groß.

    Zweimal hatte das junge Paar auf tauben Eiern gebrütet, zunächst im AZ auf der Weidenhütte, dann im vorigen Jahr im Dorf auf der gekappten Eiche Plack. Dort starteten die beiden nun ihren dritten Versuch - und diesmal klappte es. Zwei Junge wuchsen heran und wurden flügge. Damit hat sich der Verdacht nicht bestätigt, einer der beiden Partner könnte unfruchtbar sein.

    Und dann ist da noch das Nest auf dem Kreuz der Kirche. Im Vorjahr hatte das Paar Weide rechts nach dem Brutabbruch begonnen, dort oben ein Zweitnest zu bauen. Erstaunlicherweise schafften sie es, schon mal eine ordentliche Grundlage herzustellen. Die wurde in diesem Jahr nun von einem ganz jungen Paar weiter ausgebaut. Zu einer Brut kam es noch nicht, weil zumindest einer der beiden erst zwei Jahre alten Störche noch nicht brutreif war.

Lüben: Später Partner für Einzelstorch

    Nach sechs Jahren ohne Störche kam nun am 5. April ein Einzelstorch - und blieb, einen Partner fand er lange nicht. Erst gegen Ende der Brutsaison gesellte sich ein zweiter Altstorch hinzu. Ob die beiden dann im nächsten Jahr als Paar zurückkehren?

Müden-Dieckhorst: Brutabbruch in den Okerwiesen

    Nach dem erstmaligen Bruterfolg im letzten Jahr war die Hoffnung groß, dass es auch diesmal Storchennachwuchs geben würde. Anfangs klappte es. Bereits am 7. April war das Paar komplett. Am 20. Mai wurden erstmals Fütterungen von Jungen beobachtet. Doch wenige Tage danach flogen beide Eltern vom Nest- ein sicheres Zeichen, dass die Jungen nicht mehr lebten. Möglicherweise sind sie an Aspergillose, einer Schimmelpilzerkrankung der Atemwege, gestorben. Dies ist die wohl häufigste Ursache für den Tod von Jungstörchen.

Müden-Langenklint: Brutabbruch nach Kämpfen um das Nest

Neudorf-Platendorf: Ein Paar war erfolgreich

    In diesem Jahr flogen nur in drei Nestern im Kreis Gifhorn jeweils vier Junge aus. Eins davon war das seit 2014 besetzte Nest im Hirschgehege an der Dorfstraße 99C. Dort hatte es in den Vorjahren meist ein oder zwei und einmal drei flügge Junge gegeben. Dass es diesmal sogar vier waren, ist schon erstaunlich. Offensichtlich fanden die Storcheneltern in den Isewiesen mehr Nahrung als sonst.

    Auf dem Nest Mooreiche hielt sich für längere Zeit lediglich ein Einzelstorch auf.

Neuhaus: Erstmals eine erfolgreiche Brut

    Im Vorjahr war dem Storchenpaar noch kein Bruterfolg beschieden. Diesmal - mit zumindest neuem Männchen - klappte es. Erstmals überhaupt in Neuhaus wuchsen zwei Storchenjunge heran und wurden dann - als letzte im Kreis Gifhorn - auch beide flügge. Bei ihrer Beringung lagen in im Nest viele rötliche Gewölle - ein Zeichen dafür, dass die Eltern in dieser Zeit ihre Jungen vor allem mit in den Wiesen reichlich vorhandenen Heuschrecken fütterten. Übrigens: das vorjährige Männchen war nach Ummern abgewandert. Mit der dortigen Störchin zog es vier Junge auf!

Osloß: Bruterfolg bei relativ wenigen Kämpfen

    Das langjährige Männchen kam nicht wieder zurück. Sein dreijähriger Nachfolger stammt aus Triangel. Zusammen mit seiner Partnerin zog er drei Junge groß. Auffällig war, dass es nach den wilden Kämpfen von etlichen noch nicht ganz brutreifen Störchen im Ort im Vorjahr diesmal weitgehend ruhig blieb. Offensichtlich haben, nun um ein Jahr älter, die meisten von ihnen irgendwo anders eine Bleibe gefunden.

Parsau/Ort: Abbruch nach erfolglosem Brüten

    Wenn ein Storchenpaar über die normalerweise 32 Tage hinaus fast die doppelte Zeit auf den Eiern sitzt, ist kein Bruterfolg mehr zu erwarten. Entweder sind die Eier nicht befruchtet oder die Embryos in den Eiern abgestorben. Die Altstörche merken offensichtlich nicht, dass kein Leben in den Eiern ist. Erst wenn der Bruttrieb schließlich nachlässt, hören sie mit dem Brüten auf und fliegen dann auch wieder beide vom Nest – so wie in diesem Jahr in Parsau-Ort.

Radenbeck: Das Nest blieb leer

    Zunächst kam wie in den Vorjahren bereits am 11.02. ein Einzelstorch, der dann wieder verschwand. Kurzfristig siedelte sich ein junges Paar an. Das wurde dann vom letztjährigen Weibchen vertrieben. Nachdem sich aber kein Partner einstellte, zog dieses weiter. Fortan blieb das Nest leer- erstmals seit der Wiederbesiedlung vor sieben Jahren.

Ribbesbüttel: Junges Paar war überfordert

    Das Männchen vom Vorjahr kam nicht wieder, das Weibchen zog ins benachbarte Vollbüttel. So siedelte sich ein neues junges Paar an, beide erst zwei Jahre alt. Nach längerer Zeit wurde doch noch mit der Brut begonnen. Am 3. Juni schlüpften Junge, starben aber nach wenigen Tagen. Offensichtlich konnten die brutunerfahrenen Eltern bei der langen Trockenheit nicht genügend Regenwürmer, die Hauptnahrung für die Jungen in den ersten Wochen, finden. Während das in Vorsfelde geschlüpfte Männchen dann in der Region blieb, zog das aus Bayern stammende Weibchen weiter.

Rötgesbüttel: Bruterfolg zum 10. Mal in Folge

    2011 hatte nach 40 Jahren Pause erstmals wieder ein Storchenpaar in Rötgesbüttel erfolgreich gebrütet. Seitdem wurden in jedem Jahr - im Schnitt zwei - Junge im Nest auf Reinecken Hof groß gezogen. Auch diesmal wurden wieder zwei Junge flügge. Darüber freuten sich erneut zahlreiche Beobachter im Ort, die mit großer Anteilnahme das Brutgeschehen verfolgten.

Rothemühle: Jungenrekord weiter ausgebaut

    Das Männchen kam bereits am 30. Januar, das Weibchen zehn Tage danach. Die beiden waren damit im Kreis Gifhorn erneut das erste Paar, das nach der Rückkehr aus dem Winterquartier wieder vereint war. Ende April wurden zunächst drei Junge gesichtet, von denen dann die beiden kräftigsten flügge wurden. Damit hat die nun 14 Jahre alte Störchin ab 2008 In Klein Schwülper und seit 2015 nun hier im benachbarten Rothemühle insgesamt 37 Junge groß gezogen. Damit liegt sie mit großem Vorsprung an der Spitze aller beringten Störchin-nen im Kreis Gifhorn.

Rühen: Weiter stabilster Brutstandort am Westdrömling

    Im Ostdrömling wächst die Zahl der Storchenpaare. Im Westen hingegen bleiben die Nester leer oder sind nur unregelmäßig besetzt. Die einzige Ausnahme ist Rühen. Seit der Wiederbesiedlung im Jahr 2014 werden hier regelmäßig zwei bzw. drei Junge flügge. In diesem Jahr waren es erneut drei. Beringt werden konnten sie leider nicht, da coronabedingt kein Hubsteiger zur Verfügung stand.

Schönewörde: Nach 24 Jahren wieder Storchennachwuchs

    1996 hatten zuletzt Störche im Ort erfolgreich gebrütet - damals auf dem Dach bei Hansen. In den vergangen Jahren kamen lediglich Besuchsstörche auf das nun neue Nest auf Mast Im Winkel. Zur Brut reichte es allerdings nicht. Diesmal aber kam das Paar, das schon im letzten Jahr länger als vier Wochen hier gewesen war. Am 20 April war Brutbeginn. Nach 32 Tagen schlüpften drei Junge. Bei da schon langer Trockenheit starb eins bald und ein zweites wenig später. Das dritte aber wuchs unter großer Anteilnahme der Dorfbewohner heran und wurde flügge. Somit hatten sich doch alle Mühen um eine Wiederansiedlung gelohnt.

Tappenbeck: Nest auch im zweiten Jahr besetzt

    Alle Storchenfreunde im Ort hofften, dass die letztjährige Brut kein einmaliges Ereignis sein würde. Und in der Tat: Das erfolgreiche Elternpaar des letzten Jahres kam wieder. Ab dem 1. April wurde gebrütet. Drei Junge schlüpften. Wie im Vorjahr wurden dann zwei von ihnen flügge. Einige Tage danach wurde der eine Jungstorch in der Nähe der Hochspannungsleitung tot aufgefunden. Aufgrund der Brut nun auch im zweiten Jahr besteht gute Aussicht, dass der Neststandort Tappenbeck auch in Zukunft angenommen wird.

Teichgut: Bisher früheste Ankunft des Männchens

    Nach seiner erfolgreichen Brut erstmals nun auch in Teichgut kehrte das ostziehende Männchen in diesem Jahr so früh wie noch nie aus dem Winterquartier zurück. Bereits am 18. März kam es in seinem Nest am Küsterberg an. Damit ersparte es sich in vielen Jahren zuvor erfolgte Kämpfe mit bereits vor ihm eingetroffenen Konkurrenten. Am 4. April war das Paar komplett. Dabei ist unklar, ob es das - dann ja doch nicht verunglückte - Weibchen vom Vorjahr oder eine neue Partnerin war. Die beiden brüteten vier Eier aus. Zwei Junge wurden flügge.

Triangel: Diesmal nur ein Junges

    Bereits am 18. Februar war das Paar komplett, das in dieser Zusammensetzung nun schon seit 2009 hier brütet. Am 23. April begannen die Eltern zu füttern. Es konnte allerdings nie mehr als ein Junges beobachtet werde. Unklar bleibt, ob nicht mehr geschlüpft oder ob weitere Junge in den ersten Tagen gestorben sind. Als Einzelkind hinreichend mit Nahrung versorgt wurde das Junge dann auch problemlos flügge.

Tülau-Fahrenhorst: Riesenüberraschung mit gleich drei Jungen

    58 Storchenpaare ließen sich in diesem Jahr im Kreis Gifhorn nieder. Wohl in kaum einem anderen Ort kam dies so unvermutet wie in Tülau-Fahrenhorst. Hier hatten zuletzt 1974 Störche erfolgreich gebrütet. Seither waren auch auf die mittlerweile errichtete Nisthilfe auf Mast nur gelegentlich Besuchsstörche geflogen. Diesmal kam ein erster Storch am 7., ein zweiter am 9. April. Ab dem 20. April wurde gebrütet. Drei Junge schlüpften - und alle drei wurden flügge. Das Brutgeschehen nach so langer Zeit wurde im Dorf natürlich mit großer Anteilnahme verfolgt.

Ummern: Ein Paar mit Jungenrekord, eins ohne Bruterfolg

    Im Nest Ummern-Ost gab es einen Partnerwechsel. Neu war das vierjährige Männchen. Im Vorjahr hatte es noch ohne Erfolg in Neuhaus gebrütet. Bei seinem zweiten Versuch aber nun in Ummern gelang es ihm, zusammen mit dem Weibchen gleich vier Junge groß zu ziehen. Alle vier wurden flügge. Damit sind die Eltern in diesem Jahr eins von lediglich drei Paaren im Kreis Gifhorn mit einer Viererbrut.

    Auch im Nest Ummern-West wurde gebrütet. Aber schon bald fiel auf, dass sich der eine wohl noch sehr junge Partner nur wenig daran beteiligte. Das blieb dann auch so, als am 19. Mai ein Junges schlüpfte. Zwei Wochen danach wurde es tot aus dem Nest geworfen – und es wurde nun wieder bzw. weiter gebrütet. Offensichtlich hatte noch ein unbefruchtetes Ei im Nest gelegen. Der erneute Versuch blieb ohne Erfolg. Erst als der Bruttrieb nachließ, flogen dann auch mal wieder beide Eltern vom Nest.

Volkse: Dritter Bruterfolg nacheinander

    Nach so vielen Jahren ohne Storchennachwuchs wurde nun in Volkse zum dritten Mal in Folge erfolgreich gebrütet. Das Elternpaar war immer dasselbe. Mindestens drei Junge schlüpften. Eins wurde dann beim Beringen tot im Nest gefunden, die anderen beiden wurden flügge. Das Volkser Männchen erschien bis in den Mai hinein immer wieder im benachbarten Hillerse, um ein junges Paar von dort als Nahrungskonkurrenten zu vertreiben. Dabei wurde dessen Brut zerstört.

Vollbüttel: Männchen musste lange warten

    Zum zehnten Mal in Folge brütete das Männchen DER A 8118 im Nest an der Kläranlage. Bei den Weibchen war es in dieser Zeit nun schon das vierte. Längere Zeit schien es sogar so, als würde das Männchen diesmal allein bleiben. Dann fand sich 45 Tage nach seiner Ankunft doch noch eine Partnerin. Es war DEH HN 159, die vorjährige Störchin aus dem benachbarten Ribbesbüttel. Sie stammt aus Sachsen-Anhalt und ist Ostzieherin, er als Westzieher aus Rheinland-Pfalz. Von zunächst zwei gemeinsamen Jungen wurde eins flügge.

Vorhop: Plötzlicher Jungentod

    Drei Junge wuchsen heran. Sie wurden aber nur drei Wochen alt. Dann starben sie innerhalb von nur zwei Tagen. Bei einem so schnellen Tod der gesamten Brut ist der Grund dafür meistens Aspergillose, eine Schimmelpilzerkrankung der Atemwege. Sie führt in kürzester Zeit zu einer Lungenentzündung und zum Tod. Übrigens: Diesmal versuchte das Vorhoper Paar nicht, eine Storchenneuansiedlung im benachbarten Schönewörde zu verhindern. Die klappte ja dann dort.

Wagenhoff: Nachbarschaftlicher Erholungsurlaub?

    Erst Mitte August blieben für mehrere Tage zwei unberingte Störche. Vermutlich handelte es sich dabei um das Elternpaar aus Neudorf-Platendorf. Die nutzen die nun freien Tage nach dem Abflug ihrer vier Jungen auch zu Ausflügen in die Nachbarschaft.

Wahrenholz: Frühe Rückkehr, zeitige Brut

    Die beiden Störche kamen am 9. und 10. Februar aus dem Winterquartier zurück. Damit war das Paar so früh wie noch nie komplett. Beide Altstörche sind seit Jahren unberingt. So legt sich die Vermutung nahe, dass es sich stets um dasselbe Paar handelt. Es begann dann auch relativ bald bereits am 18. März mit der Brut. Drei Junge wuchsen heran und wurden flügge.

Walle: Jungstorch mit Frühstart

    Bereits am 1. April war das wohl noch sehr junge Paar auf dem neuen Nest am Kindergarten im Spargelweg komplett. Ab dem 19. April wurde dann gebrütet. Drei Junge schlüpften. Eins starb relativ bald, ein zweites, im Wachstum doch sehr zurückgeblieben, kurz nach der Beringung am 23. Juni. Das dritte Junge aber wurde flügge. Bei seinem ersten Abflug vom Nest hat es sich dann aber überschätzt. Es landete auf einem Grundstück an der Schunterstraße. Da es nicht in der Lage war, von dort wieder abzufliegen und aufs Nest zurückzukehren, wurde es geborgen und nach Leiferde gebracht. Hier ist es dann später mit anderen Jungstörchen abgezogen. Übrigens: dies war der erste Storchennachwuchs in Walle nach wohl über 80 Jahren.

Wasbüttel: Männchen suchte was Besseres

    Das vorjährige Männchen wechselte auf das Nest in Calberlah-Wiesen über. Dessen Männchen war nicht wiedergekommen. Den nun freien Platz in Wasbüttel übernahm das Männchen aus Gifhorn-Winkel. Auch in dieser neuen Zusammensetzung war das Paar erfolgreich. Zwei Junge wuchsen heran und wurden flügge.

Wesendorf: Eltern in der Erfolgsspur zurück

    Im letzten Jahr schlüpften trotz langen Brütens keine Jungen, ohne dass ein Grund dafür gefunden werden konnte. Diesmal war das Weibchen bis zur Rückkehr ihres Partners zwei Wochen lang mit dem Männchen aus Gifhorn-Kästorf verpaart. Dann verlief das Brutgeschehen in geordneten Bahnen. Bereits ab dem 15. April und damit als erste überhaupt im Kreis Gifhorn schlüpften fünf Junge. Drei wurden flügge. Damit nimmt das Nest in Wesendorf, was die Jungenproduktivität in den letzten zehn Jahren anbelangt, im Kreis Gifhorn mit insgesamt 27 ausgeflogenen Jungen weiter den Spitzenplatz ein.

Westerholz: Erneut Probleme - diesmal durch Gummiringe

    Problemlos war das Brutgeschehen in Westerholz in den letzten Jahren selten. Es gab heftige Storchenkämpfe mit Verlust der Eier und Brutabbrüche. Zweimal wurde ein Jungstorch aus der Güllegrube gerettet. Im letzten Jahr kamen alle drei Jungstörche nach Leiferde, weil ihr Gefieder nicht voll ausgebildet war. Diesmal blieb es längere Zeit ruhig. Drei Junge wuchsen heran. Dann starb das erste der drei Jungen. Beide Nestgeschwister konnten noch gerade rechtzeitig nach Leiferde gebracht werden. Sie waren von den Eltern mit Gummiringen gefüttert worden. Dort wurden sie gesund gepflegt und flogen aus.

Weyhausen: Tod durch Gummiringe und Starkregen

    Im Nest Weyhausen-Süd/Hohe Horst brütete ein neues Paar. Zwei Junge wuchsen heran. Gut zwei Wochen vor dem Flüggewerden lag das eine schon halb aufgefressen unter dem Nest. Ausgewürgte Gewölle zeigten, dass es zuvor mit Gummiringen gefüttert worden war. Sein Nestgeschwister wurde lebend unter dem Nest gefunden. Nach seiner Einlieferung in Leiferde zeigte sich, dass es ebenfalls Gummiringe gefressen hatte. Es konnte dann wieder stabilisiert werden.

    Im Nest Weyhausen-West brütete ein neues Weibchen. Zusammen mit dem vorjährigen Männchen zog es zwei Junge groß - bis zum 13. Juni. Dann gab es ein heftiges Unwetter mit wahren Regensturzfluten gerade auch im Weyhäuser Raum. Im Anschluss daran lebte keins der beiden Jungen mehr.

Wittingen: Brutstandort stabilisiert sich

    Nach zuvor drei Jahren ohne Bruterfolg gelang es dem Storchenpaar nun zum dritten Mal in Folge, Junge groß zu ziehen. In dem Nest auf Mast wuchsen diesmal zwei Junge heran. Beide wurden flügge. Die in den Vorjahren gemeldeten Attacken eines Brutstorches auf sein Spiegelbild in Fenstern und Türen blieben in diesem Jahr aus.

Zasenbeck: Todessturz und Brutabbrüche

    Beim Versuch, einen Konkurrenten zu vertreiben, verstarb das Männchen nach einem Sturz in den 26 m hohen Schornstein. Der Angreifer nahm die nun freie Stelle neben der Störchin ein. Die bereits angefangene Brut wurde zerstört. Mit dem neuen Partner gab es dann eine zweite Brut. Die war aber nicht konfliktfrei. Nach zehn Tagen lagen auch diese Eier unter dem Nest. Damit war auch diese Brut abgebrochen. Das Paar blieb aber weiterhin zusammen.

3. Flügge Storchenjunge im Kreis Gifhorn in den letzten zehn Jahren

    (- = nicht besetzt, 0 = Paar ohne Bruterfolg)

Ort

2011

2012

2013

2014

2015

2016

2017

2018

2019

2020

Ʃ

Adenbüttel

 

 

 

 

 

 

 

0

0

2

2

Ahnsen

0

2

0

1

2

0

1

2

2

3

13

Allerbüttel

 

 

 

 

 

 

 

0

1

1

2

Ausbüttel/Siedlung

3

3

2

2

1

3

1

3

1

2

21

Barwedel

 

 

 

 

 

0

-

2

2

0

4

Bergfeld

-

0

0

0

2

0

0

-

-

0

 2

Betzhorn-Hildebrandt

0

-

0

2

2

3

3

1

4

2

17

Böckelse

 

 

 

 

 

 

 

 

 

0

0

Calberlah/Wiesen

3

3

0

0

3

4

3

3

0

0

19

Dannenbüttel

0

1

4

2

0

1

2

3

1

4

18

Didderse

1

2

4

1

1

0

1

2

2

2

16

Ettenbüttel

-

2

3

0

0

0

0

1

3

2

11

Forsthaus Giebel

4

2

2

3

3

-

0

-

-

-

14

Gifhorn-Kästorf

0

1

2

2

2

4

4

4

1

1

21

Gifhorn-Lehmweg

 

 

 

 

 

 

1

0

3

1

5

Gifhorn-Winkel

 

 

 

 

0

2

0

1

1

2

6

Groß Schwülper

 

 

 

 

 

 

 

0

-

-

0

Hahnenhorn

 

 

-

-

3

0

-

-

-

-

3

Hankenbüttel

2

1

1

2

1

2

4

2

2

2

19

Hillerse

 

0

2

0

-

-

-

-

-

0

2

Hoitlingen

1

3

2

2

2

2

1

3

2

2

20

Hülperode

 

2

3

4

4

3

4

0

0

0

20

Isenbüttel

-

-

-

2

0

0

3

0

3

0

8

Jembke

-

3

0

0

-

3

1

2

3

2

14

Kaiserwinkel

-

0

2

0

2

2

0

0

-

-

6

Klein Schwülper Dralle

3

3

2

4

0

-

-

-

-

-

12

Klein Schwülper Baum

 

 

 

 

 

 

2

2

4

2

10

Klein Schwülper Jagdkanzel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

0

0

Knesebeck

-

2

0

2

1

2

3

4

1

2

17

Lagesbüttel- Rotdornallee

 

 

 

 

 

 

 

3

0

-

3

Lagesbüttel- Schunterbrücke

 

 

 

 

 

 

 

 

1

1

2

Leiferde/Weide li

 

-

4

2

2

3

2

1

-

-

14

Leiferde/Weide re

 

 

 

 

 

 

 

1

0

-

1

Leiferde/Weidenh.

 

 

 

 

 

 

 

0

-

-

0

Leiferde/Mast 1

-

0

3

2

2

2

3

3

2

3

20

Leiferde/Mast 2

 

 

 

 

 

 

 

 

 

3

3

Leiferde/Schornst.

2

2

1

1

3

2

2

1

1

2

17

Leiferde/Dorf

 

 

 

 

 

 

0

0

0

2

2

Leiferde/Kreuz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

0

0

Lüben

3

3

3

2

-

-

-

-

-

-

11

Müden-Dieckhorst

-

-

-

-

-

-

-

-

3

0

3

Müden-Langenklint

 

 

 

 

 

 

 

0

-

0

0

Neud.-Platendorf 99C

-

0

-

2

1

1

1

1

3

4

13

Neud.-Platendorf Mooreiche

 

 

 

 

 

 

 

0

0

-

0

Neuhaus

 

 

 

 

 

 

 

 

 

2

2

Osloß

1

2

-

3

0

2

2

4

0

3

17

Parsau/Ort

2

0

0

0

0

-

0

1

2

0

5

Parsau/Wiesen

3

4

-

-

-

-

-

-

-

-

7

Radenbeck

 

-

3

1

1

1

0

2

0

-

8

Ribbesbüttel

 

 

 

 

 

 

 

 

0

0

0

Rötgesbüttel

2

1

2

2

2

2

2

1

3

2

19

Rothemühle

 

 

 

0

4

2

2

4

4

2

18

Rühen

-

0

-

0

2

2

3

3

2

3

15

Schönewörde

 

 

 

 

 

 

 

 

0

1

1

Tappenbeck

 

 

 

 

 

 

 

 

2

2

4

Teichgut

 

 

 

 

 

 

0

-

3

2

5

Triangel

2

4

1

0

0

3

3

4

0

1

18

Tülau/Fahrenhorst

 

 

 

 

 

 

 

 

 

3

3

Ummern/Ost

0

2

2

1

2

3

2

2

3

2

21

Ummern/West

 

 

 

 

 

 

3

0

0

0

3

Volkse

-

-

-

1

0

0

0

3

3

2

9

Vollbüttel

1

2

1

2

3

2

1

1

2

1

16

Vorhop

 

0

2

2

1

0

0

1

2

0

8

Wagenhoff

-

-

0

2

0

0

-

-

-

-

2

Wahrenholz

2

3

2

0

2

1

2

4

3

3

22

Walle-Spargelweg

 

 

 

 

 

 

 

 

0

1

1

Wasbüttel

3

2

2

1

0

-

2

0

2

2

14

Wesendorf

3

4

0

3

3

3

4

4

0

3

27

Westerholz

2

3

3

3

1

0

0

3

2

0

17

Weyhausen/Süd

 

 

2

1

3

0

3

2

0

0

11

Weyhausen/West

1

0

1

3

2

3

0

2

0

0

12

Wittingen

-

-

-

2

0

0

0

2

1

2

7

Zasenbeck

 

 

 

 

 

 

 

2

0

0

2

Summe

44

62

61

65

63

63

71

90

80

86

685

Die produktivsten Standorte der letzten zehn Jahre sind Wesendorf mit 27, Wahrenholz mit 22, Ausbüttel-Siedlung, GF-Kästorf und Ummern-Ost mit 21 flüggen Jungen.

4. Gesamt-Weißstorchstatistik für den Kreis Gifhorn

Jahr

1934

1960

1967

1971

1990

1998

2000

2005

2007

2008

2009

2010

2011

2012

2013

2014

2015

2016

2017

2018

2019

2020

Paare

47

40

26

21

19

22

22

18

20

23

24

26

27

35

36

44

42

39

42

52

55

58

Flügge
Junge

116

31

35

63

32

58

49

21

44

41

31

53

44

62

61

65

63

63

71

90

80

86


GF2020-Diagramm

5. Ausblick und Dank

    Vieles spricht dafür, dass der Weißstorchbestand auch in den nächsten Jahren zunehmen wird. Darum bleibt es unsere Aufgabe, dafür zu sorgen, dass die Störche genügend geeignete Nahrungsflächen, Biotope und Nistmöglichkeiten für sich und ihren Nachwuchs vorfinden.

    Herzlich gedankt sei Doris Kina für die Pflege meiner Homepage, meinem Stellvertreter Friedrich Börner für die Datenbearbeitung, ihm und Rita Lunde für die Mitbetreuung, Georg Fiedler, dem Landkreis Gifhorn und seinem Umweltamt, dem NABU-Artenschutzzentrum Leiferde, dem NABU Meinersen und der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Barnbruch für die gute Zusammenarbeit, Gerd Blanke als Pressestelle, Gerhard Braemer, Vera Jortzick, Thomas Brandes und Karsten van Heukelum für die Ringablesungen, dem heimischen Energieanbieter LSW für die Bereitstellung von Nestmasten, den Freiwilligen Feuerwehren Gifhorn und Wittingen für Hilfeleistungen im Nestbereich, sowie den Weißstorch-Herbergseltern und allen weiteren Beobachtern vor Ort.

Lachendorf, den 27. August 2020
Hans Jürgen Behrmann

 

 

 

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