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Weißstörche in den Kreisen Celle und Gifhorn
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Jahresbericht Landkreis Celle 2003

1. Alle Daten - alle Zahlen

Alle Daten - alle Zahlen

x = nicht bekannt; (Datum) = Storch bzw. Brut blieb nicht

2. Im Kreis Celle ließen sich weniger Storchenpaare als in den Vorjahren nieder – Die Hälfte der Bruten erfolgte erst nach dem 4. Mai – Die ersten Paare waren am erfolgreichsten – Störche trotzten dem Unwetter – Nilgänse im Storchennest – Zweimaliger Brutbeginn in Winsen - Viele Altstörche blieben bis in den September

Nachdem sich in den 8 Jahren zuvor jeweils 9 oder 10 Storchenpaare im Kreis Celle niedergelassen hatten, waren es im Jahre 2002 nur 8 Paare. Die Neststandorte in Hohne und Oldau mit dem ohnehin geringsten Nahrungsangebot waren nur mit einem Einzelstorch besetzt. 2002 war - bedingt durch Zugstaus im vorderen Orient und auch auf der Westroute - in Bezug auf die Ankunft der Störche ein Störungsjahr. Die Hälfte der Bruten im Kreis Celle begann erst zwischen dem 4. und 15. Mai. Bei ihnen war die Gelegestärke dann wesentlich geringer. Einen Totalverlust der Brut gab es in Wienhausen. Insgesamt wurden 20 Junge flügge. Dieses dennoch gute Brutergebnis wurde möglich, weil die drei Paare, die zuerst angekommen waren, jeweils 4 Junge groß zogen.

Interessant waren die Auswirkungen der besonderen klimatischen Ereignisse im vergangenen Jahr auf die Storchenbrut: Durch den Orkan, der am 10. Juli über Nord- und Ostdeutschland tobte, gab es keine Verluste. Die Storchennester erwiesen sich als stabil. Die Altstörche deckten ihre kleinen Jungen sicher ab, die schon größeren Jungen drückten sich eng auf den Nestboden und konnten so vom Sturm nicht erfaßt werden. Die sehr hohen Niederschläge während der Brutzeit führten zu einem durchgehend guten Nahrungsangebot. Als am 17. und 18.07. innerhalb von 2 Tagen mehr als 100 mm Regen fielen, führte dies zum Tod der beiden Jungen in Wienhausen und einem Jungen in Nienhagen. Die Wienhäuser Störche traf es zum für sie ungünstigsten Zeitpunkt: Im Alter von 4 ½ Wochen waren sie zu groß, um noch von den Eltern abgedeckt zu werden. Ihr Federkleid war aber noch nicht genügend entwickelt, um hinreichend Schutz vor dem Regen zu bieten. Der Nienhagener Jungstorch war auch schon vorher sehr schwach gewesen. Die Überflutung weiter Landstriche im letzten Teil des Juli und danach führte zu einem erhöhten Nahrungsangebot und kam so auch den jungen Störchen zugute. Vermutlich ist dieses gute Nahrungsangebot auch der Grund dafür, dass 7 von den 8 Altstörchen im Gebiet zwischen Wienhausen und Großmoor zum Teil bis weit in den September blieben und die letzten von ihnen erst am 22.09. abflogen.

3. Einzelberichte von den Neststandorten im Celler Land

Erst Ende April bzw. am 1. Mai trafen die beiden Störche in Ahnsbeck ein. In den ersten Tagen erfolgten mehrfach Besuche auf dem Storchennest im benachbarten Hohne, die aber mit Brutbeginn dann unterblieben. Als die 3 Jungen bei ihrem ersten Ausflug am 16.08. nebeneinander auf dem Dach des Nachbarhauses standen, wurde deutlich, dass das eine von ihnen eine große Geschwulst am Unterschnabel hatte. Zwei Tage danach wurde dieser Jungstorch nicht mehr gesehen. Vermutlich ist er eingegangen. Die beiden Geschwister traten dann zusammen mit den Eltern die große Reise ins Winterquartier an.

Die ersten Besucher auf dem Storchennest in Altencelle waren keine Störche, sondern zwei Nilgänse, die später auch mehrfach das Storchennest in Burg anflogen, möglicherweise vorher auch schon das in Hornbostel. Von den drei geschlüpften Jungstörchen überlebte einer die erste Woche nicht. Der Abflug gen Süden der übrigen beiden Jungen und der Eltern erfolgte an vier verschiedenen Tagen.

In Großmoor bewahrheitete sich wieder die Regel: Bei sehr trockenem Wetter gibt es – weil größere Wasserflächen fehlen - nur einen geringen Bruterfolg. Ist der Boden aber über lange Zeit feucht, finden die Altstörche auf den Grünlandflächen überdurchschnittlich viel Nahrung. So wurden diesmal, wie auch schon 1998, 4 Junge flügge.

Der erste Storch des Jahres tauchte bereits am 26.02. (!) in Hohne auf, flog aber nur sporadisch auf das Nest. Anfang Mai gab es dann mehrfach Storchenbesuche, bis sich am 19. Mai endlich ein Storch zum Bleiben entschied. Weil er aber keinen geeigneten Partner fand und es von der Zeit ohnehin zu spät gewesen wäre, gab es in diesem Jahr keinen Nachwuchs im Nest auf der Kirche.

In Hornbostel hatte sich im Jahr zuvor auch nur ein Einzelstorch aufgehalten – möglicherweise ein Weibchen -, der ohne Partner blieb. In diesem Jahr kamen am 04.04. beide Störche zusammen an, wobei auf jeden Fall das Männchen neu war. Aufgrund seines Ringes von der Vogelwarte Hiddensee mit der Nummer DEH H 0788 konnten seine bisherigen Lebensdaten festgestellt werden. Beringt wurde dieser Storch als Jungvogel 1999 in Schkeuditz bei Leipzig. Bereits als Zweijähriger tauchte er im Sommer im Storchendorf Rühstädt auf. Nun, als Dreijähriger brütete er erstmals. Dass dabei gleich 4 Junge flügge wurden, läßt darauf schließen, dass es sich bei seiner Partnerin um eine erfahrene Störchin handelte. Im August konnten die 4 Jungen zusammen mit ihren Eltern häufig auf den Wiesen nahe der Schleuse beobachtet werden, wo sie gemeinsam auf Nahrungssuche gingen.

Wieder sehr früh kam der erste Storch in Langlingen. Anhand seines Ringes mit der Nummer Radolfzell DER O 6559 war zu erkennen, dass es sich um das Männchen der letzten beiden Jahre handelte. Diesmal mußte es nur knapp 2 Wochen auf eine Partnerin warten. Nachdem die Brut im Vorjahr nicht erfolgreich war, wurden 2002 alle 4 Jungen flügge. Wie weit Störche zuweilen auf Nahrungssuche fliegen, zeigte sich Anfang Juni: Als am Ortsrand von Hohne eine Wiese gemäht wurde, stellte sich dort auch das Langlinger Storchenmännchen ein. Am 2.08. schlossen sich die Jungen einem vorüber ziehenden Trupp von 6 Störchen an. Am Abend kreisten dann alle 10 über dem Kloster in Wienhausen.

Am 29.03. landete ein Storch auf dem Nest in Nienhagen und begann sogleich mit der Säuberung. In den folgenden Tagen wurde er aber kaum gesehen. Richtig besetzt war das Nest dann ab dem 03.04. mit einem Storch, der sehr erschöpft wirkte und die nächsten Wochen oft im Nest saß. Auch hier kam erst Ende April ein Partner. 3 Junge schlüpften, von denen eins sehr früh tot abgeworfen wurde und ein zweites, ohnehin schwach entwickeltes im Juli dem Dauerregen zum Opfer fiel. Die beiden Altvögel flogen als letzte im Kreis Celle erst am 22.09. gen Süden.

Als bereits am 02.04. ein Storch das Nest in Oldau besetzte, bestand die Hoffnung, dass es zu einer Brut kommen würde. Es fand sich dann aber kein Partner. Der Einzelstorch kam schließlich immer seltener zum Nest zurück, darunter am 18. und 20.06., als Fremdstörche sich darauf niederlassen wollten. Am 26.07. wurde dann ein Altstorch tot in der Gemarkung Oldau aufgefunden. Die Obduktion ergab: Der Storch – es handelte sich um ein Männchen – starb durch innere Verblutungen aufgrund eines Leberrisses. Dies läßt auf einen vorherigen Zusammenprall mit einem festen Objekt, wie Fahrzeug, Stromleitung oder Mast schließen. Zunächst wurde vermutet, dass es sich um einen der beiden Winsener Altstörche handelte. Genaue Beobachtungen vor Ort ergaben dann aber, das dies nicht der Fall war. Ob der verunglückte Storch derselbe war, der sporadisch das Nest in Oldau angeflogen hatte, ließ sich nicht nachweisen.

Über viele Jahre lang zählten die Störche in Wienhausen immer zu denen, die als erste im Kreis Celle ihr Nest besetzten. Vermutlich handelte es sich dabei um Westzieher. In diesem Jahr aber dauerte es bis zum 18.04., bis ein erster Storch erschien. Eine Partnerin, die dann auch blieb, tauchte erst am 09.05., dem Himmelfahrtstag, auf. Die Besucher des gerade stattfindenden Gottesdienstes im Freien konnten sich so auch am Paarungsgeschehen in dem Nest auf dem Kloster erfreuen. Wahrscheinlich waren beide Störche andere als im Vorjahr. Sicher ist dies auf jeden Fall bei dem Weibchen mit dem Hiddenseering DEH KA 4136. 1995 im Storchendorf Rühstädt geboren schritt es 1998 in Obershagen (1 Junges) und 1999 in Giesen bei Hildesheim zur Brut, die aber nicht erfolgreich war. In den beiden folgenden Jahren wurde es nicht beobachtet. Auch diesmal gab es letztlich keinen Bruterfolg, weil die beiden Jungen dem Dauerregen Ende Juli zum Opfer fielen.

In Winsen wurde in diesem Jahr zweimal gebrütet. Nachdem sich am 02. und 18.04. ein Paar auf dem Schornstein der Schlachterei Kleinschmidt eingefunden hatte, begann es am 23.04. mit der Brut. 2 Tage darauf wurde nicht mehr gebrütet, dann ab 04.05. erneut. Die wahrscheinlichste Erklärung ist, dass am 25.04. ein Partnerwechsel mit einem neuen Weibchen stattgefunden hat, wobei die zunächst gelegten Eier zerstört wurden. 2 Jungstörche wuchsen heran und machten ihre ersten Flugversuche am 19.08. 3 Tage später war kein Jungstorch mehr auf dem Nest. Die Befürchtung, ein Unglück müsse geschehen sein, bestätigte sich, als am 25.08. einer der beiden an der Aller aufgefunden wurde. Er war so schwer verletzt, dass er eingeschläfert werden musste. Möglicherweise hatte er sich auf den überschwemmten Wiesen im Stacheldraht verfangen. Was aus dem anderen Jungstorch geworden ist, ist nicht bekannt. Es ist aber relativ unwahrscheinlich, dass er sich nur 3 Tage nach den ersten Flugversuchen bereits durchfliegenden Störchen auf dem Weg nach Süden angeschlossen hat.

4. Ausblick

Es bleibt abzuwarten, ob der Rückgang der Storchenpaare auch in Zukunft anhält oder diesmal lediglich in den Störungen auf dem Herzug seine Ursache hatte.

Weißstorch-Statistik für den Kreis Celle

Weißstorch-Statistik für den Kreis Celle
Amerkungen

Vergleich der Nestpaare insgesamt seit 1907 im Kreis Celle mit Jungen ( )

Vergleich der Nestpaare insgesamt seit 1907 im Kreis Celle mit Jungen

 

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