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Weißstörche in den Kreisen Celle und Gifhorn
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Weißstorch-Jahresbericht 2013 für Niedersachsen/Bremen

Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Weißstorchschutz Niedersachsen/Bremen im NABU Niedersachsen
Sprecherteam: Hans Jürgen Behrmann, Gert Dahms, Achim Mülter
Im Netz

Kontakt: Hans Jürgen Behrmann . Telefon 05145 284289 . E-Mail: hj.behrmann@googlemail.com

Weißstörche / Artenschutz

Weißstörche weiter im Aufwind - Zahl der Storchenpaare und der flüggen Jungen steigt weiter an
Jahresbilanz der LAG Weißstorchschutz Niedersachsen/Bremen im NABU

Verden, Hannover - Seit dem Jahr 1970 werden die Weißstörche in Niedersachsen und Bremen flächendeckend betreut. Ihre ehrenamtliche Tätigkeit üben die Storchenbetreuer seit dem Jahr 2011 nun in der Landesarbeitsgruppe (LAG) Weißstorchschutz im NABU Niedersachsen aus. Auf ihrem diesjährigen Jahrestreffen am vergangenen Samstag (28. September) in Verden/Aller trugen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wieder die von ihnen ermittelten Bestandszahlen zusammen und zogen Bilanz: Das Ergebnis ist erfreulich.

Insgesamt 653 Weißstorchpaare, darunter wieder etliche Neuansiedler, ließen sich in Niedersachsen/Bremen nieder. Insgesamt wurden 1.084 Jungstörche flügge. Nicht mitgezählt sind dabei die ca. 130 fütterungsabhängigen Paare im Bereich von Zoos und Vogelpflegestationen mit ihrem Nachwuchs. "Insgesamt wurde das gute Ergebnis von 2012 (574 Paare mit 971 flüggen Jungen) bei den Paaren noch einmal um 14 Prozent und bei den Jungen um 12 Prozent übertroffen. Es ist dies das beste Resultat seit 42 Jahren", erklärte Hans Jürgen Behrmann vom Sprecherteam der LAG Weißstorchschutz im NABU Niedersachsen.

Rückläufig ist allerdings die Zahl der flüggen Jungen pro Paar. Der diesjährige Wert von 1,67 Jungen pro Paar ist der Zweitniedrigste der letzten 10 Jahre. Eine Ursache dafür ist, dass sich immer mehr Paare die vorhandene Nahrung teilen müssen. Außerdem schreiten zunehmend mehr jüngere Paare zur Brut, die ohnehin einen geringeren Erfolg haben, betonte Hans-Jürgen Behrmann.

Das insgesamt sehr gute Ergebnis dieses Jahres war zunächst so nicht zu erwarten, da die Störche vielfach mit extremer Witterung und deren Auswirkungen fertig werden mussten. Der Winter mit Frost und Schnee dauerte bis in den April hinein. Da waren viele der westziehenden Störche schon längst zurückgekehrt. Sie fanden nur wenig Nahrung, überlebten aber die schwierige Zeit. Regional suchten sie dabei auch vermehrt Deponien mit Biomüllkompostierung auf. So wurden in der Woche vor Ostern auf den Deponien Braunschweig und Wolfsburg zeitweise über sechzig Weißstörche gezählt. Als dann ab dem 5. April die ersten ostziehenden Weißstörche eintrafen, besserten sich dann auch die Nahrungsbedingungen von Tag zu Tag.

Ende Mai erfolgte dann in weiten Teilen Niedersachsens ein mehrtägiger kalter Dauerregen. Die völlig durchnässten Storcheneltern schafften es oft nicht mehr, ihren Nachwuchs zu hudern und zu füttern. Vor allem viele der Jungen, die da schon älter als zwei Wochen waren, starben. Die Jungen hingegen, die in diesen Tagen gerade erst oder noch gar nicht geschlüpft waren, überlebten zumeist. Nach den schweren Regenfällen entwickelten sich die Nahrungsbedingungen für die Störche optimal. Regenwürmer gab es in Hülle und Fülle. In zuvor überschwemmten Senken wurden Fische zur leichten Beute. So wuchsen in den folgenden Wochen sogar mehr Junge als in anderen Jahren heran. Die anfänglichen Verluste wurden teilweise mehr als wettgemacht. Nahrungsengpässe gab es dann regional aufgrund der großen Trockenheit ab Mitte Juni. Regenwürmer fehlten und die Mäusepopulationen war zusammengebrochen. So starben dort auch Junge, die schon älter als vier Wochen waren. Weitere Verluste erfolgten im Juli durch Unwetter. Zwei Jungstörche wurden sogar von Hagelklumpen im Nest erschlagen.

"Insgesamt reichte es aber dennoch für ein gutes Jungenergebnis, das in diesem Jahr vor allem durch die später mit der Brut anfangenden ostziehenden Weißstörche erreicht wurde. Insbesondere in den elbnahen Landkreisen Lüneburg, Lüchow-Dannenberg und Harburg sowie im Landkreis Verden lag die Anzahl der flüggen Jungen über dem Durchschnitt", sagte Hans-Jürgen Behrmann von der LAG Weißstorchschutz im NABU Niedersachsen.

Ein steter Anstieg der Storchenpaare in den letzten Jahren, ist vor allem in den alten Bundesländern zu verzeichnen. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Viele der westziehenden Störche überwintern bereits in Spanien. Gute Nahrungsbedingungen auf Deponien, in Feuchtgebieten und Reisfeldern dort sowie geringere Gefahren auf dem Zug führen dazu, dass mehr Störche überleben und zurückkehren. Auch die ostziehenden Störche fanden zuletzt in Afrika relativ günstige Überwinterungsbedingungen vor.

Hans Jürgen Behrmann weiter: "Es bestehen gute Aussichten, dass sich der Anstieg der Storchenpaare in den nächsten Jahren fortsetzt. Für die Zukunft gilt es daher, für sie und ihren Nachwuchs weiter ausreichend Feuchtgrünland mit entsprechenden Biotopen zu erhalten und darüber hinaus neu zu schaffen."

 

 

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