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Weißstörche in den Kreisen Celle und Gifhorn
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Aktuelles im 2. Quartal 2021

 

Rückkehrer in den Kreis Celle - aktueller Stand:

Adelheidsdorf (2), Ahnsbeck (2), Altencelle (2), Altencelle-Burg (2), Bannetze (2), Bannetze-Holzweg (2), Becklingen (2), Bleckmar (2), Bockelskamp (2), Celle-Stadt (2), Großmoor (2), Hambühren (2), Hohne (2), Hornbostel (2), Jeversen (2), Langlingen-Mylius (2), Langlingen-Schleuse (2), Meißendorf (2), Nienhagen (2), Offensen (2), Oldau (2), Osterloh (1), Stedden (2), Thören (1-), Wathlingen (2), Wieckenberg (2), Winsen/Jann Hinsch Hof (2), Winsen/Schornstein (2), Wolthausen (2)
derzeit insgesamt 27 Paare ( Vorjahr 23 Paare)

Rückkehrer in den Kreis Gifhorn - aktueller Stand:

Adenbüttel (2), Ahnsen (2), Allerbüttel (2), Ausbüttel (1+1Ü), Barwedel (2), Bergfeld (2), Betzhorn (2), Böckelse (2), Calberlah (2), Dannenbüttel (2), Didderse (2), Dieckhorst (2), Ettenbüttel (2), Gerstenbüttel (2), GF-Kästorf (2), GF-Lehmweg (2), GF-Winkel (2), Gravenhorst (2-), Groß Schwülper (2), Hankensbüttel (2), Hillerse (2), Hoitlingen (2), Hülperode (2), Hülperode a.d. Alten Zollhaus (2), Jembke (2), Klein Schwülper-Baum (2), Klein Schwülper-Süd/Okeraue (2), Knesebeck (2), Lagesbüttel-Schunterbrücke (2), Leiferde NABU AZ-Mast 1 (2), Leiferde NABU AZ Mast 2 (2), Leiferde NABU AZ-Schornstein (2), Leiferde Kirche (2), Leiferde Klotz (2), Leiferde Plack (2), Lüben (2), Müden-Alleraue (1-), Müden-Langenklint (1-), Neudorf-Platendorf 99C (2), Neuhaus (2), Osloß H41 (2), Osloß H49 (1), Parsau-Ort (2), Radenbeck (1), Ribbesbüttel (2), Rötgesbüttel (2), Rothemühle (2), Rothemühle/Mühle (2), Rühen (2), Schönewörde (2), Tappenbeck (2), Teichgut (2), Triangel (2), Tülau-Fahrenhorst (2), Ummern-Ost (2), Ummern-West (2), Volkse (2), Vollbüttel (2), Vorhop (2), Wahrenholz (2), Walle (2), Wasbüttel (2), Wesendorf-Mitte (2), Westerholz (2), Weyhausen-Süd/Hohe Horst (2), Weyhausen-West (2), Wittingen (2), Zasenbeck (2)
derzeit insgesamt 63 Paare (Vorjahr 58 Paare)

(1Ü ) = Storch hat überwintert ; (1?) = nicht sicher; (1-) = Storch ist wieder abgezogen

Freitag, 14. Mai 2021
Brutabbruch nun auch bei Fridolin und Mai -
Tod der Jungen durch Aspergillose?

Am Mittwoch waren, wie die webcam zeigte, die drei Storchenjungen im Nest auf dem Schornstein im NABU AZ Leiferde noch ganz munter. Donnerstag morgen lebte keins von ihnen mehr. Ein abgeworfenes Junges wurde geborgen und wird zur Untersuchung eingeschickt. Es spricht, wie auch schon zuvor in diesem Jahr in Ahnsen (GF) und Altencelle (CE), sehr viel für Aspergillose als Todesursache. Diese Schimmelpilzerkrankung der Atemwege befällt insbesondere Storchenjunge bis zum Alter von drei Wochen und führt innerhalb kurzer Zeit zum Tode. Von 103 durch die TiHo Hannover untersuchten verendeten Storchenjungen starben 45,6% an Aspergillose (weitere wesentliche Ursachen: Unterkühlung durch kalten Dauerregen, Nahrungsmangel, Fütterung mit Gummiringen). Aber wie kommt es zu dieser Erkrankung? Dazu gibt es bisher doch sehr unterschiedliche Erklärungen: "Die Aspergillus-Sporen kommen überall in der Natur vor. Ihre teilweise explosionsartige Vermehrung kann besonders bei warmen feuchten Bedingungen erfolgen. Ins Nest eingetragene frischer Grasschnitt soll die Schimmelpilzbildung fördern. Gefährdet sind insbesondere durch Mangelernährung geschwächte Junge. Aspergillose erfolgt häufig nach gravierenden Temperaturstürzen" ... Nach unseren Erfahrungen traf aber mal nur das eine, mal das andere zu, und manchmal auch gar nichts von alledem, wie im Vorjahr in Nienhagen (CE). Und doch waren die Jungen nachweislich an Aspergillose gestorben.

Was können wir als Weißstorchbetreuer tun? Die Antworten von Tierärzten in der TiHo gingen von " Betreuung nur mit Schutzanzug, Nest vollständig abtragen, alles desinfizieren" bis "da kann man nichts machen. Das ist eben in der Natur so". Wir als Betreuer in den Kreisen Celle und Gifhorn haben wir uns für einen Mittelweg entschieden: Bei mehrfachem Vorkommen von Aspergillose in einem Nest oder zumindest beim Verdacht darauf soll, wenn möglich, ein größerer Teil des Nestes abgetragen werden. Diese Maßnahme führte nun schon in mehreren Fällen dazu, dass im Folgejahr dort keine Aspergillose auftrat.

Dienstag, 11. Mai 2021
Jungenschlupf,
aktuelle Meldungen mit zwei Entwarnungen

Tappenbeck 2021 (R.Lunde)Die Zeit, in der Storchenjunge schlüpfen, erstreckt sich bei uns von etwa Mitte April bis Mitte Juni, also über zwei Monate hin. Somit sind jetzt einige Junge schon älter als drei Wochen, während andere ihre Eischale gerade aufbrechen. Manche Storchenpaare haben erst vor kurzem zu brüten begonnen. Wieder andere sind jetzt noch mit dem Nestbau beschäftigt, und einige machen bisher keine Anstalten, noch mit dem Brutgeschäft anzufangen. Die Erfahrung zeigt: Wenn bis Mitte Mai nicht damit begonnen wurde, wird die Aussicht auf eine erfolgreiche Brut von Tag zu Tag geringer.

Aktuelle Storchennachrichten: Im Kreis Celle haben sich zwei weitere Paare angesiedelt, und zwar in Becklingen und Wieckenberg. Die Anzahl der Storchenpaare ist damit auf 27 gestiegen (Vorjahr 23). Einen Brutabbruch gab es in Altencelle. Vermutlich sind die Jungen der Aspergillose zum Opfer gefallen, einer Schimmelpilzerkrankung der Atemwege, die innerhalb kürzester Zeit zum Tode führt.

Im Kreis Gifhorn wurden zwei tote Störche gemeldet, der eine in einem Graben nahe dem Storchennest in Parsau, der andere auf der B188 östlich von Weyhausen. Storchenmitbetreuerin Rita Lunde eilte zum Geschehen - und konnte in beiden Fällen Entwarnung geben. Es handelte sich jeweils um einen toten Mäusebussard.

Donnerstag, 6. Mai 2021
Den Ernstfall geprobt?

Screenshot A. FerduschAb einem Alter von ca. drei Wochen werden die Storchenjungen von den Eltern nicht mehr gehudert. Wenn sie dann kaltem Dauerregen ausgesetzt sind, kann es sein, dass sie verklammen und sterben. Gestern begann es in Hohne (CE) bei kräftigen Böen heftig zu regnen. Das eine Junge, erst 17 Tage alt, blieb dennoch einige Minuten sozusagen im Windschatten neben dem Elternstorch sitzen (Screenshot von A. Ferdusch), bevor es dann doch in die noch schützende elterliche Geborgenheit zurückkehrte.

Dienstag, 4. Mai 2021
Erster diesjähriger Schlupf aus Nachgelege, aber auch ein weiterer Abbruch

Derzeit haben wir im Kreis Gifhorn drei Neststandorte, bei denen die Störchin nach einem Brutabbruch nachgelegt hat. In Osloß war Brutbeginn der 23. März gewesen. Am 25. März gab es heftige Kämpfe um das Nest. Dabei wurden die bereits vorhandenen Eier zerstört und dann die Brut abgebrochen. Am 2. April, also acht Tage danach, begann das selbe Paar erneut zu brüten. 31 Tage später konnten nun gestern erstmals Fütterungsaktivitäten festgestellt werden (Beobachtungen R. Lunde). Nun dürfen wir gespannt sein, ob die Storchenpaare in Ummern-West und Rötgesbüttel, den anderen beiden Standorten mit Nachgelege, ebenfalls erfolgreich sein werden. Zugute kam allen drei Paaren, dass der Abbruch jeweils in der Anfangszeit der Brutphase erfolgt war.

Einen Brutabbruch gab es nun gestern auch in Ahnsen. Die Eltern stehen im Nest. Es wird nicht mehr gefüttert und gehudert. Die vier Jungen leben nicht mehr. Sie wurden nur zwei Wochen alt (Beobachtungen Fr. Börner). Da es zuvor weder Storchenkämpfe, noch Unwetter, noch einen Nahrungsengpass gegeben hat und beide Eltern weiter anwesend sind, spricht alles dafür, dass die Jungen an Aspergillose gestorben sind. Diese Schimmelpilzerkrankung der Atemwege mit damit verbundener Lungenentzündung führt innerhalb kurzer Zeit zum Tode. Aspergillose ist die häufigste Ursache bei Todesfällen insbesondere von noch sehr jungen Nestlingen. Da in Ahnsen die Brut ja schon weit fortgeschritten war, ist hier die Aussicht auf ein Nachgelege nur sehr gering.

Ein weiteres Storchenpaar hat sich nun in Böckelse (GF) niedergelassen. Der eine Partner ist vermutlich identisch mit dem Einzelstorch auf dem Mast Müden-Alleraue, der seitdem dort nicht mehr gesichtet wurde.

Montag, 3. Mai 2021
Derzeit gute Nahrungssituation -
nun auch für den Nachwuchs von Fridolin und Mai

Die Regenfälle der letzten Tage kommen auch den schon geschlüpften Jungen in den Storchennestern zugute. Regenwürmer gibt es jetzt in Mengen. Eine Beobachtung am Samstag in Wahrenholz: Der eine Brutstorch flog vom Nest auf der Kirche in eine nahe gelegene Wiese und begann zu sammeln. Immer wieder pickte er zum Boden hin. Kaum eine halbe Stunde später hatte er schon genug geerntet, flog zum Nest zurück und fütterte die - mindestens - drei Jungen im Alter von knapp einer Woche mit einem großen Klumpen Regenwürmern. Dieser Regen kommt genau richtig, nachdem für die ab Mitte April geschlüpften Jungen das vorhandene Futter (Regenwürmer, Käfer u.a. auch von umgepflügten Äckern) bisher ausgereicht hatte. In den meisten Storchennestern mit schon geschlüpften Jungen sind, soweit möglich, derzeit drei bis vier Junge zu sehen, so in Großmoor, Hohne und Nienhagen (CE) und in Ahnsen (dort aber wohl heute Brutabbruch), GF-Kästorf, GF-Lehmweg, Rothemühle, Tappenbeck, Wahrenholz, Wasbüttel und Wesendorf (GF). Auch dazu zählt nun der Nachwuchs von Fridolin und Mai im Nest auf dem Schornstein im NABU AZ Leiferde, während in den Nestern auf Mast 1 und 2 bisher ein Junges gesichtet wurde. Für sie alle dürfte es in nächster Zeit genug zu fressen geben.

Sonntag, 2. Mai 2021
Überbehütet?

Heute vormittag Storchennest GF-Kästorf: Die - gegenüber dem Vorjahr neue - Störchin sitzt über den Jungen. Partner Georg kommt. Sie steht auf. Er füttert. Sie frisst auch etwas davon - und setzt sich wieder. Partner Georg scheint irritiert. Eigentlich hätte er doch jetzt die Jungen hudern und sie sich auf Nahrungssuche begeben müssen. Nach einigen Minuten fliegt er wieder ab. Nach einer Viertelstunde kehrt er zurück. Nun geht alles ganz schnell. Sie steht auf, er setzt sich, sie fliegt ab. - Auf den ersten Blick scheint das ein Fall von Überbehütung durch die Störchin zu sein. Sie kann sich zunächst nicht lösen von den Jungen - möchte sie weiter selbst schützen und bewahren.

Eine Erklärung dafür findet sich im Geschehen fünf Tage zuvor: Sie sitzt auf den da erst seit kurzem geschlüpften Jungen. Georg ist unterwegs. Unversehens erfolgt dann der Angriff: Eine anderer Storch (sehr wahrscheinlich die ostziehende Vorgängerin, die erst jetzt zurückgekehrt ist) greift an, versucht das Nest zu erobern. Es kommt zu einem heftigen Kampf auf dem Nest- mit Hin- und Hergeschubse, aufeinander Einstechen. Keine will nachgeben. Der Hals der Brutstörchin wird eingeklemmt, ihr Kopf mit Schnabelhieben attackiert, sie blutet. Dann kommt Georg zurück. Mit vereinten Kräften gelingt es, die Angreiferin zu vertreiben. Fast eine halbe Stunde hatte die Auseinandersetzung gedauert. Es bestand die Befürchtung, dass die Störchin vielleicht sogar das linke Augenlicht verloren haben könnte. Und konnten die ja noch ganz kleinen Jungen das alles überlebt haben? Am nächsten Morgen dann die Entwarnung: Es wird gefüttert. Die Jungen leben. Die Störchin kann offensichtlich auch mit dem linken Auge sehen. Auf dem Hintergrund dieses Geschehens am Dienstag wird das Verhalten der Störchin heute vormittag schon verständlich, zumal kurz zuvor schon wieder ein Fremdstorch aufgetaucht war.

Samstag, 1. Mai 2021
Überraschende Wendung in Knesebeck -
weitere Junge geschlüpft

32 Tage nach Brutbeginn schlüpfen die ersten Storchenjungen. Wenn die Altstörche aber nach sechs oder noch mehr Wochen immer noch brüten, sind entweder die Eier taub (unbefruchtet) oder die Embryos in den Eiern abgestorben (erfroren oder aufgrund chemischer Prozesse). Nach dieser Rechnung hätten in Knesebeck (GF) die Jungen ab dem 18. April schlüpfen müssen. Bisher allerdings und somit schon fast zwei Wochen nach dem errechneten Termin konnten keine Fütterungsaktivitäten beobachtet werden. Es wurde weiter gebrütet und gewechselt. Doch nun heute die Überraschung: Es wird erstmals gefüttert - mit anschließendem großen Resteverzehr. Eine mögliche Erklärung ist, dass bei den regelmäßigen Kontrollfahrten zwar immer ein Partner gesessen, die Brut da aber noch nicht begonnen hatte. Es ist aber auch nicht auszuschließen, dass es sehr bald einen Brutabbruch mit anschließendem Nachgelege oder neuer Partnerin gegeben hat, ohne dass wir das gemerkt haben. Beides habe ich bisher nur ganz selten erlebt.

Bisher sind außerdem Storchenjunge im Kreis Gifhorn geschlüpft in Ahnsen, Dannenbüttel, GF-Kästorf, GF-Lehmweg, Jembke, Klein Schwülper-Baum, Leiferde Mast 2 (und wohl auch 1), Rothemühle, Rühen, Tappenbeck, Triangel, Wahrenholz, Wesendorf, und Wasbüttel.

Seit gestern gibt es nun auch im Nest Weyhausen-Süd/Hohe Horst ein Storchenpaar. Es hatte zunächst in der Deponie WOB gebrütet. Nach dem Brutabbruch dort ist es nun "aufs Land" gezogen. Damit erhöht sich die Zahl der Weißstorchpaare im Kreis Gifhorn auf nunmehr 61 (Vorjahr insgesamt 58 Paare).

Dienstag, 27. April 2021
Schwarzstorch greift Weißstorch-Nest an

Schwarzstorch-Attacke in Hamühren(26.4.21sAm gestrigen Montag bekamen die auf einem Hofgelände in Hambühren (CE) brütenden Weißstörche unwillkommenen Besuch: Ein Schwarzstorch versuchte, auf dem Nest zu landen, wurde aber erfolgreich abgewehrt (siehe Foto!). Er kreiste, gewann an Höhe und kam zurück im Sturzflug, wobei er den Kopf des einen Nestverteidigers nur knapp verfehlte. Er kreiste dann noch eine Zeitlang, bevor er aufgab und wieder verschwand.

Dass ein an sich ja sehr scheuer Schwarzstorch Weißstorchnester im Ort angreift, kommt relativ selten vor. In Clenze (Lüchow-Dannenberg) versuchte im Mai 2017 etliche Tage lang ein Schwarzstorch vergeblich, ins Nest auf der Kirche zu gelangen. Seitdem taucht er alljährlich an Weißstorchnestern in der Region auf, in diesem Jahr bereits in Schnega (Information A. Borschel). In Edertal (Nordhessen) attackierte ebenfalls im Mai 2017 eine Gruppe aus zwei Weiß- und einem Schwarzstorch das Weißstorchnest. Im späteren Verlauf der Saison hielt sich ein (der?) Schwarzstorch immer mal wieder in Nestnähe auf. Vor Augen habe ich auch ein Foto von vor gut fünf Jahren aus Süddeutschland, wo auf demselben Gebäude zwei Meter unterhalb des besetzen Weißstorchnestes ein Schwarzstorch sein Nest baute.

Eine mögliche Erklärung für solches ungewöhnliche Schwarzstorchverhalten könnte eine Fehlprägung in einer Aufzucht/ Pflege gemeinsam mit Weißstörchen sein. Eine etwas mißverstandene Revierverteidigung wird es im Fall Hambühren wohl kaum sein, denn auch im weiteren Umkreis ist kein Schwarzstorchvorkommen bekannt. Oder handelt es sich vielleicht um eine fehlgesteuerte erwachende Brutreife?

Neue Weißstorchinformationen: Ein Paar mit einem zweijährigen, aus Wendeburg (PE) stammenden Männchen hat sich seit Sonntag in GF-Winkel niedergelassen und tags darauf auch schon heftige Kämpfe mit weiteren Interessenten bestanden.

Sonntag, 25. April 2021
Weitere Nachgelege, zwei neue Brutabbrüche und eine Gefährdung

Am 5. April hatte das vorjährige Männchen des Nestes Ummern-West (GF) seinen diesjährigen Nachfolger vertrieben und die Eier zerstört. Es stellte sich nun die Frage, ob das ja gebliebene Weibchen nach einer Pause erneut legen würde. Dies ist der Fall, es wird wieder festgebrütet. Somit gibt es nach Osloß auch bei der zweiten in diesem Jahr abgebrochen Brut ein Nachgelege. Übrigens: die Befürchtung, in Ummern könnte ja jetzt auch noch die Störchin vom Vorjahr zurückkommen und ihrerseits auch die zweite Brut zerstören, ist relativ unwahrscheinlich. Ich konnte sie am Mittwoch als neue Partnerin des Storchenmännchens in Lüben (GF) ablesen. Aktuell sieht es ferner danach aus, dass nun auch in Rötgesbüttel, dem dritten Nest mit dem Abbruch am 14. April, wieder gebrütet wird.

Die Hoffnung auf ein Nachgelege bleibt nun in Altencelle-Burg (CE). Gestern erfolgte dort der Brutabbruch, nachdem bei Kämpfen um das Nest das Gelege zerstört worden war. Ein weiterer Brutabbruch fand heute in Calberlah-Wiesen statt. Das erst zweijährige Männchen ist nicht mehr da. Nun sind beide Partner ohne Ring. In Dieckhorst (GF) wird das neue Nest mit dem bereits bereits brütenden Paar seit fünf Tagen von einem dritten Storch attackiert, bei dem es sich möglicherweise um einen der Brutstörche vom Vorjahr auf dem nahen Mast Müden-Alleraue handelt. Noch kann sich das Paar behaupten und sein Gelege schützen.

Freitag, 23. April 2021
Weitere Junge geschlüpft -
nun 10 Paare in der Gemeinde Schwülper

Nienhagen 23.4 2021 webcamNachdem das 2. Ei gelegt ist, brüten die Störche fest. 32 Tage später schlüpfen die ersten Jungen - oft zwei an einem Tag, da ja die ersten beiden Eier ziemlich gleichlang bebrütet werden. So schlüpfte, dokumentiert von der Webcam, gestern in Nienhagen (CE) zwischen 14.00 und 14.07 das erste und zwischen 15.00 und 15.13 (Information J. Bieda) das zweite Junge. Eine leere Eischale am Nestrand zeugt auch vom Geschehen. Morgen wird dann mit dem dritten Jungen gerechnet, mit dem vierten zwei Tage danach. Dieser Schlupfrhythmus fand seine Bestätigung nun auch im Nest Hoher Hof 36 in Wendeburg (PE). Schlupftermine waren hier der 19. (2), 21. und 23. April (Meldung D. Kaufmann). Geschlüpft sind nun auch die ersten Jungen in Winsen/Aller (CE) und Ahnsen sowie Rothemühle (GF).

In Groß Schwülper hat sich seit Sonntag auf der Nisthilfe im Schloßgarten ebenfalls ein Paar angesiedelt (beide unberingt). Es ist dies das zehnte besetzte Nest in der Gemeinde Schwülper. Das Nest zwischen den gekappten Zweigen einer Eiche am Parkplatz Altes Zollhaus in Hülperode wächst stetig. Eine Brut scheint möglich. In Ribbesbüttel hält sich seit vier Tagen DEW 6T 430 auf, geschlüpft 2017 in Triangel. Dieser Storch war bereits 2020 mehrere Tage hier, nachdem das Nest nach Brutabbruch und Abzug des damaligen Brutpaares wieder leer war.

Montag, 19. April 2021
Auch im Kreis Celle wird gefüttert

Hohne Screenshot19.04.21Wie im Kreis Gifhorn sind auch im Kreis Celle die ersten Storchenjungen geschlüpft. Im Nest auf der Kirche in Hohne waren heute sogar schon drei Köpfchen zu sehen (siehe Screenshot!). In Großmoor konnten ebenfalls Fütterungsaktivitäten beobachtet werden. Für die Jungen, die in diesen Tagen schlüpfen, finden die Storcheneltern Nahrung auch auf den Äckern, die erst jetzt gepflügt werden. Regenwürmer, die Hauptspeise für den Storchennachwuchs in den ersten Wochen, Käfer, Insektenlarven und manches mehr wird dabei freigelegt und kann erbeutet werden. Einige Zeit später - und damit auch für dann geschlüpfte Storchenjunge - fallen auch diese Äcker dann als Storchen-Nahrungsflächen weitgehend aus.

Ein erster Storch steht nun auch auf dem Nest in Radenbeck (GF).

Sonntag, 18. April 2021
Nun neun Storchenpaare in der Gemeinde Schwülper

Der Bereich BS-Rieselfelder-ALBA Deponie-Okeraue zieht immer mehr Weißstörche an. An der westliche Seite haben sich in der Gemeinde Wendeburg mit Ortsteilen bereits 10 Paare angesiedelt. Auf der östliche Seite sind es in der Gemeinde Schwülper mit Ortsteilen nun schon neun Paare. Neu gegenüber dem Vorjahr ist das nun besetzte Nest in Rothemühle-Mühle. Dorthin gewechselt ist das vorjährige Paar vom Nest auf der Jagdkanzel in der Okeraue, das nun nicht mehr existiert. Das an seiner Stelle errichtete Nest auf Mast nahe der Autobahn war mittlerweile schon von einem weiteren ganz neuen Paar besiedelt worden und stand somit als Alternative nicht mehr zur Verfügung. Außerdem hat ein ganz junges Paar mit dem zweijährigen Ringstorch DEW 9T 872 begonnen, auf den gekappten Seitenästen einer Eiche am Parkplatz vom Alten Zollhaus in Hülperode ein Nest zu bauen. Da sich auch in Lagesbüttel-Rotdornallee nach zweijähriger Pause wieder ein Paar niedergelassen hat, teilen sich die nun neun Storchenpaare in der Gemeinde Schwülper so auf: je zwei in Hülperode, Klein Schwülper, Lagesbüttel und Rothemühle, sowie eins in Walle. Nur in Groß Schwülper ist noch kein Nest besetzt.

Im Kreis Gifhorn neu eingetroffen ist der zweite Storch in Lüben.

Samstag, 17. April 2021
Die ersten Jungen sind geschlüpft -
weitere Paare kommen an

Mit der Ablage des zweiten Eies beginnen die Störche, fest zu brüten. 32 Tage danach schlüpfen die ersten Jungen. Der früheste Brutbeginn war im Kreis Gifhorn am 15. März in Wesendorf. Demzufolge müßten jetzt die ersten Jungen geschlüpft sein. Meine Beobachtungen heute ergaben: ein mehrfaches kurzes Aufstehen des sitzenden Männchens mit Beschäftigung im Nest, Kopf nach unten gereckt, mit leisem Schnabelklappern, Unruhe während des Sitzens. Als dann das Weibchen kam, wurde eindeutig gefüttert mit anschließendem reichhaltigem Resteverzehr. Und dann - bei 10° Temperatur - setzte sich nun das Weibchen schnell wieder hin. Nächste Neststandorte mit dem errechneten Schlüpfen der ersten Jungen sind Wahrenholz, Knesebeck, Ahnsen und Rothemühle. Im Kreis Celle müsste in Hohne der Schlupfbeginn unmittelbar bevor stehen, und anschließend dann in Großmoor, Winsen und Nienhagen.

In den letzten vier Tagen haben sich im Kreis Gifhorn weitere Storchenpaare niedergelassen, und zwar in Barwedel, Bergfeld, Gravenhorst (neu!), Hillerse, Parsau-Ort und Rothemühle-Mühle (neu!). Hier müssen die nächsten Tage zeigen, ob sie bleiben.

Freitag, 16. April 2021
Anstieg der Storchenpaare im Kreis Celle

Im Vorjahr siedelten sich 23 Storchenpaare im Kreis Celle an (2018: 19; 2019: 22). Aktuell sind es nun schon 25 Paare. Von den 2020 besetzten Nestern ist allein das auf dem Kloster Wienhausen noch leer. Neu hinzugekommen sind bisher drei Paare, und bei jedem hat zumindest ein Partner schon eine Vorgeschichte.

Das Männchen des neuen Paares in Offensen ist DEW 7T 786. Es hatte im vorigen Jahr als Zweijähriger in Müden-Langenklint (GF) gebrütet, bis es dort zu Kämpfen mit Brutabbruch kam. In diesem Jahr widerfuhr ihm das Gleiche nun in Ummern-West (GF). Zu Ostern musste es nach blutigen Kämpfen seinen Platz räumen. Seine neue Partnerin in Offensen ist erst zwei Jahre alt.

Seinen ersten Brutversuch startete nun das dreijährigen Männchen DEW 7T 781 in Bleckmar, musste dann aber seinem Vorgänger weichen. Mit einer neuen Partnerin siedelte es sich jetzt auf dem Gelände vom Jann Hinsch Hof in Winsen/Aller an. Dort hatte es überhaupt erst eine Brut gegeben. 2019 fiel dabei der Nachwuchs einem Hagelunwetter zum Opfer. Das Besondere an diesem Standort: es ist nur 600 m von dem Nest auf dem Schornstein der ehemaligen Schlachterei Kleinschmidt entfernt. Von dem dortigen Paar waren all die Jahre zuvor weitere Ansiedlungsversuche im Ort verhindert worden. Wie wird es dieses Jahr sein?

Die Brutstörchin 2019 auf dem Jan Hinsch Hof war DEW 4T 459. 2020 brütete sie dann im benachbarten Bannetze. Dort fand sie diesmal bei ihrer Rückkehr ihren Platz schon besetzt. Aufgeben wollte sie aber zumindest das Revier nicht. Nun hat sie mit einem unberingten Partner das Nest im Holzweg bezogen. Dies liegt kaum 200 Meter vom Nest auf der Wiese entfernt. Vor 3 Jahren hatte das schon mal ein junges Paar versucht. Es konnte sich dort aber nicht behaupten, war nach wenigen Tagen weitergezogen und hatte sich in Meißendorf-Breliendamm niedergelassen. Ob es in diesem Jahr möglich sein wird, dass in Bannetze erstmals überhaupt zwei Paare brüten?

Mittwoch, 14. April 2021
Nun doch Brutabbruch in Rötgesbüttel -
neue junge Paare angekommen

Nun hat es der langjährige ostziehende männliche Brutstorch in Rötgesbüttel (GF) doch noch geschafft, "sein" bereits besetztes Nest zurück zu erobern. Beim ersten Versuch, das neue Männchen zu vertreiben, hatte er Erfolg gehabt - aber nur für einen halben Tag. Dann musste er seinem Nachfolger wieder weichen. Erstaunlich war, dass die Eier die damaligen heftigen Kämpfe heil überstanden hatten. Es wurde weiter gebrütet (siehe 6. April 2021) - bis heute morgen. Da gelang es dem alten Männchen dann erneut , das neue zu vertreiben und dessen Stelle einzunehmen. Diesmal zögerte es nicht, die nun bereits seit 16 Tagen bebrüteten Eier aus dem Nest zu werfen. Reste davon fand ich unten auf dem Boden. Ob auch jetzt noch ein Nachgelege des weiter dagebliebenen Weibchens erfolgen kann, ist ungewiß.

Weiter sind vor allem junge Storchenpaare unterwegs. In Gerstenbüttel (GF) ließ sich ein Paar nieder, bei dem ein Partner vor zwei Jahren in Betzhorn (GF) beringt wurde. Gestern hatte es zunächst ohne Erfolg versucht, das Paar in Müden-Dieckhorst zu vertreiben und war anschließend auf die Nisthilfe im Nachbarort gezogen. Es blieb auch heute dort. Ein unberingtes Paar ließ sich in Hillerse nieder, ein beringtes in Barwedel. Ob sie bleiben werden? Übrigens: Nun hat auch das sechste Paar in Leiferde, das in kurzer Zeit auf einer Schornstein-Abdeckung ein Nest gebaut hatte (siehe 12. April 2021), mit der Brut begonnen.

Montag, 12. April 2021
Storchendorf Leiferde: Sechstes Paar siedelt sich an

Leiferde-Klotz Nestbau 2021 (Fr.Börner)Weißstörche haben oft ihr festes Revier, das sie vehement gegen Konkurrenten verteidigen. Sie können aber auch in Kolonien brüten. In Leiferde (GF) siedelt sich derzeit ein sechstes Storchenpaar an. Zunächst versuchte es, den zu der Zeit meist alleingelassenen Fridolin vom Nest auf dem Schornstein im NABU AZ zu vertreiben. Das gelang nicht. Vor gut zehn Tagen begann es dann, auf einer Schornstein-Abdeckung in der Hauptstraße nebenan erste Zweige einzutragen. Anfangs fielen die meisten von der welligen Unterlage wieder runter. Inzwischen aber hat das Paar erhebliche Fortschritte beim Nestbau gemacht (Foto Fr. Börner vom 09.04.21). Die Hausbesitzer verzichten derzeit auf die Nutzung ihres Kamins, zu dem dieser Schornstein gehört. Nun sind alle gespannt, ob das junge Paar mit dem erst zweijährigen Männchen DEW 9T 610 auch schon zur Brut schreitet.

Mit seinen nun sechs besetzten Nestern weist Leiferde durchaus schon eine kleine Storchenkolonie auf. Eine wesentliche Ursache für eine Koloniebildung ist, dass sich Störche gerne dorthin ziehen, wo bereits mehrere Artgenossen sind. Dies ist in Leiferde allein schon durch die Pflegestörche im Freigehege des AZ gegeben. Außerdem sind die Nahrungsvoraussetzungen mit den nach Osten gelegenen ausgedehnten Grünlandflächen einschließlich des Viehmoores günstig. Extra gefüttert werden die sechs Paare samt ihrem Nachwuchs nicht. Zuweilen gelingt es dem einen oder anderen aber doch, nach der Fütterung der Gehegestörche einen Happen zu ergattern.

Drei (auf dem Molkereischornstein, Mast 1 und 2) der nun sechs Storchennester sind auf bereitgestellten Unterlagen entstanden, die anderen drei (auf gekappter Eiche, dem Kreuz der Kirche und nun der Schornstein-Abdeckung) von den Paaren selbst gebaut. Eine weitere noch nicht genutzte Nisthilfe gibt es tief unterhalb des Nestes auf dem Kreuz der Kirche auf dem Dach der Scheune nebenan. Dieser Standort war aber dem jungen Paar nicht genehm und wäre vermutlich von dem oben brütenden Storchenpaar auch kaum geduldet worden. Denn auch in einer Storchenkolonie gilt meist: Ein gewisser Abstand sollte doch sein.

Weitere Storchenrückkehrer melden Zasenbeck (nun 2) und Adenbüttel (2).

Samstag, 10. April 2021
Ost-West Konflikte

Die Kreise Celle (ca. 80% West-, 20% Ostzieher) und Gifhorn (ca. 75% West- , 25% Ostzieher) liegen in einem Siedlungs-Mischgebiet. Die Westzieher weisen weiterhin eine steigende Tendenz auf. Aufgrund des kürzeren Reiseweges treffen sie wesentlich früher wieder bei uns ein und besetzen dadurch auch Nester, in denen bisher Ostzieher gebrütet haben. Wenn die dann zurückkommen, kann es zu heftigsten Kämpfen kommen. So geschah es über Ostern in Rötgesbüttel und in Ummern-West (GF). Das neue Paar dort hatte ebenfalls schon mit der Brut begonnen. Das Ostzieher-Männchen eroberte sich seinen Platz zurück. Die drei schon vorhandenen Eier wurden aus dem Nest geworfen. Das erstmals brütende Weibchen darf bleiben - zumindest bis ihre Vorgängerin auch zurückkehrt. Ob es zu einem Nachgelege kommt, ist offen.

Bleckmar 2021-04-09 screenshotGestern nun musste ein ebenfalls dreijähriges Westzieher-Männchen (siehe "sein erster Versuch" vom 17. März) in Bleckmar (CE) seinem ostziehenden Vorgänger weichen. Hämatome und blutende Wunden auf dem Rücken des Siegers (!) zeugen von der Heftigkeit des Kampfes - siehe Foto webcam! Übrigens: Das in Ummern vertriebene Männchen stand gestern mit neuem Weibchen, heute aber solo nun auf der Nisthilfe in Offensen (CE)..

Weitere Veränderungen: In Lüben und Zasenbeck ist der erste Storch eingetroffen, in Teichgut, Vorhop und Wittingen (alle GF), sowie in Wathlingen (CE) nun auch der zweite. In Parsau-Ort wurde seit längerem kein Storch mehr gesichtet.

Mittwoch, 7. April 2021
Osloß : Nach Abbruch wird nun wieder gebrütet - Brutabbruch in Ummern-West

Der erste Brutabbruch dieses Jahres im Kreis Gifhorn fand am 24. März statt in Osloß statt. Das dortige Storchenpaar hatte bereits mit Brüten begonnen, als ein fremdes Paar das Nest attackierte. Das konnte zwar abgewehrt werden, aber die bereits vorhandenen Eier überstanden die Kämpfe nicht. (siehe Beitrag 25.03.21). Gebrütet wurde ab dann nicht mehr. Bei Brutabbrüchen insbesondere in der Brutanfangsphase besteht aber die Möglichkeit, dass nach einer Pause dann nachgelegt wird. Dies ist nun auch in Osloß der Fall. Am 2. April und somit 9 Tage nach dem Abbruch nahm das Paar das Brutgeschäft wieder auf (Meldung R. Lunde).

Einen weiteren Brutabbruch gib es aktuell in Ummern-West. Das neue Männchen musste einem unberingtem Konkurrenten weichen und hat sich nun auf sein Vorjahrs-Brutnest Müden-Langenklint zurückgezogen. Unter dem Nest in Ummern wurden zwei zerstörte Eier gefunden (Meldung Fr. Börner).

In Rötgesbüttel soll auch heute wieder um das Nest gekämpft worden sein. Also hat das vormalige Männchen noch nicht aufgegeben. Die gute Nachricht: Gebrütet wird weiterhin.

 

Dienstag, 6. April 2021
Unerwartete erneute Wendung in Rötgesbüttel

Gestern hatte das nun zurückgekehrte Rötgesbütteler Männchen "sein" Nest , in dem ein neues Paar bereits mit der Brut begonnen hatte, zurückerobert und den Konkurrenten vertrieben. Das Weibchen durfte bleiben. Zerstörte Eier wurden nicht gefunden. Das Weibchen saß dann die ganze Zeit über. Nur kurz stand es auf, machte sich am/im Nest zu schaffen, setzte sich wieder. Der Eroberer wusste offensichtlich nicht so richtig, wie er mit der Situation umgehen sollte. Meist stand er neben ihr, dann setzte er sich dazu. So ging es bis in den Abend hinein. Fragen kamen auf: Könnte es sein, dass die Eier die Kämpfe unbeschadet überstanden hatten? Und wenn ja, war vielleicht auch noch keine Unterkühlung in der Zeit erfolgt, als sich während der Kämpfe eine Zeitlang gar kein Storch im Nest befand? Und wie würde das alles nun weitergehen?

Heute vormittag erfolgte dann die überraschende Entdeckung: Das vertriebene Männchen, zu erkennen an seiner Ringnummer, ist wieder da. Es muss über Nacht oder am frühen Morgen nun seinerseits den Vorgänger wieder vertrieben haben. Das Weibchen sitzt weiterhin. Natürlich muss abgewartet werden, was sich in den nächsten Tagen tut. Aber immerhin besteht jetzt die Hoffnung, dass es vielleicht doch keinen Brutabbruch gegeben hat/ geben wird.

Ostermontag, 5. April 2021
Es war/ist zu befürchten: Brutabbruch in Rötgesbüttel (GF)

Wenn sich westziehende Weißstörche auf dem Nest von zu der Zeit noch nicht eingetroffenen Ostziehern ansiedeln, führt das später bei der Rückkehr der dortigen Nestbesitzer meist zu erheblichen Problemen. Das vorjährige Paar aus Calberlah-Wiesen hatte sich umorientiert und für das Nest in Rötgesbüttel entschieden. Die beiden richteten sich dort ein. Vor einer Woche war Brutbeginn. Doch nun ist dort Schluß mit der Brut. Gestern war das ostziehende Weibchen zurückgekommen - und fand sein Nest besetzt. Es ist dann nach Vollbüttel gewechselt. Heute traf nun auch das langjährige, ebenfalls ostziehende Männchen ein. Es kam zu heftigen Kämpfen. Dem Männchen gelang es, seinen Platz zurück zu erobern und den Konkurrenten zu vertreiben. Die neue Störchin hingegen durfte bleiben. Nun sitzt sie meistens im Nest. Es kann gut sein, dass Eier den Kampf unbeschadet überstanden haben. In diesem Fall wird die Störchin wohl versuchen, sie abzudecken und weiter zu bebrüten. Die Chance allerdings, dass das Männchen nun Brut und Brüten seines Vorgängers übernimmt, ist äußerst gering. Ich habe das jedenfalls noch nicht erlebt. Es ist davon auszugehen, dass das Männchen die ohne sein Mitwirken entstandene Brut aus dem Nest wirft.

Nach Osloß ist dies in Rötgesbüttel bereits der zweite diesjährige Brutabbruch im Kreis Gifhorn. Viele Fragen stellen sich nun: Wird das vertriebene Männchen es weiter versuchen, wieder aufs Nest zu gelangen? Wird es nun auf sein vorjähriges Nest in Calberlah zurückzukehren, wo sich aber inzwischen ein neues, ganz junges Paar angesiedelt hat? Bleibt die dreimalige Rötgesbütteler Störchin weiter in Vollbüttel? Könnte die aktuelle Störchin in Rötgesbüttel nach dem Brutverlust noch einmal nachlegen? Vieles ist derzeit ungeklärt. In der nächsten Zeit wird sich herausstellen, ob und wie es weitergeht.

Im Kreis Gifhorn ist nun seit gestern in Schönewörde auch ein Weibchen, allerdings nicht, weil unberingt, das vom Vorjahr. Es könnte die bisherige Störchin aus dem benachbarten Vorhop sein. Das dortige Männchen hatte ja die freigewordene Stelle in Betzhorn eingenommen. In Teichgut kam gestern DEH H8270 an, das Männchen der letzten Jahren und definitiv ein Ostzieher. Im Kreis Celle neu eingetroffen ist ein unberingtes Paar auf dem Nest Langlingen-Mylius.

Ostersonntag, 4. April 2021
Vollbütteler Männchen nun mit neuer Partnerin

Die Verbindung mit Mai, der Störchin aus Leiferde, war beendet. DER A 8118/9 stand einige Tage allein auf seinem Nest in Vollbüttel. Seit heute aber ist er wieder zu zweit. Allerdings ist nicht seine vorjährige Partnerin bei ihm gelandet, sondern DEH HM 668, die Brutstörchin der letzten drei Jahre aus dem vier km entfernten Rötgesbüttel . Als diese heute dorthin zurückkehren wollte, musste sie feststellen, dass das Nest besetzt war. Das vorjährige Storchenpaar aus Calberlah war nach Rötgesbüttel umgezogen. Es brütet bereits. Ob es dann heute früh zu einem Kampf gekommen ist, ist unklar. Jedenfalls wird weiter gebrütet. Und DEH HM 668 ist nun in Vollbüttel. Ihr Ring ist übrigens wie bei ganz vielen anderen Ostziehern auch teilweise bekotet und darum nicht so leicht abzulesen.

Weitere Störche sind im Kreis Celle eingetroffen. In Wathlingen ist heute als erstes das Männchen des Vorjahres angekommen und in Bleckmar nach dem neuen beringten dreijährigen Storch nun gestern ein unberingter . Schon längere Zeit sind auch in Adelheidsdorf zwei Störche.

Karfreitag, 2. April 2021
Fridolin und Mai brüten (gemeinsam!) -
ein sechstes Paar mit neuer Strategie

In den letzten drei Jahren hatten Fridolin und Mai im Nest auf dem Molkereischornstein im NABU AZ Leiferde gebrütet und gemeinsam vier Junge groß gezogen. In diesem Jahr allerdings war Mai bald nach ihrer Ankunft zum Nest und dortigen Männchen DER A 8118/9 in Vollbüttel gewechselt. Sie kam zwar immer wieder kurz zurück, Paarungen fanden dabei regelmäßig statt, aber neuer Hauptwohnsitz blieb Vollbüttel - bis vor gut einer Woche. Ab dann war sie wieder länger in Leiferde, beteiligte sich sogar an der Nestauspolsterung. In den Nächten blieb sie dann ganz da. Seit vorgestern wird gebrütet - nun doch wieder gemeinsam in Leiferde. Das Männchen in Vollbüttel ist wieder allein, kann aber auf seine vorjährige Partnerin hoffen. Die ist als Ostzieherin noch nicht zurückgekehrt.

Und was macht nun das ganz junge Paar (es wäre das sechste, das sich in Leiferde ansiedelt) , das zwischenzeitlich vergeblich versucht hatte, Fridolin vom Nest zu verdrängen? Es änderte seine Pläne und hat jetzt begonnen, auf der Regenabdeckung des Schornsteins vom Nachbarhaus Zweige einzutragen. Vieles fällt aufgrund mangelnder Haftung herunter, aber erste Nestkonturen sind schon zu erkennen. Ob ein Nestbau an dieser Stelle allerdings überhaupt möglich ist, muss sich erst noch zeigen.

Im Kreis Celle ist neu eingetroffen der zweite Storch in Hambühren. Im Kreis Gifhorn ist das Paar in Tülau-Fahrenhorst nun komplett. Das Männchen in Hoitlingen ist auch nicht mehr allein. Seit gestern ist ein neues Weibchen da. Sie sind dabei, sich aneinander zu gewöhnen.

 

 

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