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Weißstörche in den Kreisen Celle und Gifhorn
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Aktuelles im 3. Quartal 2019

Zahl der Storchenpaare ist weiter gestiegen

Stichtag für die Storchenzählung ist der 17. Mai. Paare, die danach kommen und mindestens fünf Tage bleiben, zählen als Besuchsstörche. Die Paare, die bis zum 17. Mai eingetroffen sind, müssen mindestens vier Wochen Nestbindung haben, um als Nestpaare gezählt zu werden. Dies Kriterium haben jetzt auch die zuletzt eingetroffenen Paare in CE (Altencelle-Burg und Stedden) und GF (Ribbesbüttel, Schönewörde und Walle) erfüllt. Somit steht nun die Zahl der Storchenpaare im Jahr 2019 fest. Im Kreis Celle sind es 22 Nestpaare und damit 16% mehr als im Vorjahr (19). Im Kreis Gifhorn sind es 55 Nestpaare und damit 6% mehr als im Vorjahr (52). Der Aufwärtstrend der letzten Jahre hat sich somit weiter fortgesetzt.

Besetzte Nester 2019

(-) Paar ohne Bruterfolg ; (1ff ) aktuelle Jungenzahl ab Beringung

Kreis Celle: Ahnsbeck (3), Altencelle (3), Altencelle-Burg (-), Bannetze (3), Bleckmar (2), Bockelskamp (2), Celle Stadt (2), Großmoor (-), Hambühren, Hohne (3), Hornbostel (1), Jeversen (2), Langlingen-Mylius (3), Langlingen-Schleuse (2), Meißendorf-Breliendamm (2), Nienhagen (3+1 Leiferde), Oldau (-), Stedden (-), Wienhausen (4), Winsen Jann Hinsch Hof (-), Winsen Kleinschmidt (2), Wolthausen (2)
=39 Junge

Kreis Gifhorn: Ahnsen (2), Adenbüttel (-), Allerbütte (1)l, Ausbüttel-Siedlung (1), Barwedel (2), Betzhorn (4) Calberlah/Wiesen(-), Dannenbüttel (1), Didderse (2), Ettenbüttel (3), GF-Kästorf (1), GF-Lehmweg (3) , GF-Winkel (1), Hankensbüttel (2), Hoitlingen (2), Hülperode (-), Isenbüttel (3), Jembke (3), Klein Schwülper (4), Knesebeck (1), Lagesbüttel-Rotdornallee (-), Lagesbüttel-Schunterbrücke (1), Leiferde-Mast (2), Leiferde-Schornstein (1), Leiferde-Ort (-), Leiferde-Weide rechts (-), Müden-Dieckhorst (3), Neudorf-Platendorf 99C (3), Neudorf-Platendorf-Mooreiche (-), Neuhaus (-), Osloß (-), Parsau-Ort (2), Radenbeck (-), Ribbesbüttel (-), Rötgesbüttel (3), Rothemühle (4), Rühen (2), Schönewörde (-), Tappenbeck (2), Teichgut (3), Triangel (-), Ummern-Ost (3), Ummern-West (-), Volkse (3), Vollbüttel (2), Vorhop (2), Wahrenholz (3), Walle (-), Wasbüttel (2), Wesendorf (-), Westerholz (2), Weyhausen-Süd/Hohe Horst (1 Leiferde), Weyhausen-West (-), Wittingen (1), Zasenbeck (-)
= 81 Junge

Storchenkolonien im Osten
Sonntag, 14. Juli 2019

Die Elberegion zwischen Werben und Wittenberge (Luftlinie 25 km) ist das Gebiet mit der höchsten Storchendichte in Mitteleuropa. Hier liegen auch die Storchendörfer Werben, Rühstädt und Wahrenberg. Am bekanntesten von ihnen ist Rühstädt. Hier stieg die Zahl der Storchenpaare von 7 um 1970 herum bis auf maximal 44 (1996) an. In den letzten Jahren waren es jeweils zwischen 30 und 35. In diesem Jahr sind es nur noch 25, von denen 16 Bruterfolg haben und 41 Junge groß ziehen (Info Storchenclub Rühstädt). Ebenfalls rückläufig ist der Storchenbestand in Werben. Hier siedelten sich nun nur noch 12 Paare an. 10 sind erfolgreich mit derzeit 16 Jungen (Info Michael Tillmann). Im Vorjahr waren es noch 16 Paare mit 24 flüggen Jungen.

In der vergangenen Woche waren Friedrich Börner und ich wieder zu unserer alljährlichen Weißstorch-Bestandserfassung in Wahrenberg/Elbe (bei Wittenberge). Ergebnis: Die von uns schon im Mai festgestellten 19 (Vorjahr 19) Paare sind weiterhin da, 16 (13) mit Bruterfolg. Derzeit befinden sich 31 (25) Junge in den Nestern. Somit ist Wahrenberg das einzige der drei Storchendörfer, das seinen Bestand in den letzten Jahren gehalten hat. Bis auf wenige Ausnahmen handelt es sich bei den Paaren in der Region um Ostzieher. Deren Bestand ist in den meisten neuen Bundesländern - insbesondere in Mecklenburg Vorpommern - rückläufig. Im Gegensatz dazu hat sich der Bestand in den alten Bundesländern mit überwiegend Westziehern in den letzen zehn Jahren nahezu verdreifacht. Hauptursache dafür ist das veränderte Zugverhalten mit Überwinterungen bereits in Spanien und Frankreich.

Beringungen abgeschlossen
Samstag, 13. Juli 2019

Am gestrigen Freitag habe ich als letzte in diesem Jahr die beiden Jungen des Nachgeleges in Parsau/Ort beringt. Damit erhöht sich die Zahl der diesmal in den Kreisen Celle und Gifhorn beringten Storchenjungen auf 118. So viele in einem Jahr waren es noch nie seit Beginn meiner Beringertätigkeit 2004. 39 davon waren es nun im Kreis Celle - an 14 Neststandorten mit Hilfe der Drehleiter der FFW Celle, in Nienhagen mit der der FFW Wathlingen und in Bleckmar mit einem privaten Hubsteiger.

Von den derzeit 81 Jungen im Kreis Gifhorn konnte der Storchennachwuchs in Hankensbüttel wegen Nichterreichbarkeit des Nestes und in Rötgesbüttel wegen des schon zu weit fortgeschrittenen Alters nicht beringt werden. Haupthilfen bei der Beringung waren mit ihren Hubsteigern die LSW Gifhorn und LSW Wittingen, sowie mit der Drehleiter die FFW Gifhorn. In Knesebeck kam die FFW Wittingen zu Hilfe, in Parsau, Wasbüttel und Weyhausen-Süd/Hohe Horst standen private Hubsteiger zur Verfügung. Alle Hilfeleistungen erfolgten unentgeltlich. Ohne sie wären die Beringungen so nicht möglich gewesen. Dafür möchte ich auch an dieser Stelle herzlich danken.

Je mehr Futter, desto früher flügge
Donnerstag, 11. Juli 2019

In diesem Storchenjahr ist die Verfügbarkeit an Futter für den Storchennachwuchs iinsbesondere aufgrund starker Mäusevorkommen sehr gut. Dies erschließt sich nicht nur aus den Beobachtungen, daß häufig noch ein Elternstorch auch bei fortgeschrittenem Alter der Jungen mit auf dem Nest oder dem Dach nebenan steht. Es reicht, wenn einer Futter holt. Ein Beleg ist auch, dass seit Wochen kein Jungstorch mehr in meinen Betreuungskreisen Celle und Gifhorn gestorben ist. Nun sind die ersten Jungen flügge. Dabei zeigt sich, dass es diesmal oft eher der Fall ist als in anderen Jahren. Brauchten die Jungen sonst vielfach zwischen 65 und 70 Tagen bis zum ersten Abflug, geschieht es in diesem Jahr häufig bereits im Alter von 60-65 Tagen. Am jüngsten mit jeweils 60 Tagen waren dies in Leiferde das Junge von Fridolin und Mai (seit langem Einzelkind) sowie die beiden im Nest auf dem Mast.

Im Kreis Gifhorn wurden heute beringt die Jungen in Allerbüttel (1), Ettenbüttel (3), Isenbüttel (3), Müden-Dieckhorst (3).

Im Kreis Celle sind nun alle 39 Junge beringt, die letzten beiden am Freitag in der Neuansiedlung Meißendorf-Breliendamm.

Sorgenkinder - und was weiter mit ihnen geschah
Mittwoch, 10. Juli 2019

Seit Juni kommen nun auch Anrufe, die Notfälle bei Jungstörchen melden. Es begann damit, dass eins der vier Nienhagener Jungen aus dem Nest fiel oder gestoßen wurde und nach Leiferde kam (Bericht 7. Juni ). Dort stellte sich dann heraus, dass ein Flügel bei dem Sturz auf das Dach angebrochen war und getapt werden musste. Inzwischen kann er aber beide Flügel frei bewegen.

Weyhausen-Hohe Horst 20.6.19-2 (R.Lunde)Weyhause-Hohe Horst 20.6.19-1(R.Lunde)Es setzte sich fort am 20. Juni (siehe aktuelle Meldung) mit dem damals sieben Wochen alte Jungen , das - natürlich - noch flugunfähig unterhalb des Nestes in Weyhausen-Süd/Hohe Horst aufgefunden und nach Leiferde gebracht wurde. Dort hat es sich inzwischen gut weiterentwickelt. Die damalige intensive Schwarzfärbung des Schnabels und das ausgeprägte Schlangenhautmuster an den Beinen sind wohl auf einen schwarzen Pigmentüberschuss zurückzuführen. Anbei die Fotos dazu.

Am 4. Juli (siehe Berichte) gab es gleich zwei Noteinsätze. Der Jungstorch aus Jembke, der nicht zurück zum Nest fand, in einer Scheune landete und nach Leiferde gebracht wurde, hat auch an den folgenden Tagen noch Gummiringe ausgewürgt, ist aber nun wohl frei davon. Der Jungstorch aus Wienhausen, der kopfüber im Schneegitter eines Pflegeheimes hing, brauchte doch nicht in die Tierärztliche Hochschule nach Hannover überstellt zu werden. Ein zunächst vermuteter Hüftschaden bewahrheitete sich nicht. Er kann wieder normal gehen.

Aus demselben Nest auf dem Kloster stammt der Jungstorch, der heute morgen auf einer Terrasse zwischen zwischen mehreren Gebäuden landete. Dort hatte er nicht genügend Platz, um wieder zu starten. Mitbetreuer Gerd Papenburg gelang es, ihn zu bergen und auf dem örtlichen Sportplatz auszusetzen in der Hoffnung, dass er von dort wieder abfliegen würde. Nach einer Ruhephase schaffte es der Jungstorch, mit Anlauf Luft unter die Flügel zu bekommen. Er flog über die hohen Eichen, kreiste einmal über dem Sportplatz und landete schließlich in größerer Entfernung auf einer Wiese. Somit war auch dieses Problem gelöst. Es wird vermutlich nicht das letzte sein.

Start in eine Welt voller Gefahren
Donnerstag, 4. Juli 2019

storch-1-728x440sGestern hatte DEW 9T 602 als der erster der vier Jungstörche auf dem Kloster Wienhausen (CE) erstmals einen Abflug vom Nest gewagt und es danach im dritten Versuch geschafft, dort oben wieder zu landen. Dadurch ermutigt war er heute schon weiter unterwegs und versuchte, sich auf dem Dach eines örtlichen Pflegeheimes niederzulassen. Dabei rutschte er ab, das Dach hinunter und blieb schließlich kopfüber im Schneegitter hängen. Es gelang der örtlichen Feuerwehr, ihn von dort mittels einer Leiter zu bergen. Ich habe ihn dann in das NABU ASZ Leiferde gebracht. Bei einer Erstuntersuchung wurden Schürfwunden am und über dem rechten Bein festgestellt. Weil darüber hinaus eine Schädigung im Hüftbereich möglich ist, kommt der Jungstorch morgen nach Hannover in die Tierärztliche Hochschule.

Jembke Jungstorch 2019 1(R.Lunde)Jembke Jungstorch 2019 2(R.Lunde)Kaum wieder zuhause eingetroffen erreichte mich die nächste Nachricht. In Jembke (GF) war ein Storch zu Fuß im Dorf unterwegs. Dabei überquerte er sogar die stark befahrene B248. Es gelang, ihn dann in eine Kartoffelscheune (Foto 1 R. Lunde) zu lotsen. Vor Ort zeigte sich: Es war DEW 9T 644, der älteste der drei Jembker Jungstörche Offensichtlich ebenfalls bei seinem ersten Abflug hatte er es nicht geschafft, wieder aufs Nest zurück zu kehren. Dort haben wir ihn dann geborgen. Er wurde ebenfalls nach Leiferde gebracht. In der Scheune hatte er zuvor - vermutlich als Stressreaktion - als Nahrungsreste wieder ausgewürgt ein tödliches Gemisch von Silage (?), Fensterdichtungen und Gummiringen (Foto 2 R. Lunde). Möglicherweise hat das ihm sogar das Leben gerettet. In Leiferde wird auch darauf zu achten sein, ob er noch mehr Unverdauliches gefressen hat.

Gifhorner Storchentour: Schon länger keine Jungenverluste
Mittwoch, 3. Juli 2019

In 37 von 55 besetzten Storchennestern im Kreis Gifhorn wachsen derzeit Junge heran. Meine Rundreise gestern und heute ergab: Trotz Trockenheit und hoher Temperaturen bis über 35° hat es keine Todesfälle mehr gegeben. Offensichtlich können unsere Störche gut damit umgehen. Das gilt auch für die Bruten, die erst Anfang Mai begonnen hatten. So befinden sich in Ettenbüttel, Isenbüttel, Müden-Dieckhorst und Parsau weiterhin je drei Junge. Auch das eine Junge des Paares in Allerbüttel lebt noch. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass weiterhin genügend Nahrung, insbesondere an Mäusen, vorhanden ist. Am nächsten Mittwoch sollen nun auch die Jungen in diesen fünf Nestern beringt werden.

Insgesamt ist der bisherige Verlauf der Storchensaison im Kreis Gifhorn sehr erfreulich. Gegenüber dem letzen Jahr ist die Zahl der Nestpaare von 52 auf 55 gestiegen, die der Jungen beträgt derzeit 82. Sollten bis zum Flüggewerden keine weiteren größeren Verluste eintreten, wäre dies nach dem Rekordjahr 2018 mit 87 flüggen Jungen immer noch das zweithöchste Ergebnis seit 1964.

Beringt wurden heute die beiden Storchenjungen in Bleckmar (CE).

Celler Storchentour: Es sieht weiter gut aus
Montag, 1. Juli 2019

Beschattung M.-Breliendamm 2019 (G.Papenburg)Die gestrige Rundfahrt durch den Kreis Celle führte zu 14 von 17 Storchennestern, in denen seit längerem Storchennachwuchs beobachtet wurde. Dabei zeigte sich: Wie schon vermutet, lebt das einzige Junge in der Neuansiedlung Jann Hinsch Hof in Winsen nicht mehr. Zuletzt gesehen hatte ich es am Tage nach dem Hagelunwetter am 15. Juni. Ob es an dessen Spätfolgen oder aus einem anderen Grund gestorben ist, lässt sich nicht mehr nachvollziehen. In den anderen Nestern hingegen war weiter alles in Ordnung. Vielfach stand auch noch ein Elternstorch auf dem Nest - ein Zeichen, dass die Nahrungssituation weiterhin sehr gut ist. Flügelkräftigung Celle-Stadt 2019 (D.Kina)Würde das Futter für die Jungen knapp sein, würden oft beide Eltern auf Futtersuche sein. Ist genug da, bleibt meist ein Elternteil auf dem Nest oder in der Nachbarschaft. Auch die heißen Temperaturen - gestern 36° - sind offensichtlich kein Problem. Die Jüngsten (in Meißendorf-Breliendamm, 26 Tage alt - Foto G. Papenburg) ) wurden beschattet . Mittlere Jahrgänge wie auf dem Baumnest in Celle-Stadt (47 Tage alt - Foto D. Kina) kräftigten schon mal ihre Flügel. Und bei den ältesten (Altencelle, 65 Tage alt - Flugübung Altencelle 2019 (G.Papenburg)Foto G. Papenburg) zeigten hohe Luftsprünge, dass der erste Abflug unmittelbar bevor steht.

Insgesamt ist der bisherige Verlauf der Storchensaison im Kreis Celle sehr erfreulich. Gegenüber dem letzen Jahr ist die Zahl der Nestpaare von 19 auf 22 gestiegen, die der Jungen beträgt derzeit 39. Sollten bis zum Flüggewerden keine weiteren größeren Verluste eintreten, wäre auch dies eine erhebliche Steigerung gegenüber den 29 flüggen Jungen vom Vorjahr.

Mäuse 2019 (Foto Jochen Schröder) Albersdorf Krs.DithmarschenViel Mäuse sind der Störche Freud

Eine ähnlich positive Entwicklung beim diesjährigen Storchennachwuchses wie im Kreis Celle wird auch aus vielen anderen Landkreisen in Norddeutschland sowie aus den benachbarten Bundesländern Schleswig-Holstein und NRW gemeldet. Hauptursache dafür ist das große Mäusevorkommen in diesem Jahr. Merke: Ein gutes Mäusejahr ist auch ein gutes Storchenjahr. Anbei ein Foto von Jochen Schröder anlässlich der Jungenberingung mit Uwe Peterson in Albersdorf Kreis Dithmarschen (Schleswig-Holstein). Im Nest lagen 70 (!) Mäuse, teilweise sogar übereinander.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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