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Weißstörche in den Kreisen Celle und Gifhorn
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Aktuelles im 1. Quartal 2020

Weißstörche Kreise Celle und Gifhorn: Altersstruktur (2019)

Weißstörche Kreise Celle und Gifhorn: Entfernung zwischen Brut- und Herkunftsort (2019)

Weißstorchnester Drömling-West ab 1985

Rückkehrer Kreis Celle: Ahnsbeck (1), Altencelle (1), Celle-Stadt (1), Großmoor (2), Hohne (1), Hornbostel (1), Nienhagen (2), Wienhausen (1), Winsen-Schornstein (1)

Rückkehrer Kreis Gifhorn: Ahnsen (1), Ausbüttel/Siedlung (1 ü), Calberlah/Wiesen (1 + 1 ?)GF-Kästorf (1 ?) Hoitlingen (1 ?) Hülperode (2), Jembke (1), Knesebeck (1), Leiferde/Mast I (2), Leiferde/Schonstein (2), Leiferde/Kirche (? 2 ü), Radenbeck (1), Rothemühle (2), Rühen (1), Triangel (2), Volkse (2), Vollbüttel (1 + 1 ?), Vorhop (1), Wahrenholz (2), Wesendorf (2)

 ? = noch nicht sicher ; ü = Überwinterer

Männchenwechsel in Calberlah?
Montag, 24. Februar 2020

Calberlah 23.2.20 II (R.Lunde)sCalberlah 23.2.20 I (R.Lunde)sSeit 2003 hatte das Männchen DER O 7758 im Nest Calberlah/Wiesen gebrütet, davon die letzten acht Jahre mit DEW 6X 266. Normalerweise kam er immer eher als sie. In diesem Jahr kehrte die Störchin am 21. Februar zurück, er bisher noch nicht. Das bekam das vorjährige Männchen aus Wasbüttel mit - und witterte seine Chance. Am Sonntagmorgen tauchte es auf. Gegen Mittag dann ergab sich eine Annäherung der beiden unten auf der Wiese, wobei eindeutig sie (Wiesenfoto links) die Aktivere war. Anschließend flogen beide auf das Nest und paarten sich (Beobachtungen und Fotos R. Lunde). Falls das langjährige Männchen nun im 20. Lebensjahr nicht mehr zurückkommt, ist der Nachfolger wohl schon gefunden. Kommt es aber doch, wird es Ärger geben.

Übrigens: Unter "Begebenheiten" in dieser Homepage berichte ich im Artikel "Weibliche Taktik" (2012), wie es dieser Störchin seinerzeit gelang, Partnerin an der Seite von DER O 7758 zu werden. Schon damals wusste sie also, was sie wollte.

Viel los in - und um Leiferde herum
Sonntag, 23. Februar 2020

Das NABU ASZ Leiferde mit Umgebung ist ja eins der drei Storchenzentren im Kreis Gifhorn. Das wurde erneut gestern deutlich: In Vollbüttel ist nun das langjährige Männchen DER A 8118/9 eingetroffen. Es stand zunächst auf dem Nest. Auf der Wiese mit Annäherungsversuchen befand sich, weil beringt, ein neues Weibchen. Dabei handelte es sich um DEW 6T 506. Die hatte in den letzten beiden Jahren auf der Weide rechts im ASZ gebrütet und im Vorjahr nach Brutverlust ein Zweitnest auf dem Kreuz der Kirche in Leiferde gebaut. Nun möchte sie sich offensichtlich neu orientieren.

Im ASZ waren am Freitag zwei Störche im Nest auf Mast (alt). gesichtet worden. Ich konnte nun feststellen: Beide sind unberingt - wie das Paar die Jahre zuvor. Es spricht alles dafür, dass es auch diesmal dieselben sind. Auf dem Acker hinter dem Gehege stand ein Storch mit der Ringnummer DEW 4T 492. Das ist das Männchen aus dem 4 km entfernten Volkse. Ein Anruf dort ergab, dass seit Anfang der Woche zwei Störche da sind. Offensichtlich weiß das Männchen schon aus den Vorjahren, wo Futter zu ergattern ist. - Und dann kam am Abend auch noch die Meldung aus Ahnsen: Der erste Storch ist da!

Es gibt noch viel hin und her
Freitag, 21. Februar 2020

Bei manchen Störchen, die derzeit gesichtet werden, handelt es sich um Durchzügler. Zuweilen ist es auch Besuch vom Nachbarnest. Wieder andere pendeln zwischen verschiedenen Nestern. "Georg" aus GF-Kästorf war ja zu Nest und Störchin in Wesendorf gewechselt. Seine bisherige Wirkungsstätte, wo er immerhin die letzten neun Jahre gebrütet hat, hat er aber noch nicht aus den Augen verloren. Mindestens einmal am Tag schaut er dort noch vorbei.

DEW 9X 180, der in den letzten sieben Jahren schon in Weyhausen-Süd/Hohe Horst, Weyhausen-West und in der Wolfsburger Deponie gebrütet hat, zeigt, von der Webcam dokumentiert, immer mal wieder Dominanzverhalten auf dem Nest in WOB-Warmenau.

Gestern und heute tauchte auf dem Nest in Rötgesbüttel ein Storch auf. Da er links beringt ist, spricht viel dafür, dass es sich um den Nachbar aus Ausbüttel/Siedlung handelt. In Jembke wurde gestern und heute ein Storch gesehen, im benachbarten Hoitlingen ebenfalls. Möglicherweise handelt es sich um denselben.

Das Nest auf dem Kreuz der Kirche in Leiferde wird weiter von dem Überwinterungspaar ausgebaut. Es steht aber auch im Naturnest auf der gekappten Eiche, wo im letzten Jahr das Weibchen mit einem anderen Partner gebrütet hat. Und das Paar, das im letzten Jahr mit dem Nestbau auf dem Kreuz begonnen hatte, ist ja auch überhaupt noch nicht da. Es bleibt spannend.

Zurückgekehrt ist das Weibchen in Calberlah-Wiesen. Ihr langjähriger Partner - Jahrgang 2000 - ist noch nicht da. Falls er wiederkommt, ist er mit nun 20 Jahren der älteste Brutstorch im Kreis Gifhorn.

Manchem/r fällt das Warten schwer - Fridolin indes nicht mehr
Dienstag, 18. Februar 2020

Kreis Gifhorn: Aktuell haben zwei Männchen auf ein Nest mit bereits angekommenem Weibchen gewechselt. "Georg" aus GF-Kästorf ist seit gestern Abend in Wesendorf und wurde sofort von der dortigen Störchin akzeptiert. Sie kennt ihn ja schon vom vorigen Jahr, als er auch dort übernachtete und blieb, bis das "richtige" Männchen ankam und er wieder weichen musste. Angekommen ist heute auch DEW 9X 180. Da auf keinem der drei Nester, in denen er bisher gebrütet hat (Weyhausen-Süd/Hohe Horst, Weyhausen-West und Deponie Wolfsburg), bisher eine Partnerin eingetroffen ist, zog er (erst mal?) zu dem Weibchen in WOB-Warmenau. Leiferde 18.2.20 Fridolin und Mai (screenshot G.Papenburg)sDer erste Storch gemeldet wurde heute aus Knesebeck, Rühen und Vorhop. Mit der Ankunft nun des Weibchens komplett ist das Paar in Triangel. Auch nicht mehr zu warten braucht Fridolin in Leiferde - um 15.00 Uhr ist Mai eingetroffen (Screenshot G. Papenburg).

Neu angekommen im Kreis Celle ist heute der erste Storch in Wienhausen. Bei dem ersten Storch in Hornbostel handelt es sich um das langjährige Weibchen. Die nach zwei Tagen dann doch noch erfolgte neue Bindung in Nienhagen hat bisher gehalten.

Liebesmüh - vergeblich oder dann doch erfolgreich?
Montag, 17. Februar 2020

Im Kreis Celle versuchte in Nienhagen seit zwei Tagen eine neue Störchin, auf das Nest zu gelangen. Sie wurde immer wieder von dem nun 20 jährigen-Männchen abgewehrt, zuletzt noch heute vormittag. Seit heute Abend aber und nun auch in der Nacht stehen jetzt zwei Störche auf den Nest. Offensichtlich hatte ihre Beharrlichkeit Erfolg .

In Hohne versuchte heute morgen eine unberingte Störchin länger als eine Stunde, in das Nest auf der Kirche zu kommen. Das gestern eingetroffene Männchen aber war nicht einverstanden - es war dies ja schließlich nicht seine beringte Partnerin der letzten beiden Jahre. Auch wenn sie zwischenzeitlich mehrfach kurz landen konnte und sich dabei richtig in ihn hineinschob, schubste bzw. biss er sie doch immer wieder runter.

Zur gleichen Zeit war die ebenfalls gestern eingetroffene Störchin in Ahnsbeck dort nicht vor Ort. Die hatte bereits im letzten Jahr schon mal für einen halben Tag den Platz an der Seite des Hohner Männchens inne, bevor sie zu ihrem Partner nach Ahnsbeck zurückkehrte (siehe Seitensprung-Report vom 07.03.2019). Der Schluss liegt nahe. dass sie es gewesen sein könnte, die es heute erneut versuchte. Am Mittag war dann alles wieder in Ordnung. Er stand solo in Hohne, sie solo wieder in Ahnsbeck.

Heute um 14.30 Uhr traf nun auch in Altencelle der erste Storch ein - und damit nicht wie die anderen bisherigen Rückkehrer weitaus früher als je zuvor, sondern exakt am gleichen Tag wie im Vorjahr.

In den Kreis Gifhorn bereits vor einer Woche zurückgekehrt sind in Radenbeck der erste und in Wahrenholz der zweite Storch. Das bisher Solo-Weibchen in Wesendorf unternahm heute einen Ausflug auf das Nest im benachbarten Westerholz und machte sich dort nützlich. Heute Abend aber standen dann erstmals zwei Störche auf dem Wesendorfer Nest. Eine baldige Ringkontrolle wird zeigen, ob es sich um das Paar der letzten beiden Jahre handelt.

Wer kommt zuerst?
Sonntag, 16. Februar 2020

Allgemein heißt es ja: Zuerst kommt das Männchen (und bereitet das Nest schön vor für das Weibchen). Nur: stimmt das denn? Nach meiner Erfahrung trifft dies zwar in vielen, aber bei weitem nicht in allen Fällen zu. Ich habe schon mal ein Jahr im Kreis Gifhorn gehabt, da waren die ersten vier zuerst eintreffenden Störche allesamt Weibchen. Aussagekräftig können auch Paare sein, die schon lange zusammen und bei denen beide Partner beringt sind. In Hornbostel (CE) war das Paar 12 Jahre zusammen, in Triangel (GF) 11 Jahre. Für beide Paare gilt: Häufiger kam das Männchen zuerst, aber mehrere Male auch das Weibchen. Bisher immer erst als zweiter kam das nun 10-jährige Männchen DEH H 8270 an. Als Ostzieher fand es - meistens in Westerholz (GF) - jeweils schon ein westziehendes Weibchen und dazu oft auch noch ein neues Männchen vor, das es zu vertreiben galt. Beim Ankunftstermin spielt also auch das "wo?" der Überwinterung eine wesentliche Rolle. Warum treffen aber insgesamt doch wesentlich mehr Männchen eher als die Weibchen ein? Denkbar ist, dass der Drang, das heimische Brutrevier zu erreichen und zu sichern, bei ihnen stärker als bei den Weibchen ausgeprägt ist und sie darum eher starten lässt. Vielleicht spielt auch mit eine Rolle, dass die Männchen als meist körperlich kräftiger beim Fliegen rascher vorankommen.

Vom Winde beflügelt kamen in den letzten Tagen weitere Rückkehrer. Im Kreis Celle ist seit heute in Hornbostel der erste Storch da (es ist noch unklar, welcher), ebenfalls in Winsen. In Ahnsbeck hält sich seit heute mittag im Nest und auf der Wiese ein unberingter Storch auf. Da das Männchen der letzten Jahre beringt ist, dürfte dies das Weibchen sein. Das Männchen auf dem Nest in Nienhagen bekam heute Besuch von einem Weibchen. Die richtige war es aber offensichtlich nicht. Nach einigen Minuten flog sie wieder ab, worauf er sich hinlegte. Sie versuchte dann noch mehrmals, aufs Nest zu gelangen, wurde aber abgewehrt. Als er dann unterwegs war, flog sie aufs Nest und machte sich dort nützlich - bis er zurückkam. Hülperode 15022020.(G.Braemesr),jpgNun ist er wieder allein. Seit heute abend steht/sitzt im Nest in Hohne ein unberingter Storch. Es könnte das langjährige Männchen sein.

In den letzten Tagen jeweils als erster angekommen sind im Kreis Gifhorn gestern das Männchen in Triangel und heute "Georg" in GF-Kästorf. In Wesendorf ist sie die erste: Die aus St. Peter-Ording stammende Störchin der letzten neun Jahre. In Hülperode ist das Paar nun komplett. Da beide - wie im letzten Jahr - unberingt sind (Foto G. Braemer), bleibt unklar, ob Männchen oder Weibchen zuerst gekommen sind.

Zuflucht über dem Kreuz
Donnerstag, 13. Februar 2020

Am Sonntag war Fridolin auf dem Nest oben auf dem Schornstein im NABU ASZ Leiferde eingetroffen. Bisher hatten sich dort häufiger die beiden vor Ort überwinternden Störche, das Weibchen DEW 5T 405 und DEW 9T 013, das Windrad-Opfer aus Hamburg, aufgehalten. Doch damit war nun Schluss. "Fridolin" machte ihnen unmissverständlich klar, dass sie hier nichts zu suchen hätten. Aber wohin nun mit den beiden? In ihrer Not besannen sie sich auf die Kirche im Ort. Oben auf dem Kreuz hatte im letzten Jahr ein junges Storchenpaar nach Brutverlust ein zweites Nest errichtet. Das ist zwar noch weiter ausbaufähig, aber zwei Störche können schon darauf Platz haben. Und so stehen nun die beiden aus dem ASZ Vertriebenen darauf- und Fridolin steht auf "seinem" Nest.

Neu angekommen sind im Kreis Celle gestern um 17.00 Uhr der erste Storch in Celle-Stadt an der Fritzenwiese und heute um 7.25 Uhr das Storchenmännchen in Nienhagen - wie die bisher Eingetroffenen nun auch sie 18 bzw. 13 Tage früher als je zuvor. Gestern wurde aus Wesendorf im Kreis Gifhorn ein Storch gemeldet. Bei dem gestern in Hülperode angekommenen mutmaßlichen Weibchen der letzten Jahre sind es 5 Tage - aufgrund von Klimaerwärmung und Rückenwind.

Eben dies ist sicher auch der Hauptgrund dafür, dass der Senderstorch Hans-Albert für die letzen über 700 km (Luftlinie) auf seinem Weg aus dem spanischen Winterquartier hin zu seinem Nest in Vaale-S.H. nur zwei Tage benötigte.

Paar in Rothemühle komplett - Hans Albert ist zurück!
Mittwoch, 12. Februar 2020

DEW 3X 631 2020 (V.Jortzick)sAm Sonntag gab es noch mehr Neuankömmlinge. In Rothemühle kam auch die nun 14 Jahre alte Störchin DEW 3X 631 zurück. Somit ist das Paar als erstes im Kreis Gifhorn komplett - und dies sogar sechs Tage früher als jemals zuvor. Das heutige Foto von Vera Jortzick bei Hülperode belegt, dass sie es tatsächlich ist. Übrigens: Diese Störchin hat in ihrem Leben in Klein Schwüper und Rothemühle bereits 35 Junge großgezogen.

Ebenfalls heute vormittag saß ein Storch auf dem Nest in Wesendorf. Hier ist noch nicht ganz klar, ob es sich um den ersten dortigen Brutstorch oder um einen Durchzügler handelte. Das erste komplette Paar im Kreis Celle in Großmoor machte heute erneut einen Nestbesuch im benachbarten Nienhagen.

Der Senderstorch Hans Albert hatte sich nach seinem Abflug aus dem spanischen Winterquatier und der Überquerung der Pyrenäen acht Tage lang im Vorland aufgehalten. Am Sonntag nun setzte er - bei Sturm - seine Rückreise auf der gewohnten Route durch Frankreich fort. Gestern vormittag war er an Paris vorbei Richtung Reims unterwegs (Mitteilung Kai Thomsen). Gestern um 20.10 Uhr wurde er zwischen Düsseldorf und Krefeld geortet. Von dort waren es noch 355 km (!) Luftlinie bis zu seinem Ziel in Vaale S.H., wo er bereits heute eintraf - und sogleich sein Nest zurück eroberte (Meldung J. Heyna). Er wurde somit im wahrsten Sinn des Wortes vom Sturm beflügelt.

Weitere Weißstorch-Rückkehrer vor und mit dem Sturm
Montag, 10. Februar 2020

Bisher war im Kreis Gifhorn nach dem Männchen in Rothemühle (3 Tage früher als je zuvor) am Sonntag auch Fridolin in Leiferde eingetroffen (1 Tag später). Ebenfalls gestern kehrte der erste Storch nach Wahrenholz zurück (7 Tage früher). Im Kreis Celle kam der erste Storch am Samstagabend nach Großmoor zurück (6 Tage früher), nachdem er unmittelbar vor dem Ziel für kurze Zeit noch eine Pause im benachbarten Nienhagen eingelegt hatte. Seit heute vormittag ist nun auch der zweite Storch in Großmoor da (23 Tage früher). Heute mittag machten die beiden dann eine kurze Stipp-Visite wieder auf dem Nest In Nienhagen.

Der Sturm und die Rückkehr der Störche
Sonntag, 9. Februar 2020

Leiferde 2020 Fridolin (Screenshot G.Papenburg)1Von Südwesten her kommt der Sturm, der gerade durch Deutschland zieht. Es ist dies in etwa auch die Richtung, aus der unsere westziehenden Störche zurückkehren. Blockiert der Sturm den Heimflug - oder fördert er ihn sogar? Mindestens zwei Störche aus unserer Region sind heute morgen eingetroffen: Einer in WOB-Warmenau und auch Fridolin in Leiferde. Auf dem dortigen Screenshot von G. Papenburg ist sein Markenzeichen, die eine schwarze Stelle im weißen Federkleid, klar zu erkennen. Sind diese beiden gerade noch rechtzeitig vor dem großen Sturm zurückgekehrt, oder wurden sie zumindest auf der letzten Etappe von den Sturm-Vorläufern getragen? Beides ist denkbar. Der letzte Blick vor der Dunkelheit zeigt, dass nun beide flach auf dem Nest liegen. Hoffen wir, dass sie die Nacht gut überstehen.

Noch keine Aufbruchstimmung bei den Senderstörchen
Freitag, 7. Februar 2020

Die besenderten Störche des Bergenhusener NABU Projektes "Störche auf Reisen " sind bis auf eine Ausnahme Ostzieher. Sie haben bisher noch nicht ihre Rückreise angetreten. "Elfi" hält sich weiter im Dafur im westlichen Sudan auf, "Gustav" 500 km weiter östlich und "Arthur" in Nordnigeria. In den Vorjahren waren sie um diese Zeit auch noch nicht aufgebrochen, liegen also durchaus im Plan. Westzieher Hans-Albert hatte sein Überwinterungsgebiet bei Madrid zwar verlassen und dann am 1. Februar nach mehreren Anflügen die Pyrenäen überquert. Seitdem aber macht er Pause. Auf einer größeren Feuchtgrünland-Fläche im Pyrenäen-Vorland findet er offensichtlich genug zu fressen. Es eilt ja auch noch nicht.

Im Kreis Gifhorn ist doch erst ein Storch zurückgekehrt, und zwar das Männchen in Rothemühle. Mehrere Parallelauswertungen ergaben nun doch, dass er es war, der anfangs auch auf dem Nest in Hülperode gesichtet wurde. In den letzten Tagen hält er sich nun überwiegend auf "seinem" Nest in Rothemühle bzw. in der näheren Umgebung auf. Aus Hülperode trafen zuletzt keine Meldungen mehr ein. Auch nachts blieb das Nest dort leer. Bereits drei Rückkehrer hat Wolfsburg zu verzeichnen, und zwar in Velstove, Kästorf und Heiligendorf (Mitteilung G. Fiedler).

Drei plus nun zwei
Sonntag, 2. Februar 2020

Außer den drei im Kreis Gifhorn überwinternden Störchen gibt es seit vorgestern zwei Rückkehrer. Alle fünf bekam ich heute vor die Linse. In Hülperode und in Rothemühle stand jeweils ein unberingter Storch auf dem Nest. Da von beiden Standorten inzwischen mehrere Meldungen erfolgt sind, ist nicht anzunehmen, dass es sich jeweils um denselben Storch handelt, der in der Nachbarschaft nur mal zu Besuch kommt. Die beiden am NABU ASZ Leiferde überwinternden Störche hielten sich auf dem Acker hinter dem Storchengehege auf. Inzwischen standen beide auch schon mal zusammen auf dem neuen Storchennest. Da DEW 5T 405 ein Weibchen ist, das schon zweimal -erfolglos- in Leiferde gebrütet hat. wird das dort gesundgepflegte Hamburger Windrad-Opfer DEW 9T 013 ein Männchen sein. DEW 5X 921, der dritte Überwinterer, war im Vorjahr von Isenbüttel nach Ausbüttel umgezogen. Dort entdeckte ich ihn heute auf einem Feld in Nestnähe.

Es tut sich wieder was
Freitag, 31. Januar 2020

Der erste Weißstorch-Rückkehrer der Region war vor 12 Tagen in BS-Watenbüttel eingetroffen. Heute folgte nun das eine Männchen in PE-Wendeburg-Zweidorf. Beiden ist gemeinsam, dass sie zu den 166 Überwinterern bei Büttelborn in Hessen gehörten. Auch dieser Storch (er wurde übrigens dort zwischen dem 27.10. und 23.01. insgesamt 13 x abgelesen) kam zehn Tage eher als noch im Vorjahr. Ein weiterer - allerdings unberingt - stand heute vormittag auf dem Nest in GF-Hülperode. Noch ist nicht geklärt, ob es sich dabei um einen der dortigen Brutstörche, um das Männchen aus dem benachbarten Rothemühle oder um einen Durchzügler handelte. Nicht gewesen sein kann es einer der Überwinterer aus Wendeburg-Wendezelle auf Stipp-Visite - die sind beide unberingt.

Nilgänse im Storchennest
Montag, 27. Januar 2020

Nilgänse, Weyhausen-Süd/Hohe Horst 2020. Foto R. LundeZur Zeit werden einige Storchennester von Nilgänsen beflogen, so kürzlich am Otterzentrum in Hankensbüttel und gestern in Weyhausen-Süd/Hohe Horst. Dort bekämpften sich gleich mehrere Nilgänse (Foto R. Lunde). Es ist durchaus möglich, dass Nilgänse in Storchennestern brüten. Was aber passiert, wenn die Störche aus dem Winterquartier zurückkehren und ihr Nest schon besetzt finden? Meine Erfahrung zeigt: Normalerweise gewinnen die Störche und vertreiben die Nilgänse.

Es kann aber auch Ausnahmen geben, etwa, wenn die Störche unerfahrene Erstbrüter sind und insbesondere, wenn sich die Nilgänse bereits in der Hochbrutphase befinden. So waren 2015 in Wolthausen (CE) die Gänsejungen nur noch wenige Tage vor dem Schlüpfen, als das Storchenmännchen zurückkehrte. Nach heftigsten Kämpfen behielten die Nilgänse die Oberhand. Der Storch begann, ein Ersatznest auf einem benachbarten Schornstein zu bauen. Gut eine Woche später konnte er dann doch auf sein gewohntes Nest umziehen. Die Gänsejungen waren geschlüpft und dann als Nestflüchter aus 13 m Höhe herabgesprungen. Danach kam auch das Storchenweibchen. Die beiden zogen zwei Junge groß.

Als 2016 das Storchenmännchen in Ettenbüttel (GF) eintraf, brüteten auf "seinem" Nest Nilgänse schon längere Zeit, Sie verteidigten das Nest vehement . Nach einer Woche gab der Storch auf und wechselte über auf das Nest Ilkerbruch-Ost (WOB). Dort brütete er dann auch die nächsten Jahre. In Ettenbüttel hingegen gab es erst ab 2018 wieder Storchennachwuchs.

Ein meines Wissen bisher einmaliges Geschehen ereignete sich 2015 in Saalfeld (bei Salzwedel). Ein Nilganspaar attackierte das Storchennest und warf die beiden Storchenjungen hinaus. Eins war sofort tot, das andere musste aufgrund seiner Verletzungen eingeschläfert werden (siehe auch HP 3. Quartal 2015 02. August).

Fazit: Es ist möglich, dass Nilgänse zur Nestkonkurrenz für Störche werden. Die meisten Nilgänse allerdings, die derzeit "Sitzproben" in Storchennester machen, verlassen es jedoch bald wieder, um anderweitig zu brüten. Sollte sich hingegen abzeichnen, dass Nilgänse in einem Storchennest brüten wollen, gibt es dann auch noch Möglichkeiten der Vergrämung (z.B. durch heftiges Klopfen an den Nestmast).

Todesmasten wurden nachgerüstet
Sonntag, 26. Januar 2020

Im vergangenen Jahr starb im Kreis Gifhorn je ein Brutstorch an einem Strommast in Tappenbeck und in Teichgut. Die LSW hat dann zeitnah die erforderlichen Sicherungsmaßnahmen getroffen. Auf den "vorher-nachher"-Fotos von R. Lunde ist zu sehen , wo die Probleme lagen und was dagegen unternommen wurde.

Todesmast Tappenbeck vor der Nachrüstung. Foto R. Lunde Todesmast Tappenbeck nach der Nachrüstung. Foto R. LundeTodesmast Teichgut vor der Nachrüstung. Foto R. LundeTodesmast Teichgut nach der Nachrüstung. Foto R. Lunde

Weißstorchmitbetreuer und Experte in diesen Fragen Georg Fiedler schreibt dazu: "In Tappenbeck waren die Isolatoren zu kurz, und die Nachrüstung vor einigen Jahren war unterblieben. Deshalb wurden die Isolatoren von dem - geerdet - auf dem Querträger stehenden Storch mühelos überbrückt. Er erlitt einen Stromschlag.

Als Abhilfe wurden nun sog. Langstabisolatoren eingesetzt, die auf voller Länge isolieren. Dies ist eine wirksame und von der NABU-Bundesarbeitsgruppe "Stromtod" befürwortete Maßnahme. Über die zusätzliche Bestückung mit "Andreaskreuzen" als Landeverhinderung gehen die Meinungen auseinander. Es hätte auch ein Landeplatz bleiben dürfen.

In Teichgut waren die horizontalen, ursprünglich zu kurzen Isolatoren bereits durch Verlängerung nachgerüstet worden, jedoch auf problematische Weise: Der zusätzlich geschaffene Abstand zwischen Leiterseil und Mast bestand aus Metallstäben, also aus leitendem, nicht isolierendem Material! Der Storch hat entweder auf der Mastspitze oder auf dem Verbindungsstück der waagerechten Isolatoren stehend einen Stromschlag erhalten.

Auch hier wurden als wirksame Abhilfe Langstabisolatoren eingebaut. Den zusätzlichen Einbau von "Andreaskreuzen" halte ich in diesem Fall für sinnvoll, weil die Landeverhinderung einen Storch vom Nestbau abhält. Das Eintragen von Reisig ("Spielnest"?), verbunden mit entsprechendem Umherschreiten des Vogels auf dem Mast, war 2019 offenbar die Ursache für den Unfall. "

Zahl der Weißstorch-Überwinterungen hat zugenommen
Mittwoch, 22. Januar 2020

Nun liegt für Niedersachsen das Ergebnis der Winterstorchzählung 2019/2020 vor. Blieben im Winter 2018/19 45 Weißstörche, so sind es diesmal 64. Schwerpunkt mit rund 30 Überwinterern bildet wieder die Wesermarsch, wo offensichtlich immer noch ein großes Mäusevorkommen herrscht und außerdem die Pflegestation Berne Unterschlupf bietet. Nicht zu vergleichen sind diese Zahlen allerdings mit denen in Süddeutschland. Beim Schwerpunkt Büttelborn im Kreis Groß Gerau in Hessen trägt sicher die nahegelegene Deponie ganz wesentlich zu den diesmal 166 Überwinterern bei. In Bayern und Baden-Württemberg sind jeweils über 300 Störche geblieben. Tendenz steigend. Es spricht sich offensichtlich rum bei den Störchen: Warum noch weit wegfliegen, wenn wir schon hier gut über die Runden kommen?

So ganz ist dieser Trend in unserer Region aber noch nicht angekommen. Die Deponien in Braunschweig-Watenbüttel und Wolfsburg könnten sicher noch mehr überwinternde Weißstörche mitversorgen als das seit Jahren einzige Paar aus Wendeburg-Wendezelle. Im Kreis Gifhorn sind diesmal wie im Vorwinter drei Störche hier geblieben, und zwar in Anbindung an das NABU ASZ Leiferde. Dazu gehört DEW 5X 921, ein Gehegestorch aus Hessen. Er wurde vom ASZ übernommen und ausgewildert. Gebrütet hat er mehrfach in Isenbüttel und im Vorjahr in Ausbüttel. Gezogen ist er noch nie, blieb immer in der Region. Die Störchin DEW 5T 405 hat als vorheriger Pflegestorch zweimal - jeweils auf tauben Eiern - in Leiferde gebrütet und ist schon im vorigen Winter hier geblieben. DEW 9T 013 ist ein in Hamburg von einem Windrad schwer verletzter Storch, der in der TiHo Hannover wieder zusammengeflickt und im September nach Leiferde gebracht worden war. Dort ist er inzwischen Freiflieger - und stand heute mittag im neuen Mast-Nest. Im Kreis Celle hat es übrigens nur vor zwei Jahren mal eine Überwinterung gegeben. Die Großmoorer Störchin DEW 2T 566 verschwand dann im zeitigen Frühjahr - und wurde seitdem nie wieder gemeldet.

Die ersten Rückkehrer treffen bereits ein
Montag, 20. Januar 2020

Von unserer Spanien-Beobachterin Elena Del Val erreicht uns die Information, dass aus Gebiet bei Pinto ca. 50 km südlich von Madrid fast alle der dort rund 10.000 überwinternden Weißstörche nun abgezogen sind. Von den 166 bei Büttelborn (Hessen) überwinternden Störchen ist auch schon rund die Hälfte losgeflogen. Diese beiden Meldungen deuten schon darauf hin, dass die ersten Rückkehrer diesmal noch eher bei uns eintreffen können als in den Jahren zuvor. Und in der Tat: aus der Wesermarsch werden bereits 12 Neu-Ankömmlinge gemeldet, aus der Region Hannover drei (Alt-Laatzen, Schloss Ricklingen, Stelingen), aus dem Landkreis Göttingen 2 (Seeburg), aus Braunschweig (Watenbüttel) und dem Ost-Drömling (Mieste) je einer - und allesamt früher als sonst. Somit ist nicht ausgeschlossen, dass die ersten Störche bald auch in den Kreis Gifhorn (im Vorjahr kam der erste am 9. Februar in Rothemühle) und in den Kreis Celle (im Vorjahr am 14. Februar in Großmoor) zurückkehren.

 

 

 

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