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Weißstörche in den Kreisen Celle und Gifhorn
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Weißstorchbericht 2016 für den Kreis Celle

 Weißstorch fängt Hermelin, Rieselfelder12. Juli 2016 Weißstorch fängt Hermelin, Rieselfelder12. Juli 2016 Weißstorch fängt Hermelin, Rieselfelder12. Juli 2016
Fotos G. Braemer

Stabile Paarzahl, wenig Nachwuchs und neue Störche zu Besuch
15 Paare begannen mit der Brut – nur 16 Junge wurden flügge
 

1. Jahresübersicht

Gleiche Anzahl der Brutpaare und vier neue Besuchspaare

    Wie in den beiden Vorjahren ließen sich wieder fünfzehn Storchenpaare im Kreis Celle nieder. Damit ist der Bestand stabil geblieben. Der niedersächsische und westdeutsche Trend mit einem jeweils leichten jährlichen Anstieg der Brutpaare trifft auf den Kreis Celle allerdings so noch nicht zu. Positiv ist zu werten, dass sich an vier weiteren Standorten über längere Zeit Besuchspaare aufhielten. Dies geschah in Adelheidsdorf, Altencelle/Burg sowie in den bei-den Neuansiedlungen Bleckmar und Bockelskamp. Somit besteht die Hoffnung, dass diese Störche im nächsten Jahr wiederkommen und dann vielleicht sogar erstmals brüten.

Kettenreaktion durch Wechsel des Weibchens aus Jeversen

    Störche sind entgegen landläufiger Meinung nicht lebenslang partnertreu, oft aber über viele Jahre nesttreu - und das kann dann natürlich auch mit demselben Partner sein. Manchmal kommt es aber auch ganz anders.

    Drei Jahre lang hatte das Weibchen DEW 9X 185 in Jeversen gebrütet. Im vierten Jahr aber wechselte es nun in das Nest auf dem Schornstein der Schlachterei Kleinschmidt in Winsen. Dem danach eintreffenden Winser Weibchen DEW 7X 985 vom Vorjahr gelang es nicht, seinen Platz wieder einzunehmen. Es fand dann aber eine noch freie Stelle im benachbarten Wolthausen. Den verteidigte es dann erfolgreich gegen die später eintreffende dortige Störchin vom Vorjahr. Weil in Jeversen nach dem alles Folgende auslösenden Weibchenwechsel auch das frühere Männchen nicht wiederkam, blieb das Nest dort für einige Tage leer. Dies bemerkte das Paar im benachbarten Thören, zog nach Jeversen um und brütete hier. Auf das dadurch nun freie Nest in Thören zog ein junges neues Paar. Es wurde aber immer wieder von Jeversen aus vertrieben, weil die Störche dort ihr früheres Brutrevier weiterhin beanspruchten.

Keine leichten Bedingungen für Frühbrüter

    Als Ende April die ersten Jungen schlüpften, herrschte unbeständiges Wetter mit Nässe und Kälte. Dies waren zunächst keine guten Voraussetzungen für die heranwachsende Brut. Während es in anderen Regionen (z.B. Nienburg) zu Totalverlusten kam, überstanden bei den drei frühen Paaren ein Junges in Nienhagen und zwei Junge in Hornbostel die ersten zwei Lebenswochen. Nur Altencelle hatte zunächst keine Verluste. In allen drei Fällen handelt es sich um langjährige erfahrene Elternpaare.

Rätselhaftes Jungensterben zwischen Mitte Mai und Mitte Juni

    Dass nicht alle geschlüpften Storchenjungen dann auch flügge werden, ist von der Natur schon so eingeplant. Damit es etwa 2 Junge pro Nest schaffen, legt die Störchin im Schnitt drei bis fünf Eier. Eine mögliche Reduzierung des Nachwuchses erfolgt dann vor allem aufgrund von Nahrungsmangel, kaltem Dauerregen, Krankheiten wie Aspergillose sowie Unglücksfällen und mangelnder Erfahrung der Eltern oder auch direkt durch sie.

    Im Kreis Celle schlüpften in 14 der 15 besetzten Nestern Junge. Dann starben zwischen Mitte Mai und Mitte Juni in sechs Nestern alle Jungen, und zwar in Großmoor, Hambühren, Hohne, Jeversen, Oldau und Wolthausen. Die Gründe für dieses Massensterben bleiben rätselhaft. Eine Hauptursache ist nicht zu erkennen. In dieser Zeit gab es kein außergewöhnlich schlechtes Wetter und auch keinen extremen Nahrungsengpass. Da die Orte weit auseinander liegen, ist auch eine lokal begrenztes Ursache wie etwa eine Vergiftung oder ein möglicher Beutegreifer wie Seeadler, Uhu, Waschbär oder Marder als Erklärung für so viele Todesfälle unwahrscheinlich. Es war nicht möglich, gestorbene Junge frischtot zu bergen und zu untersuchen. Somit bleibt nur die Feststellung, dass es sich in diesem Jahr bei uns um eine ungewöhnliche Häufung von Todesfällen mit weitgehend unbekannter Ursache handelt.

Celler Storchenpaare unterdurchschnittlich produktiv

    In den verbliebenen acht Nestern wurden 16 Junge flügge. Je ein Junges flog aus in Celle/Fritzenwiese und in Nienhagen, je zwei waren es in Bannetze, Hornbostel, Langlingen und Winsen, je drei in Altencelle und Wienhausen. Bei 15 Paaren insgesamt ergibt das einen Schnitt von 1,07 flüggen Jungen. Mit 0,93 noch weniger flügge Junge pro Paar weist nur das Jahr 2014 auf. Den positiven Rekord hält 2015 mit 29 Jungen, 1,93 pro Paar.

    Der Mittelwert für die letzten zehn Jahre liegt im Kreis Celle bei 1,56 flüggen Jungen. Niedersachsenweit flogen in diesem Zeitraum im Schnitt 1,83 Junge aus. Die Störche in unserem Landkreis weisen also im landesweiten Vergleich eine geringere Jungenproduktion auf. Dies lässt darauf schließen, dass die Nahrungsmöglichkeiten - vor allem was ausreichend Feuchtgrünland, Überschwemmungsflächen, Feuchtbiotope und Brachen betrifft - hier nicht so gut sind wie in anderen Regionen des Landes.

2. Celler Weißstorch-Entwicklung in den letzten zehn Jahren - flügge Junge

Jahr

2007

2008

2009

2010

2011

2012

2013

2014

2015

2016

Summe

Adelheidsdorf

 

 

 

 

 

 

 

⊗⊗

 

Ahnsbeck

-

0

0

-

-

-

0

Altencelle

1

2

2+1*

2

3+1*

4

0

0

4

3

21+2*

Altencelle-Burg

 

 

 

 

⊗⊗

⊗⊗

-

⊗⊗

⊗⊗

 

Bannetze

 

 

 

 

 

 

 

1

1

2

4

Bleckmar

 

 

 

 

 

 

 

 

 

⊗⊗

 

Bockelskamp

 

 

 

 

 

 

 

 

 

⊗⊗

 

Celle/Stadt

0

2

1

1

3

0

2

1

10

Dasselsbruch

 

 

 

 

 

⊗⊗

-

-

-

-

 

Eschede

 

 

 

 

 

 

-

-

-

 

Flackenhorst

 

 

 

 

 

-

-

-

 

Großmoor

1

2

0

4

3

1

2

3

4

0

20

Hohne

0

3

2

3

2

1

0

1

2

0

14

Hornbostel

2

2

2

3

4

2

3

0

3

2

23

Jeversen

-

2

1

2

1

0

3

3

0

0

 12

Langlingen

4

3

1

3

4

1

1

1

2

2

22

Nienhagen

2

0

1

2

2

1

2

0

3

1

14

Oldau

-

-

1

0

1

Thören

 

 

 

 

 

 

 

2

2

4

Wathlingen

 

 

 

 

 

 

-

-

 

Wienhausen

3

3

2

2

3

4

0

3

3

23

Winsen

0

3

0

2

3

1

1

2

1

2

15

Wolthausen

 

 

 

 

 

1

2

1

2

0

6

flügge Jungstörche

13

20

13+1*

24

22+1*

16

22

14

29

16

 189+2*

Horstpaare mit
ausgeflogenen Jungen

6

8

8

10

8

10

10

8

12

8

88

Horstpaare ohne (bzw. in
Pflege
station) ausgeflogene Junge

4

3

4

1

4

 4

7

7

3

7

44

Horstpaare insgesamt

10

11

12

11

12

14

17

15

15

15

132

Einzelstorch

-

-

-

-

-

 

 

 

 

 

 

Einzelbesuchsstorch

-

-

-

-

-

 

 

 

2

 

2

Besuchspaare

-

-

-

-

1

 2

 

1

1

4

9

 

3. Vergleich der Horstpaare insgesamt seit 1907 im Kreis Celle mit flüggen Jungen

Jahr

Paare (Junge)

Jahr

Paare (Junge)

1907:

87 (?)

2001:

9 (18)

1934:

33 (72)

2002:

8 (20)

1960:

31 (52)

2003:

8 (25)

1965:

25 (42)

2004:

9 (22)

1970:

15 (26)

2005:

8 (16)

1975:

11 (14)

2006:

7 (15)

1980:

12 (17)

2007:

10 (13)

1985:

7 (10)

2008:

11 (20)

1990:

5 (15)

2009:

12 (13)

1994:

10 (14)

2010:

11 (24)

1995:

10 (17)

2011:

12 (22)

1996:

9 (11)

2012:

14 (16)

1997:

 9 (12)

2013:

17 (22)

1998:

10 (26)

2014:

15 (14)

1999:

10 (21)

2015:

15 (29)

2000:

10 (24)

2016:

15 (16)

 

Diagramm Celle 2015

4. Informationen von den einzelnen Brutstandorten

Besuchsstörche in Adelheidsdorf. Nach der Mahd der Wiesen am Hof Kempken hielten sich ab dem 30 Mai fast vier Wochen lang um die zehn noch nicht brutreife Störche auf den Flächen auf. Zwei von ihnen im Alter von zwei und drei Jahren nahmen in dieser Zeit die Nisthilfe vor Ort in Besitz. Anschließend zogen sie dann aber mit den anderen weiter.

Altenceller Jungstorch paddelt an Land. Was passiert, wenn ein Jungstorch bei einem seiner ersten Freiflüge versehentlich mitten in einem großen dort mindestens zwei Meter tiefen Teich landet? Die Antwort aus Altencelle: Nach einigen Momenten der Orientierung begann der Jungstorch mit paddelnden Fußbewegungen das Ufer anzusteuern und erreichte es dann auch bald wieder. Somit konnten sich alle drei flüggen Jungstörche im August auf die Reise begeben.

Wann klappt es endlich in Altencelle-Burg? Es gibt keine andere Nisthilfe im Kreis Celle, die seit 2011 so oft von nicht brütenden Paaren oder Besuchsstörchen aufgesucht wurde, wie die in Burg. Nur: zu einer Brut kam es bisher nicht. Diesmal erschien zunächst ab Juni ein Einzelstorch, zu dem sich später noch ein zweiter hinzu gesellte. Gemeinsam zogen sie dann am 26. August ab. Ob sie im nächsten Jahr wiederkommen und dann vielleicht doch mal brüten?

Undurchsichtiges Brutgeschehen nach Todesfall in Bannetze. Am 17. Juli wurde einer der Bannetzer Brutstörche in Nestnähe tot unter der Stromleitung aufgefunden. Sein Partner fütterte die beiden Jungen weiter. Das ist normal. Ab dem 10. August wurde er aber nicht mehr gesichtet. Da begannen die Jungen gerade erst mit dem Fliegen. Eine Woche danach blieb dann das Nest leer. Was mit dem zweiten Altstorch und dann mit den Jungen passiert ist, bleibt unklar.

Freudige Überraschung in Bleckmar. Im Raum Bergen hatten sich seit mehr als 80 Jahren keine Störche niedergelassen. Darum ist es schon erstaunlich, dass die neu errichtete Nisthilfe in Bleckmar sogleich von einem Paar besiedelt wurde. Es blieb vom 16. Juni bis zum 28. Juli. Das beringte Männchen hatte vor einigen Jahren mehrfach in Brase-Neustadt /Rbg gebrütet. Sein spätes Erscheinen nun hier lässt vermuten, dass es in dieser Saison schon einen erfolglosen Brutversuch andernorts hinter sich hatte. Jetzt sind alle gespannt, ob das Paar im nächsten Jahr wiederkommt.

Hoffnung auf Zwischenansiedlung in Bockelskamp. Zuerst waren es Nilgänse, die sich für die neue Nisthilfe interessierten. Am 25. Mai erschien dann ein Storch - und blieb. Zwei Monate darauf gesellte sich ein zweiter hinzu. Mitte August zogen beide ab. Diese Entwicklung gibt Grund zur Hoffnung, dass sich in Zukunft zwischen den Brutpaaren in Altencelle und Wienhausen ein weiteres Paar nun in Bockelskamp fest ansiedeln könnte.

Celler Jungstorch mit Panikabflug und Schnabelkrümmung. Vermutlich als Folge von Kämpfen um das Nest und Partnerwechsel wuchs in diesem Jahr nur ein Jungstorch im Baumnest an der Fritzenwiese heran. Durch einen vorbeifliegenden Heißluftballon aufgeschreckt verließ er dann am 21. Juli gegen Abend panikartig sein Nest. Weil er da noch nicht ganz flügge war, fand er nicht mehr aufs Nest zurück. Er wurde dann auf der Straße geborgen und nach Leiferde gebracht. Dort stellte man keine Verletzungen, wohl aber eine Krümmung am vorderen Oberschnabel fest. Nun muss sich herausstellen, ob er damit in Freiheit überleben kann oder ein Pflegestorch bleibt.

Noch einmal Paarungen in Großmoor. In Storchennest auf der Kirche in Großmoor waren die Jungen etwa zehn Tage alt. Dann wurde beobachtet, dass die Eltern wieder begannen, sich zu paaren. Wo dies geschieht, bedeutet es: Die Jungen sind tot. Durch die Erfahrung, dass plötzlich kein Leben mehr im Nest ist, wird bei den Eltern kurzfristig noch einmal der Fortpflanzungstrieb aktiviert. Ein Erfolg ist aber nicht mehr möglich. Warum die Jungen gestorben sind, ist unklar. Die Altstörche blieben bis zum Saisonende.

Nicht voll brutreif in Hambühren. Kurz vor dem Schlüpfen der Jungen verließ der eine Altstorch das Nest – und der andere flog hinterher. Eine Zeitlang waren die Eier ungeschützt. Dann wurde weiter gebrütet. Dieses Geschehen in Hambühren lässt darauf schließen, dass zumindest ein Partner noch nicht voll brutreif war. Dies wird auch der Grund sein, warum dann von den dennoch geschlüpften Jungen eins bald und danach auch die beiden anderen gestorben sind. Anschließend verließen die vermutlich überforderten Eltern das Nest und zogen weiter. Positiv ist, dass die neue Nisthilfe nach der sofortigen Annahme nun auch im zweiten Jahr wieder besiedelt wurde.

Hohner Abschied auf Storchenart. Wenn Jungstörche im Nest gestorben sind, werden sie von den Eltern herausgeworfen oder auch, wenn sie noch nicht zu groß sind, von ihnen aufgefressen. Störche haben zu ihrem Nachwuchs keine persönliche Beziehung. Für sie ist darum ein totes Junges nicht „ihr verstorbenes Kind“, um das sie trauern, sondern ein Fremdkörper, den es zu entfernen gilt, und zugleich auch ein Stück Aas/Fleisch, das aufgefressen werden kann. Dieses geschah auch im Hohner Storchennest. Aus ungeklärten Umständen waren die drei Jungen bereits nach einer Woche gestorben. Per webcam konnte beobachtet werden, wie ein Altstorch den toten Nachwuchs packte, schüttelte und dann verschlang.

Rosenhochzeit in Hornbostel. Zehn Jahre mit demselben Partner verheiratet zu sein ist heutzutage auch menschlichen Ehen nicht immer beschieden. Störche sind nicht lebenslang partnertreu, entscheiden sich aber manchmal - unabhängig voneinander - auch längere Zeit für dasselbe Nest. Dies war bei dem Brutpaar in Hornbostel nun zum zehnten Mal in Folge der Fall. Nachgewiesen konnte es, weil beide Partner beringt sind, was aber nur selten vorkommt. Mit den zweien jetzt kommt das Paar auf 23 flügge Junge in diesem Zeitraum - mehr waren es in keinem anderen Nest im Kreis Celle.

Dritter Totalverlust in fünf Jahren in Jeversen. In Jeversen brütete diesmal ein neues Paar. Es war aus dem benachbarten Thören zugezogen. Zwei Wochen nach dem Schlüpfen der wohl drei Jungen flogen beide Eltern wieder zugleich das Nest – ein sicheres Zeichen, dass der Nachwuchs nicht mehr am Leben war. Tote Junge wurden nicht gefunden. Dies ist vor Ort nun schon der dritte Totalverlust in den letzten fünf Jahren, ohne dass eine Ursache dafür erkennbar ist. Als eine mögliche Gegenmaßnahme ist geplant, rechtzeitig vor der nächsten Saison das Nest weitgehend abzutragen. Nach dem Verlust seiner Jungen verließ das Paar den Neststandort, siedelte sich eine Zeitlang im Wochenendgebiet an und kehrte dann bis Ende Juli sporadisch nach Thören zurück.

Kurzes Vergnügen in Langlingen. Zuerst zurück kam die Störchin der letzten drei Jahre. Den anfangs freien Platz neben ihr nahm dann ein neues Männchen ein. Bereits zwei Tage danach aber war dessen Langlinger Zeit schon wieder beendet. Gegen das dann eintreffende Männchen der beiden Vorjahre hatte es keine Chance. Für ein paar Stunden hielt es sich noch im benachbarten Ahnsbeck auf, bevor es weiterzog. Von den zunächst vier geschlüpften Jungen in Langlingen starb eins bald und eins - ähnlich wie im Vorjahr - im Alter von sechs Wochen. Die beiden anderen aber wurden flügge.

Ei am Nestrand in Nienhagen. Am 29. April und damit drei Tage vor dem errechneten Schlupftermin lag im Randbereich des Nestes in Nienhagen ein Ei. Meist passiert so etwas bei Kämpfen um das Nest. Da die Nestoberfläche eben ist, kann ein Ei leicht mal an den Rand geraten oder auch per Schnabel dorthin bugsiert werden. Bisher habe ich aber noch nicht erlebt, dass die Storcheneltern so ein Ei, obwohl sie es könnten, wieder in die Mitte zurückholen. Manchmal bleibt es bis zum Saisonende im Randgezweig. Zumindest zwei Junge sind trotzdem in Nienhagen geschlüpft, eins wurde flügge.

Die zwei Nachrichten für Oldau. Die gute Nachricht: Mit dem Erscheinen eines neuen Paares in Oldau hatte die Serie ein Ende, dass seit Jahren weit über die Zeit hinaus auf tauben Eiern gebrütet wurde. Mindestens zwei Junge schlüpften. Die schlechte Nachricht: Diese starben im Abstand von zwei Wochen, ohne dass eine Ursache ersichtlich war. Positiv ist zu werten, dass die verwaisten Eltern bis zum Saisonende blieben. Somit ist die Chance groß, dass sie im nächsten Jahr wiederkommen.

Keine Chance für junges Paar in Thören. Nachdem die Thörener Störche kurzfristig ins benachbarte Jeversen umgezogen waren, blieb das Nest zunächst einen Monat lang leer. Dann erschien am 28. April ein junges Paar und versuchte sich einzurichten. Allerdings kam schon bald immer wieder von Jeversen her ein Storch und jagte sie vom Nest. Die beiden schafften es nicht, sich gegen ihn durchzusetzen. Offensichtlich beanspruchten ihre Vorgänger Thören weiter als ihr Revier, das es gegen Eindringlinge zu verteidigen galt. Nachdem das junge Paar gut einen Monat ausgehalten und sogar ein Ei gelegt hatte, gab es dann auf und verschwand. Nach dem Verlust ihrer Brut in Jeversen kehrten seine Vorgänger sporadisch nach Thören zurück.

Die letzte Frist genutzt in Wienhausen. Im Nest auf dem Kloster in Wienhausen wurden wieder drei Junge flügge. Eins von ihnen schaffte es allerdings nach seinem ersten Abflug nicht, wieder aufs Nest zurückzukehren. Es übernachtete auf dem Gartenzaun im Klosterpark. Auch am folgenden Tag spazierte es unten umher. Bei einem Flugtest gewann es kaum einen Meter Höhe, bevor es wieder landete. Ich gab ihm noch eine Frist bis zum Abend des dritten Tages. Dann hätte ich versucht, den Jungstorch einzufangen. Doch als ich eintraf, hatte er es kurz zuvor doch geschafft und war wieder aufs Nest zu seinen beiden Geschwistern zurückgekehrt.

Völlig neue Paarkonstellation in Winsen. Das langjährige unberingte Männchen in Winsen kam nicht wieder. Sein Nachfolger wurde ein 2013 in Hornbostel aufgewachsenes Männchen, das bereits bereits als Zweijähriger - wenn auch erfolglos - in Fuhrberg gebrütet hatte. Zu ihm gesellte sich die Brutstörchin der letzten drei Jahre aus Jeversen. Die beiden machten zunächst auch Ausflüge zu den benachbarten Nestern in Oldau und Wolthausen, bevor sie sich endgültig für Winsen entschieden. Zwei Junge wuchsen heran, von denen das eine doch erheblich kleiner als das andere war. Flügge wurden aber beide.

Heftige Kämpfe mit der Ex in Wolthausen. Als sie ihr vorjähriges Nest in Winsen schon besetzt fand, wechselte die nun dreijährige Störchin nach Wolthausen. Dem dortigen Männchen war es recht. Ihren Platz nun hier verteidigte die Neue dann erfolgreich gegen die später eintreffende Alte der letzten Jahre. Zwei Junge wuchsen heran, verstarben aber ohne erkennbare Ursache im Alter von zwei Wochen. Die Eltern blieben zunächst, Anfang August zogen sie ab.

Bruterfolg in Ummern, Brutabbruch in Hahnenhorn. Erstmals drei Junge wurden in dem seit 2010 ständig besetzen Nest im unserem Kreis Celle benachbarten Ummern flügge. Auf der neuen Nisthilfe im fünf km entfernten Hahnenhorn brütete zum zweiten Mal in Folge ein Storchenpaar. Seine beiden Jungen überlebten ein Unwetter mit Starkregen am 25. Juni nicht.

5 . Alle Storchendaten 2016 für den Kreis Celle

Ort

Ankunft

Brut

Junge

Abflug

 

1. Storch

2. Storch

Beginn

Eier

Schlupf

flügge

Junge

1.Storch

2.Storch

Altencelle

24.02.

06.03

27.03.

x

4

3

01./09.08.

26.08.

30.08.

Bannetze

19.04.

26.04.

04.05.

x

3

2

17./18.08

tot

10.08

Celle/ Stadt

14.03.

04.04.

18.04.

x

1

1

Leiferde

24.08.

25.08.

Großmoor

06.03.

04.02.

15.04.

x

x

-

-

30.08.

30.08.

Hohne

26.02.

14.3.

01.04.

x

3

-

-

30.08.

30.08.

Hambühren

08.04.

10.04.

25.04.

x

3

-

-

16.06.

16.06.

Hornbostel

24.02.

26.02.

22.03.

x

x

2

29.07.

25.08.

26.08.

Jeversen

25.03.

28.03.

03.04.

x

3

-

-

26.05.

26.05.

Langlingen

02.04.

08.04.

16.04.

x

4

2

10.08.

14.08.

14.08.

Nienhagen

02.03.

13.03.

01.04.

x

2

1

27.07.

25.08.

25.08.

Oldau

01.04.

10.04.

10.04.

x

2

-

-

26.08.

30.08.

Thören

28.04.

28.04.

-

1

-

-

-

28.05.

28.05.

Wienhausen

23.03.

24.03.

09.04.

x

4

3

04.08.

26.08.

26.08.

Winsen

09.03.

09.03.

05.04.

x

x

2

03.08.

x

26.08.

Wolthausen

24.03.

26.03.

09.04.

x

3

-

-

04.08.

04.08.

x = nicht bekannt

 

6. Dank

Herzlich gedankt sei allen Storcheninteressierten vor Ort, die mit ihren Beobachtungen zu diesem Storchenbericht beigetragen haben, Doris Kina für die Pflege meiner Homepage, Friedrich Börner für seine Hilfe bei den Ringmeldungen, dem Kreis Celle und seiner Unteren Naturschutzbehörde, dem NABU Artenschutzzentrum in Leiferde und der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Barnbruch für die gute Zusammenarbeit, den Freiwilligen Feuerwehren Celle und Wathlingen für ihre Hilfeleistungen im Nestbereich und der Celle-Uelzen Netz GmbH für ihr Mitwirken bei Wiederansiedlungen.

Lachendorf, den 19.09.2016
Hans Jürgen Behrmann

 

 

 

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