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Weißstörche in den Kreisen Celle und Gifhorn
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Aktuelles im 3. Quartal 2021

 

Mit dem 17. Mai endete die Frist, innerhalb derer Weißstorchpaare als "Nestpaare" gezählt werden, wenn sie mindestens vier Wochen Nestbindung haben. Sollten jetzt noch Störche eintreffen, werden sie als "Besuchsstörche" registriert. Sinn dieser Unterscheidung ist es, Doppelzählungen zu vermeiden.

Weißstorchpaare im Kreis Celle:

Adelheidsdorf (1), Ahnsbeck (2), Altencelle (BA), Altencelle-Burg (2), Bannetze-Wiesen (BA), Bannetze-Holzweg (2), Bleckmar (BA ), Bockelskamp (1),Celle-Stadt (2), Großmoor (2), Hambühren (BA), Hohne (4), Hornbostel (2), Jeversen (2),
Langlingen-Mylius (2), Langlingen-Schleuse (3), Meißendorf (BA), Nienhagen (3), Offensen (BA), Oldau (2), Stedden (BA), Wathlingen (4), Wieckenberg (brüten nicht), Winsen-Jann Hinsch Hof (BA), Winsen-Schornstein (2), Wolthausen (1)
 = insgesamt 26 Paare ( Vorjahr 23 Paare)

Weißstorchpaare im Kreis Gifhorn:

Adenbüttel (BA), Ahnsen (BA), Allerbüttel (2), Ausbüttel (2),Barwedel (1), Bergfeld (2), Betzhorn (BA), Böckelse,
Calberlah (BA), Dannenbüttel (2), Didderse (3), Dieckhorst (BA), Ettenbüttel (1),Gerstenbüttel (3), GF-Kästorf (BA), GF-Lehmweg (2), GF-Winkel (brüten nicht), Groß Schwülper (brüten nicht), Hankensbüttel (3), Hillerse (BA), Hoitlingen (2), Hülperode-Grenzweg (2), Hülperode a.d. Alten Zollhaus (brüten nicht), Jembke (1), Klein Schwülper-Baum (2), Klein Schwülper-Süd/Okeraue (2), Knesebeck (2), Lagesbüttel-Rotdornallee (4), Lagesbüttel-Schunterbrücke (3), Leiferde NABU AZ-Mast 1 (2), Leiferde NABU AZ Mast 2 (1), Leiferde NABU AZ-Schornstein (BA), Leiferde-Kirche (BA), Leiferde-Klotz (BA), Leiferde-Plack (BA), Lüben (2),
Neudorf-Platendorf 99C (BA), Neuhaus (BA), Osloß H41 (2+1*), Parsau-Ort, Ribbesbüttel (BA), Rötgesbüttel (2), Rothemühle im Winkel (4), Rothemühle-Mühle (2), Rühen (2), Schönewörde (2), Tappenbeck (4), Teichgut (3), Triangel (3), Tülau-Fahrenhorst (2), Ummern-Ost (4), Ummern-West (2), Volkse (1), Vollbüttel (BA), Vorhop (2), Wahrenholz (2), Walle (3), Wasbüttel (1), Wesendorf-Mitte (3), Westerholz (BA), Weyhausen-Süd/Hohe Horst (BA), Weyhausen-West (3), Wittingen (BA), Zasenbeck (3)
 = insgesamt 64 Paare (Vorjahr 58 Paare)

(BA) Brutabbruch

(1...) aktuelle Anzahl der Jungen ab Beringung bzw. bei Nichtberingung älter als ein Monat
(1*...) Jungstorch in Pflegestation gebracht

Samstag, 31. Juli 2021
Jugendtreff Gifhorner Störche bei GF-Winkel

Zu Beginn der Woche kam die Information, dass sich auf einer Wiesenfläche südlich von GF-Winkel sehr viele Störche aufhalten würden. Vor Ort zeigte sich, dass eine große Schar von bis zu 60 Weißstörchen im hohen Gras auf Heuschreckenjagd unterwegs war. Das blieb auch bis zur Mahd am Donnerstag so. Dann zogen die meisten ab.

Wenn man mal überlegt, dass ein erwachsener Storch rund 500 gr. Nahrung pro Tag braucht und hier an vier Tagen jeweils 60 Störche satt wurden, wird deutlich, welche Riesenmengen an Heuschrecken auf dieser Wiese gewesen sein müssen.

Insgesamt konnten 25 Storchenringe abgelesen werden. Bemerkenswert: 11 von ihnen gehören diesjährigen Jungstörchen , die oft schon von ihrem elterlichen Nest abgezogen waren. Alle stammen aus dem Kreis Gifhorn, und zwar 3 aus Weyhausen, je 2 aus Ausbüttel, Dannenbüttel und Leiferde und je 1 aus GF-Lehmweg und Triangel. Hingegen blieben die Storcheneltern nach dem Abzug ihrer Jungen erst mal weiter in Nestnähe. Einjährig waren 5 beringte Störche. Davon stammen 3 aus dem Kreis Gifhorn, und zwar je 1 aus Leiferde, Neuhaus und Ummern. 1 ist aus NRW und 1 noch unklar. Von ebenfalls 5 zweijährigen Störchen sind je 1 in Neudorf-Platendorf, Teichgut und Bayern, sowie 2 in Lüchow-Dannenberg beringt worden. 2 Ringstörche gehören zum Jahrgang 2018. Sie wurden in GF-Kästorf und CE-Hohne (2021 Brutstörchin in Weyhausen, 3 Junge) beringt, 2 zum Jahrgang 2017, beringt in Leiferde (2021 Brutstörchin Leiferde, keine Jungen) und Triangel.

Donnerstag, 22. Juli 2021
Storchennachrichten gemischt

Mal erfreulich, mal traurig sind die Storchenereignisse der letzten drei Tage im Kreis Gifhorn: In Hankensbüttel hatte am Dienstag ein Jungstorch den Rückflug nicht ganz geschafft und war im See vor dem Nest gelandet. Es gelang ihm, bis zum Schilfbereich an der Nordseite zu kommen. Über Nacht müssen seine Flügel aber so weit wieder abgetrocknet sein, dass er aufs Nest zurückkehren konnte. Am Mittwochmorgen standen jedenfalls alle drei Geschwister dort wieder einträchtig beieinander. Gegen Mittag machten zwei von ihnen einen weiteren kleinen Ausflug. Bei dem, der zurückblieb, wird es sich um den Notgelandeten handeln. Er muss sich erstmal vom Stress und von der Anstrengung erholen.

Aus Vorhop erreichte mich gestern ein Video. Es zeigt, wie der eine Altstorch Glastüren und Fenster von nahegelegenen Häusern mit Schnabelhieben heftig attackiert. Im Kampf gegen sein Spiegelbild hat er inzwischen auch ein Auto mit einbezogen und den Lack zerkratzt. Seinen Schnabel hat er sich schon blutig geschlagen. Etliche Sicherungsmaßnahmen wurden getroffen. Ganz zu verhindern ist das nicht. Solche Spiegel-Attacken kommen ab und zu und auch bei anderen Vögeln vor. Ungewöhnlich in diesem Fall ist der doch späte Zeitpunkt. Ob er auch mit dem Elternstress zusammenhängt, weil ein erster Jungenabflug vom Nest kurz bevorsteht? Jedenfalls ist heute einer der beiden Jungstörche erstmals geflogen.

Nicht weit weg von seinem Nest in Jembke wurde nahe der Straße nach Brackstedt der noch nicht lange tote Jungstorch gefunden. Ein Bein hing nur noch an einer Sehne, in einem kleinen Bereich waren Federn rausgerissen. Zur Ermittlung der Todesursache wurde er nach Leiferde gebracht. Möglicherweise ist er einem Unfall zum Opfer gefallen. Am Nest WOB-Düpenwiese waren zwei Storchenjunge im Alter von knapp Wochen entdeckt und zur Untersuchung eingeschickt worden. Auch hier lautete wie schon bei vier ähnlichen Fällen zuvor das Ergebnis: Todesursache ist eine Schimmelpilzerkrankung der Atemwege, hier Aspergillose.

Dienstag, 20. Juli 2021
Beringungen beendet - weitere Sorgenkinder

Bergfeld 2021 Beringung (R.Lunde)Am Samstag wurden die beiden Weißstorchjungen in Bergfeld beringt (Foto R. Lunde), gestern die beiden in Böckelse. Die dann ebenfalls vorgesehene Beringung des einen Jungen in Neuhaus musste leider ausfallen. Es war tags zuvor im Alter von gut vier Wochen gestorben, wurde geborgen und zur Untersuchung eingeschickt. Damit ist die diesjährige Jungenberingung im Kreis Gifhorn abgeschlossen. 97 Weißstorchjunge wurden beringt- eine neue Rekordzahl. In Hankensbüttel (3), Hoitlingen (2), Jembke (1) und Rühen (2) konnte nicht beringt werden. Leider sind noch nach der Beringung nun schon 7 Junge gestorben - eine ungewöhnlich hohe Sterberate in diesem Alter.

Walle-Jungstorchbergung (Fr.Börner)sJa, und dann ist dann auch die Erfahrung: Je weiter die Zahl der Jungen ansteigt, desto mehr Sorgenkinder gibt es. Gerade jetzt in der Phase des Flüggewerdens lauern vielerlei Gefahren. Am Sonntag musste Mitbetreuer Friedrich Börner einen Jungstorch in Walle bergen. Der stand offensichtlich nicht flugfähig unter dem Nest und hatte sich möglicherweise eine Beinverletzung zugezogen. Er kam nach Leiferde. Im dortigen NABU AZ wurde festgestellt, dass das Gefieder größere Lücken aufweist. Damit kann er so nicht richtig fliegen. Er wird über Winter bleiben. Bis zum nächsten Frühjahr können sich dann die Federn voll ausbilden. Übrigens und immer wieder erschreckend: Im ersten Gewölle, das der Jungstorch in Leiferde auswürgte, fanden sich Schlauchteile und Silikonreste, ein todbringender Nahrungscocktail. Die haben ihm seine Eltern vermutlich von der Alba-Deponie mitgebracht.

Und noch eine Nachricht: Einer der drei Jungstörche im Nest auf dem Mast beim Otterzentrum Hankensbüttel musste heute nachmittag im davorliegenden See notwassern. Er hat es dann aber geschafft, hin zum sicheren Uferbereich zu gelangen.

Mittwoch, 14. Juli 2021
Er blieb erst mal stehen: Totstell- und Fluchtreflex

Barwedel 2021-Beringung 1 (R.Lunde)Barwedel 2021-Beringung 2 (R.Lunde)Normalerweise stellen sich die Jungstörche im Alter zwischen vier und gut sechs Wochen tot, wenn sie den Beringer erblicken. Das bleibt dann auch während der Beringung und die Minuten danach. Es gibt aber auch Ausnahmen. Gestern wollten wir den Jungstorch in Barwedel (GF) beringen. Wir näherten uns mit dem Hubsteiger dem Nest. Als der Jungstorch unserer ansichtig wurde, dachte er aber zunächst nicht daran, sich hinzulegen und tot zu stellen (anders gesagt: der sich automatisch einstellende Totstellreflex unterblieb). Er blieb stehen und schaute uns an (Fotos R. Lunde). Wir hielten dann erst mal inne mit der Anfahrt. Nach einiger Zeit legte er sich dann aber doch hin - und ließ sich anschließend problemlos beringen.

In meiner bisherigen Beringertätigkeit seit 2004 habe ich zweimal eine Beringung abgebrochen, weil Junge stehen blieben und sich dann so weit an den gegenüberliegenden Nestrand bewegten, dass ein Herabspringen (Fluchtreflex) nicht ausgeschlossen erschien. In anderen Fällen beruhigte sich die Situation nach einem zeitweiligen Innehalten oder einem erneuten Anfahren dann aber doch noch und die Beringung konnte durchgeführt werden. Der Totstellreflex ist wohl ein Schutz gegen Feinde von oben, wie z.B. den Seeadler. Dem können sie in dem Alter im Nest nicht entfliehen, aber hoffen, dass er sie nicht als Beute erkennt, wenn sie sich nicht bewegen. Der Totstellreflex wechselt, wenn das Flüggewerden näher rückt, in den Fluchtreflex über. Das Verlassen des Nestes eröffnet immerhin die Chance, einem Angriff zu entkommen.

Aus diesem Grunde sollte möglichst nicht versucht werden, Jungstörche, die zu früh ihr Nest verlassen haben/mussten, dort wieder einzusetzen. Das würde die Mitgeschwister gefährden, die - noch nicht flugfähig - vom Nest springen und sich möglicherweise schwer verletzten können. Die gleiche Entscheidung gilt auch für den Fall, dass in dieser Zeit einer der Jungstörche tot im Nest liegt und sich die Frage stellt: Sollte/müsste man ihn dann aus dem Nest holen? Tierärztlich bestätigt: ein toter Jungstorch im Nest ist keine Gefahr für die übrigen Geschwister. Wenn er nicht zu groß und schwer gewesen ist, schaffen es die Eltern auch oft noch selber, ihn aus dem Nest zu werfen. Und sonst bleibt schon nach kurzer Zeit nur noch ein Feder-Knochenhuckel zurück.

Montag, 12. Juli 2021
DEW T 201 - unser derzeit ältester Ringstorch

Nienhagen- DEW T 201 mit Jungen 2021 (J.Bieda)Geschlüpft und von Georg Fiedler beringt ist das Storchenmännchen DEW T 201 im Jahr 2000 im Tierpark Eekholt (Schleswig-Holstein) als Nachwuchs eines dortigen Gehegepaares. Nach ersten Bruterfahrungen im Storchendorf Rühstädt kam es 2006 nach Nienhagen (CE) und brütet seitdem dort im Nest am Schafstallweg. Von den Herbergseltern liebevoll/bewundernd "Bob der Baumeister" genannt, hat es einschließlich der drei Jungen in diesem Jahr (Foto J. Bieda) bisher 28 Junge großgezogen. Wie viele Weibchen daran beteiligt waren, lässt sich nicht sagen, weil die Störchinnen in Nienhagen in all den Jahren unberingt waren. Mit seinen nun 21 Jahren ist DEW T 201 (seine Original-Ringnummer lautet übrigens Helgoland 201 T und wurde später aus buchungstechnischen Gründen umgestellt) der älteste unter allen beringten Störchen in unseren Betreuungsbereichen LK Celle und LK Gifhorn.

Ein Blumenstrauß für DichSein Lebensweg ist in dieser Homepage unter "Ringstörche Helg. 201 T (DEW T 201)” zu finden. Bemerkenswert ist, dass es in allen seinen 21 Lebensjahren keinen Nachweis gibt, wo er überwintert hat. Nun ist ja bei über dem Fuß beringten Störchen die Ablesequote ohnehin gering. Seine frühe Rückkehr oft schon im Februar legt es aber nahe, dass er als Westzieher entweder in Spanien oder schon davor in Frankreich oder den Niederlanden geblieben ist. Nicht ausgeschlossen ist sogar, dass er in Deutschland überwintert. Übrigens: dieses Storchenmännchen ist unseres Wissens das einzige, das seine Partnerin auch schon mal mit einem Blumenstrauß beglückt (Foto J. Bieda) .

Donnerstag, 8. Juli 2021
Vermehrt Todesfälle bei älteren Jungstörchen

Die Reduzierung der anfänglichen Jungenzahl erfolgt bei den Weißstörchen zumeist in den ersten drei Lebenswochen. Dass Jungstörche im Nest sterben, wenn sie schon älter als ein Monat sind, kommt seltener vor. Ich beringe die Jungen im Alter zwischen vier und sechs Wochen. Verluste noch vor dem Flüggewerden habe ich in manchen Jahren keine, in manchen aber auch schon mal zwei oder drei festgestellt. In diesem Jahr sind es im Kreis Gifhorn nun aber schon 7, und das ist ungewöhnlich. 2 (GF-Kästorf und Leiferde-Klotz) waren inzwischen Einzelstörche, in einem Fall (Ettenbüttel) sind es 1 von 2, in drei weiteren (Hülperode, Schönewörde, Vorhop) 1 von 3, in einem (Lagesbüttel-Schunterbrücke) 1 von 4. Sie waren zum Todeszeitpunkt 41, 44, 44, 47,58, 65, 71 Tage alt. Nahrungsmangel gab es in dieser Zeit nicht. Ein direkter Zusammenhang mit dem zweitägigen Dauerregen am 30.06./01.07. ist nicht zu erkennen. Bemerkenswert ist, dass es sich (bis auf die 2 Nester mit ohnehin nur einem Jungen) in keinem Fall um Totalverluste handelt.

Worin die diesjährige Häufung der Todesfälle bei älteren Jungstörchen begründet ist, bleibt weitgehend unklar. Bei Leiferde-Klotz waren es die Folgen von schweren Kopfverletzungen, in GF-Kästorf lagen gestern neben dem toten Jungstorch auch eine Menge blauer Gummiringe im Nest. Er wird noch untersucht. Die weiteren toten Jungstörche konnten nicht geborgen werden, um nicht die noch nicht flüggen Nestgeschwister (Fluchtreflex) zu gefährden. Aus dem Kreis Stade kommt inzwischen auch die Nachricht vom vermehrten Sterben älterer Jungstörche. Vielleicht gibt es hier bei Untersuchungen nähere Erkenntnisse.

Als erster der bereits flüggen Jungstörche verstarb heute DEW 1V 474, einer der drei Jungen in GF-Lehmweg. Er war mit einer ca. 3 m hohen Leine in Nestnähe kollidiert und zu Boden gestürzt.

Montag, 5. Juli 2021
Aller Anfang ist schwer

Hohne 5.7.21-Jungstorch auf Kirchendach (G.Papenburg)Gestern nachmittag war, wie per Webcam zu verfolgen, das Nest auf der Kirche in Hohne leer. Alle vier Jungstörche waren unterwegs. Später wurde ein Jungstorch gemeldet, der sich zu Fuß im Dorf bewegte. Im Nest übernachtet haben dann nur drei Junge. Am frühen Morgen aber zeigte sich: Der vierte hatte es immerhin noch bis auf das Kirchendach geschafft - und dort die Nacht verbracht. Später ist er dann mit den Geschwistern abgeflogen - und heute gegen mittag standen alle vier wieder im Nest - geschafft!

Freitag, 2. Juli 2021
Dauerregen führte zu Jungenverlusten -
weitere Todesfälle

2 Tage lang regnete es nahezu ununterbrochen, mancherorts gab es sogar Starkregen. Bei solcher Witterung gefährdet sind vor allem die Jungstörche im Alter von drei bis fünf Wochen. Dann sind sie schon zu groß, um von den Eltern noch zugedeckt zu werden, aber aufgrund der Federentwicklung noch besonders anfällig gegen Unterkühlung. Dies traf im Kreis Gifhorn nun auf beide Storchenjungen in Parsau zu. Sie wurden nur vier Wochen alt. Die gleichaltrigen Storchenjungen in Barwedel (1) und Bergfeld (2) hingegen haben überlebt. Ebenfalls überlebt haben indes die beiden Jungen in Böckelse und zumindest ein Junges in Neuhaus. Sie sind noch keine drei Wochen alt und konnten darum von den Eltern geschützt werden."

Anders gelagert ist das heutige Geschehen im Nest Leiferde-Klotz. Der fast sieben Wochen alte Jungstorch fiel aus dem Nest auf das Dach eines Unterstandes. Vom benachbarten AZ lebend geborgen wies er tiefe Stichwunden am Kopf auf mit starkem Fliegeneier- und -madenbefall. Er musste eingeschläfert werden. Wer ihm die Wunden zugefügt hat, ist unklar. Es könnte ein Fremdstorch gewesen sein, aber auch infolge einer Stresssituation einer der beiden noch sehr jungen Elternstörche. Im gleichen Alter ebenfalls nicht mehr am Leben ist nun auch einer der drei Jungstörche in Schönewörde.

Donnerstag, 1. Juli 2021
Sektionsergebnis für das tote Storchenjunge in Osloß

Am 7. Juni wurde das Storchennest in Osloß von Fremdstörchen angegriffen (Bericht vom 07.06.21) . Eins der vier Jungen wurde dann tot unter dem Nest gefunden, ein weiteres ebenfalls mit Kopfverletzungen geborgen und in die Pflege nach Leiferde gebracht. Nun liegt das Untersuchungsergebnis für das toten Junge vor: Es weist Einblutungen im Kopf- und Nackenbereich auf. Letztlich zum Tode geführt haben aber starke Blutungen im Magen- und Lungenbereich. Diese sind mit dem Aufprall nach dem Sturz vom Nest zu erklären.

 

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