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Weißstörche in den Kreisen Celle und Gifhorn
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Aktuelles im 3. Quartal 2017

Weißstorch Jahresbericht 2017

Neue Weißstorch-Literatur

    In der Reihe der NBB (Neue Brehm-Bücherei) ist nach 30 Jahren nun als Nr. 682 ein neuer Band über den Weißstorch erschienen: Christoph Kaatz, Dieter Wallschläger, Krista Dziewiaty, Ute Eggers (Hrsg.) Der Weißstorch , VerlagsKGWolf 2017, ISBN 978-3-89432-273-1 , 59,95 €.

    In diesem Buch ist, von 23 Autoren auf 672 Seiten behandelt, alles Wissenswerte über den Weißstorch auf aktuellem Stand zusammengefasst.

Sonntag, 24. September 2017
Die letzten sind jetzt weg, die ersten jetzt schon da

    Die Kreise Celle und Gifhorn sind jetzt storchenleer. Als letzte im Kreis Celle machte sich am 15. September das Storchenpaar aus Großmoor auf die Reise. Im Kreis Gifhorn war der 19. September der Abflugtermin für das Männchen aus Osloß und das Paar aus Triangel. Das wurde tags darauf in einer 10er Gruppe in den BS- Rieselfeldern abgelesen. Dort sind derzeit nur noch drei Störche, darunter das Paar aus Wendeburg-Wendezelle, das schon vor einem Jahr hier überwintert hat.

    Zugleich sind aber auch schon etliche unserer Störche in ihren Überwinterungsgebieten in Spanien eingetroffen. In der Region Pinto (20 km südlich von Madrid) bleiben im Winter rund 10000 Störche. Unsere dortige Ableserin Elena hat uns von dort jetzt die ersten neuen 350 Ringstörche gemeldet, darunter auch acht (!) aus meinem Betreuungsbereich: Bereits am 7. September waren dies DEW 6T 369 (2016 Leiferde/Mast), 6T 374 (2016 Rühen), 6T 418 (2017 Rothemühle), 6X 766 (2010 Giebel, 2017 Brut Kunrau, S.A.) und 9X 652 (2011 Klein Schwülper, 2017 Brut Wahrstedt). Am 12. September kam hinzu 4T 450 (2015 Vorhop, 2017 zuletzt Nichtbrüterpaar GF-Winkel). Am 22. September wurden aus dem Kreis Celle abgelesen 4T 432 (2015 Großmoor, zuletzt Trupp bei Nienhagen) und 7X 951 (2013 Hornbostel, 2017 Brut Winsen/Aller).

Donnerstag 17. August 2017
Noch kein allgemeine Aufbruch der Westzieher - oder doch der Beginn?

    Auch heute mittag standen wieder über 100 Störche in den Okerwiesen bei Walle (Meldung G. Braemer). An sich herrscht ja derzeit gutes Flugwetter, die Störche könnten aufbrechen. Sie sind aber zum größten Teil noch da, und das nun schon seit etlichen Tagen in einer hier noch nicht dagewesenen Größenordnung. Von ihrem Geburtsort waren viele Junge z.T. schon vor fast zwei Wochen abgezogen. Die Erklärung liegt nahe, dass die aktuelle Nahrungssituation in den überschwemmten Wiesen derart gut ist, dass die Störche sich dort massenweise versammeln und dann auch länger bleiben.

    Ähnliches war im Leine-Rückhaltebecken Salzderhelden zu beobachten. Dort hielten sich seit Tagen bis zu 70 Störche auf - und übrigens wie vor einer Woche bei Altencelle auch bis zu 30 Silberreiher. Heute abend waren aber nur noch einige Altstörche vor Ort (Meldung B. J. Schulz).

    25er-Gruppe bei Nienhagen 2017 (G.Papenburg)Die 25er Gruppe mit Jungstörchen aus Altencelle, Großmoor, Hornbostel, Nienhagen, Winsen, Wolthausen und nun auch aus Ahnsbeck ist, wie G. Papenburg und ich heute mittag feststellen konnten, weiter zusammen - nur dass sie von den überschwemmten Wiesen an der Aller bei Altencelle nun in die an der Fuhse und Aue (siehe Foto!) bei Nienhagen gewechselt sind. Ihr gehören außerdem drei unberingte Junge an, die demzufolge von weiter her stammen müssen, sowie 8 Altstörche, darunter beringt die Brutstörchin aus Großmoor und das Nichtbrüterpaar aus Altencelle-Burg.

    Aus dem Kreis Lüchow-Dannenberg (69 Paare, 96 flügge Junge) sind so gut wie alle Ostzieher abgezogen und somit überhaupt nur noch wenige Störche - zumeist Westzieher - da (Meldung A. Borschel).

Montag, 14. August 2017
Wer bestimmt, wo’s lang geht?

    Dass die Jungstörche meist vor ihren Eltern abziehen, erregt doch immer wieder Erstaunen: "Wie wissen die Jungen denn, wohin sie fliegen müssen?" Nun, ein ganz wesentlicher Faktor dabei ist das Erbgut. Die Flugrichtung ist - wie bei Zugvögeln üblich - sozusagen einprogrammiert. Ob Jungstörche die West- oder die Ostroute einschlagen, richtet sich in erster Linie danach, wie die Eltern geprägt sind. Es gibt aber auch einen "Mitnahmeeffekt" durch vorbeiziehende Störche. Richtungsbestimmungen können dann auch erfolgen durch schon ältere Artgenossen in der jeweiligen Fluggruppe. Unterwegs können auch besondere Witterungsumstände eine Rolle spielen. Darum kommt es zuweilen vor, dass Jungstörche aus Westzieher-Bruten die Ostrute einschlagen - und umgekehrt. Bei "Mischpaaren" ist die Entscheidung ohnehin offen. Mit Hilfe der Besenderung wurde inzwischen festgestellt, dass es auch Störche gibt, die sowohl die Ost,- als auch die Westroute geflogen sind.

    Die Kreise Celle und Gifhorn sind, was die Zugrichtung betrifft, ein Mischgebiet von Ost- und inzwischen mehrheitlich Westziehern. Von den Störchen, die oft schon in Spanien überwintern, kommen auch mehr zurück und die Brutreife beginnt mit nicht selten schon zwei Jahren meist eher als bei den Ostziehern. Die haben viel weitere und gefährlichere Wege in ihr Winterquartier in Ost - und Südafrika und retour zurückzulegen. Darum ist der in den letzen Jahren in den alten Bundesländern deutlich angestiegene Storchenbestand vor allem durch Westzieher erfolgt.

    Storchenansammlungen in der Okeraue nördlich Braunschweig: Vorgestern waren 137, heute wohl schon rund 150 Störche in dem Gebiet. Das sind weit mehr als je zuvor. Zwei Faktoren spielen dabei mit eine wesentliche Rolle: Zum einen die hohen diesjährigen Jungenzahlen in den umgebenden Städten/ Kreisen Helmstedt, Wolfsburg, Gifhorn, Braunschweig und Peine und zum anderen das aufgrund der Überschwemmungen derzeit sehr gute Nahrungsangebot.

Samstag, 12. August 2017
Abflug

    Irgendwann ist es soweit. Die Storchenjungen vollziehen ihre Abnabelung von den Eltern. Sie verlassen den Ort, an dem sie aufgewachsen sind. Das muss aber noch nicht bedeuten, dass sie sich damit nun schon auf die Reise in ihre Winterquartiere begeben. Sie sammeln sich oft erst noch an verschiedenen Stellen - wie jetzt in der Region Okeraue/Rieselfelder/Alba-Deponie nördlich von Braunschweig oder in den z.T. noch überfluteten Allerwiesen bei Altencelle. Dort hatte sich ihre Zahl bis Mittwoch bis auf 23 erhöht. Viele von ihnen sind dann vor dem großen Regen am Freitag abgezogen - doch auch nicht viel weiter. Heute waren sie zehn km entfernt in einer 14er-Gruppe an der Fuhse bei Wathlingen. In Altencelle waren es heute noch zehn, darunter vor allem Altstörche aus der Region und nur noch drei Jungstörche, davon zwei vom Altenceller Nest. Wann werden sie dann wohl endgültig Richtung Winterquartier aufbrechen?

Dienstag, 8. August 2017
Auch Altencelle ist nun Jugendtreff

    Die teilweise noch überschwemmten Wiesen bei Altencelle haben sich zu einem Sammelgebiet für Jungstörche entwickelt. Seit vier Tagen hält sich hier eine Gruppe von bis 14 Störchen auf. Die meisten der Ringträger unter ihnen konnten wir heute ablesen. Dazu zählen außer den drei Altenceller Jungen auch die diesjährigen Jungen aus Nienhagen, Hornbostel, Winsen und Wolthausen - einschließlich des gestrigen Storches mit der Flügelschrägstellung. Er hat also den Weg zu den anderen zurückgefunden.

    Eng wurde es gestern Abend auf dem Nest in Altencelle. Dort übernachteten außen den drei dahin gehörigen Jungen auch noch drei weitere, davon einer aus Hornbostel.

Montag, 7. August 2017
Aber fliegen kann er doch

    Jungstorch, Wolthausen 2017. Foto G. PapenburgHeute kam über den örtlichen Tierschutzverein der Notruf, auf einem 10 m hohen Flachdach in Altencelle würde ein Storch mit einer Flügelverletzung stehen. Vor Ort ergab sich dieses Bild (siehe Foto G. Papenburg!): Einerseits war die Schrägstellung des rechten Flügels zu erkennen. Andererseits musste der Storch doch noch so gut fliegen können, dass er mit dieser Beeinträchtigung dort oben gelandet war. Bei einer Annäherung unsererseits auf dem Dach flog er sogleich ab. Eine Beeinträchtigung war nicht zu erkennen. Er drehte mehrere Runden über dem Gelände und verschwand dann in Richtung Altencelle. Das Frau Rogoschik in Leiferde zur "Ferndiagnose" zugesandte Foto ergab als mögliche Ursache der Flügelschrägstellung ein Auskugeln mit anschließendem Wiedereinkugeln der Schulter oder eine Überdehnung der Bänder. In jedem Fall ist erstaunlich, dass der Storch damit jedenfalls für unsere Augen so problemlos fliegen konnte. Ob er dies unter Schmerzen tat, war natürlich nicht zu erkennen. Außerdem bleibt offen, ob es bei längeren Strecken nicht doch Probleme gebe kann.

    Übrigens: es handelt sich hier um den später flügge gewordenen der beiden Jungstörche aus Wolthausen. Der war bereits fünf Tage nach seinem ersten Abflug bei Nienhagen gesichtet worden ohne Bindung zu Mutter und Geschwister, die in einer anderen Gruppe bei Altencelle waren. Vermutlich ist er doch seitdem in der Region geblieben.

Sonntag, 6. August 2017
Absoluter Storchenrekord bei Groß Schwülper

    Okerwiesen Gr.Schwülper, 107 Weißstörche. Foto G. Braemer 06.08.17

    Auf den Wiesen nahe der Okerbrücke versammelten sich heute so viele Weißstörche wie noch nie zuvor in der Region. G. Braemer zählte 107 Exemplare, 61 konnte er ablesen. Bei der Auswertung der Ringnummern ergibt sich, dass davon 39, also fast zwei Drittel, diesjährige Jungstörche aus dem ehemaligen Regierungsbezirk Braunschweig waren, davon 21 aus dem Kreis Gifhorn. Die heutige Storchenmenge unterstreicht erneut die in den letzten Jahren stetig angewachsene Bedeutung der Region Rieselfelder/Alba Deponie/Okeraue auch als Sammelgebiet für die Weißstörche vor dem Abflug.

Samstag, 5. August 2017
Storchenversammlungen

    Überschwemmte Wiesen ziehen die Störche an - und wenn erst mal einige da sind, kommen andere hinzu. Im Bereich Okeraue waren es heute 68! (Meldung G. Braemer), darunter viele Jungstörche dieses Jahres aus der näheren und weiteren Umgebung. Die Region BS-Rieselfelder/ALBA-Deponie/Okeraue hat ohnehin eine herausragende Bedeutung u.a. als Weißstorch-Sammlungsgebiet in den Wochen vor dem Abflug.

    Interessant war auch die Zusammensetzung einer 14er-Gruppe bei Altencelle am Dienstag: Außer der Altenceller Familie fanden sich hier auch das Männchen aus Ahnsbeck (Luftlinie 12 km) sowie ein Jungstorch mitsamt Mutter aus Wolthausen (15 km) ein. Der zweite Wolthäuser Jungstorch, gerade erst 5 Tage flügge, war hier nicht dabei. Er wurde 6 km davon entfernt mit der dortigen Storchenfamilie auf einer Wiese bei Nienhagen entdeckt, (Ablesungen G. Papenburg). Ob er zwischenzeitlich den Anschluss an die Seinen verloren hatte? Am Abend auf ihre Nester zurückgefunden haben dann aber letztlich doch alle.

Freitag, 4. August 2017
Ausweichnest nun angenommen

    In den letzten Jahren war es mehrfach zu Verletzungen, Todesfällen und Brutabbrüchen bei Weißstörchen insbesondere im Bereich der freistehenden Nester zwischen Weyhausen, dem Ilkerbruch und den Wiesen bei Calberlah gekommen. Als Verursacher war auch der Seeadler in Verdacht. Daraufhin haben wir vor zwei Jahren eine Alternativ-Nisthilfe im mehr geschützten Bereich am Ortsrand von Allerbüttel (GF) errichtet. Im Vorjahr war sie noch nicht besetzt. Auch in diesem Jahr wurde wieder in den nächstgelegenen beiden Nestern Ilkerbruch-Ost und West gebrütet. Erneut gab es Probleme. Der eine Jungstorch des Nestes Ilkerbruch-Ost hat eine schwere Verletzung im Nackenbereich. Beim Nest Ilkerbruch-West kam es zum Brutabbruch, ohne dass die Ursache dafür erkennbar war. Doch nun gibt es eine neue Entwicklung: Seit drei Wochen hat das Paar Ilkerbruch-West - identifizierbar am beringten Männchen DEW 1T 623 - sein Nest verlassen und die ca. 800 Meter davon entfernte neue Ausweich-Nisthilfe in Allerbüttel bezogen. Es spricht einiges dafür, dass es das getan hat, weil es sich an diesem Standort sicherer fühlt. Wir sind gespannt über die weitere Entwicklung - insbesondere dann auch im nächsten Jahr.

Dienstag, 1. August 2017
Blutfleck mit Erklärung

    Verletzter Jungstorch, Hülperode. Foto G. BrombachAuf dem Nest in Hülperode wurde bei einem der bereits flüggen Jungstörche ein Blutfleck im Gefieder entdeckt. Bärbel Rogoschik, Leiterin des NABU Artenschutzzentrums in Leiferde, hat zu dem Foto folgende Beurteilung geschickt:

    "In diesem Fall ist eine Feder im Wachstum durch irgend einen Grund angebrochen. Da solch eine Feder noch reichlich durchblutet ist, sieht man es bei diesem Storch sehr gut. Würde man ihn in die Finger bekommen, so würde man diese Feder ziehen (ist schmerzhaft). Man kann nur hoffen, dass dort keine Fliegen ihre Eier ablegen. Wahrscheinlich wird diese Feder irgendwann rausfallen und an ihrer Stelle eine neue wachsen (in Afrika). "

    Da bislang keine (weiteren) Auffälligkeiten festzustellen sind und dieser Jungstorch sich weiter mit seinen Geschwistern insbesondere in den Rieselfeldern aufhält, besteht aktuell kein Grund zur Sorge.

Montag, 31. Juli 2017
Lebensgefährlich

    Deponie Wolfsburg 2017, Foto K. v. HeukelumDeponie Wolfsburg 2017, Foto K. v. HeukelumAuf dem Gelände der Deponie Wolfsburg haben sich in diesem Jahr erstmals sogar zwei Storchenpaare niedergelassen. In einem Nest sind zwei Junge aufgewachsen, im anderen fand keine Brut statt. Dass der Standort auch seine Gefahren für die Störche hat, beweisen die beiden Fotos von K. v. Heukelum. Er beobachtete, wie die Jungen mengenweise Gummiringe fraßen. Die müssen ihnen ja von den Eltern als vermeintliche Nahrung ins Nest gebracht worden sein. Dadurch ist allerdings das Leben der Jungen in höchstem Maße gefährdet, da die Gummiringe nicht verdaut werden und dann den Magen blockieren können. Vor zwei Jahren konnte in Leiferde nur durch eine längere Intensivbehandlung ein Jungstorch aus Hohne gerettet werden, der ganz viele Loom-Gummiarmbänder gefressen hatte (siehe Aktuelles am 13.08.2015!). Im jetzigen Fall direkt in der Deponie gilt es nun zu verfolgen, ob die Jungstörche Auffälligkeiten zeigen und ob sie ggfs. geborgen werden können.

Sonntag, 30. Juli 2017
Seeadler und Störche

    Ilkebruch-Ost verletzter Jungstorch 29.7.17 (K.v.Heukelum)Zum Beuteschema des Seeadlers gehören zuweilen auch Störche. So hat - per Kamera nachgewiesen - im Vorjahr ein Seeadler die Jungen aus einem Schwarzstorchhorst bei Steinhorst (GF) geholt. Im Amt Neuhaus an der Elbe hat 2016 ein Seeadler die Jungen in vier Weißstorchnestern im Umkreis von 10 km um seinen Horst erbeutet. Alle vier Nester befinden sich außerhalb von Ortschaften. In der vergangenen Woche schlugen zwei Seeadler einen der diesjährigen Jungstörche aus dem benachbarten Grafhorst (HE) auf einer gemähten Wiese bei Breitenrode im Drömling. Eine weitere Seeadlerattacke, bei dem ein Jungstorch verletzt geborgen werden konnte, erfolgte in der Altmark (Video über google).

    Im Gebiet zwischen Weyhausen und dem Ilkerbruch gab es in den letzten Jahren bei Weißstörchen mehrere ungeklärte Todesfälle, in denen auch der Seeadler als Verursacher unter Verdacht stand. Gestern nun wurde erneut in der Nähe des Nestes Ilkerbruch/Ost ein verletzter Jungstorch gesichtet. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Verletzung durch einen Seeadler erfolgte. Der Storch wirkte angeschlagen, war aber in der Lage, wieder aufs Nest zu fliegen. Das verließ er aber fluchtartig, als sich ein Seeadler näherte (Beobachtung und Foto K. v. Heukelum).

Freitag, 28. Juli 2017
Keine weiteren toten Jungstörche durch Dauerregen

    Anfang der Woche gab es noch mal Dauerregen mit ergiebigen und lang anhaltenden Regengüssen. Für den Storchennachwuchs in den Kreisen Celle und Gifhorn blieben sie aber diesmal ohne negative Folgen. Fast alle Jungstörche haben inzwischen das hierbei besonders kritische Alter von über drei bis etwa sechs Wochen hinter sich. In dieser Zeit sind die Jungen schon zu groß, um noch von den Eltern abgedeckt zu werden. Das Gefieder ist aber noch nicht genügend wasserabweisend ausgebildet. Darum besteht die Gefahr, dass sie bei kaltem Dauerregen an Unterkühlung sterben. In diesem für sie gefährlichen Zeitfenster befinden sich derzeit nur noch die beiden Jungen der Spätbrut in Wasbüttel im Alter von nun 5 1/2 Wochen. Sie sind aber, wie sich heute zeigte, wohlauf. Zugute gekommen ist Ihnen dabei sicher, dass es zwischendurch auch trockene Phasen gab und es insgesamt nicht so kalt war.

Ringrätsel vor der Aufklärung

    Der eine Brutstorch auf dem neuen Nest in GF-Lehmweg trägt einen ungewöhnlich kleinen nur schwer ablesbaren Ring. Nach einer ersten Teilablesung von fünf Zahlen in der oberen Ringhälfte und dem Schriftbild insgesamt sprach einiges dafür, dass es sich um einen in Spanien beringten Storch handeln könnte - so wie er auch in der Ringesammlung von Jörg Heyna in seiner Homepage www.stoercheimnorden.jimdo.com abgebildet ist. Dies fand nun heute seine Bestätigung. Bei einer erneuten Teilablesung konnte ich neben weiteren Zahlen deutlich "Spain" erkennen. Wenn ich die Zahlen zusammensetze, ergibt sich eine für diese spanischen Ringstörche typische siebenstellige Nummer. Damit müsste es dann möglich sein, über die spanische Beringungszentrale zu erfahren: Wurde dieser Storch tatsächlich in einem Nest in Spanien beringt- oder handelt es sich um einen vermutlich deutschen Storch, der in Spanien z.B. verletzt eingefangen, gesund gepflegt und vor dem Freilassen auch beringt wurde.

Mittwoch, 26. Juli 2017
Ex-Pfleglinge auf einem guten Weg

    Vor einer Woche wurden von Ralf Isensee in einer größeren Storchengruppe auf einer Mähwiese bei 38315 Schladen auch drei Störche abgelesen, die ein gemeinsames Schicksal verbindet. Alle drei waren als Jungstörche im Vorjahr mit z.T. schweren Verletzungen ins NABU-Artenschutzzentrum in Leiferde eingeliefert worden. Sie wurden dort gesund gepflegt, über Winter behalten und nun im Frühjahr ausgewildert. Offensichtlich halten sie auch jetzt noch zusammen und haben auch Anschluss an andere umherziehende Nichtbrüter gefunden. Dies sind noch einmal die Lebensgeschichten der drei:

    DEW 6T 381 stammt aus dem Baumnest Celle-Stadt. Durch einen Heißluftballon wurde er - noch nicht ganz flügge - vom Nest gescheucht, später auf der Straße aufgegriffen und nach Leiferde gebracht. Dort stellte man eine leichte Schnabel-Deformation fest (siehe 22.07.2016 und 07.09.2016) Da diese sich nicht verschlimmerte, wurde er nun freigelassen.

    DEW 6 T 397 erlitt nach dem Flüggewerden in Betzhorn einen Beinbruch, der aber seitlich wieder zusammenwuchs. Die tierärztliche Prognose: Damit kann er, wenn auch humpelnd, in Freiheit überleben (siehe 07.09.2016 und 17.09.2016).

    DEW 6 T 406 wurde mit einer tiefen Stichverletzung unter dem Nest Weyhausen/Süd (Hohe Horst) lebend geborgen, während beide Geschwister tot waren (siehe u.a. 08.08.2016). Er wurde in Leiferde gesundgepflegt, war aber für einen Ablug im Spätsommer noch zu schwach.

Dienstag, 25. Juli 2017
Storchenschule und Jugendtreff

    Storchenschule Rieselfelder 24. Juli 2017 (G.Braemer)

    Die Bedeutung der BS-Rieselfelder auch als Treffpunkt für Jungstörche der näheren und weiteren Umgebung belegt das gestrige Foto mit den Ablesungen von G. Braemer. Zu der 17er Gruppe auf einer überschwemmten Wiese gehören die diesjährigen Jungen aus Wendeburg-Kaufmann (5). Hülperode (4), Rothemühle (2) und Wahrstedt (1). Ihnen zugesellt haben sich je ein Jungstorch des Vorjahres aus Hülperode und Vollbüttel. Die Elterngeneration mit Ring wird vertreten durch DEW 5X 425, das diesjährige Hülperoder Männchen. In den nächsten Wochen werden dann auch wieder Jungstörche aus weiter entfernten Nestern und mit späterem Schlupftermin hinzukommen.

Montag, 24. Juli 2017
Beringungen abgeschlossen

    Wasbüttel,Beringung 24.07.17. Foto B. BhmannBegonnen hatte die Beringungssaison für mich am 29. Mai. Die vier Storchenjungen in Wesendorf bekamen die Ringnummern DEW 6T 411-414. Heute nun fand die letzte der diesjährigen Beringungen statt. Die beiden fünf Wochen alten Jungen der Spätbrut in Wasbüttel erhielten die Nummern DEW 7T 669+670. Damit wurden im Kreis Gifhorn insgesamt 63 Junge beringt. Lediglich bei den Nestern in Weyhausen-Süd (Hohe Horst) mit seinen drei und am Otterzentrum in Hankensbüttel mit den vier Jungen war dies wegen Unzugänglichkeit der Standorte nicht möglich. Noch nach der Beringung gestorben ist bisher nur einer der zunächst vier Jungstörche in Isenbüttel. Im Kreis Celle wurden alle 22 Junge beringt. Hier starb später der kleinste der drei Jungen in Hohne.

Sonntag, 23. Juli 2017
Jungstorch bergen - oder nicht?

    Celle-Stadt,  geborgener Jungstorch 2017. Foto G.PapenburgEs kommt zuweilen vor, dass ein Jungstorch nach seinem ersten Abflug nicht wieder aufs Nest zurückfindet. Sollte er dann nach Möglichkeit geborgen und in eine Pflegestation gebracht werden? Nicht unbedingt. Manchmal schafft es der Storch ja dann doch noch bei weiteren Versuchen am selben oder am nächsten Tag. Die Antwort auf diese Frage muß sich aber auch nach den jeweiligen Gegebenheiten richten. Ist der Storch akut gefährdet z.B. durch Straßenverkehr, Hunde oder Füchse, hat er sich verletzt oder kann er aufgrund körperlicher Schwäche nicht wieder aufs Nest gelangen, sollte er eingefangen werden. Dies gilt auch, wenn es für ihn in Nestnähe keine Möglichkeit gibt, neue Startversuche zu unternehmen. Vom Storchennest Celle-Stadt kam heute die Nachricht, dass sich der einzige Jungstorch im Grundstück unterhalb des Nestes aufhalte und vergeblich versuche, einen Gartenzaun zu überwinden. Bisher geflogen war er noch nicht. Da sich der Neststandort in der Innenstadt befindet und von hohen Häusern und Bäumen umgeben ist, besaß dieser Jungstorch keine Möglichkeit, von da unten oder auch aus weiterer Entfernung vom Boden aus wieder aufs Nest zu gelangen. Wir haben ihn darum geborgen und nach Leiferde gebracht (siehe Foto!). Dort hat er nun die Chance, zusammen mit anderen Pfleglingen gefahrlos flügge zu werden.

    Von einem weiteren Jungstorch (mit noch schwarzem Schnabel) wurde heute gemeldet, dass er sich am Radweg von Hankensbüttel nach Wittingen aufhalte und offensichtlich nicht mehr fliegen könne. Vor Ort konnte ich dann Entwarnung geben: Am Radweg befand sich kein Storch mehr. Alle vier Jungen befanden sich wieder auf ihrem Nest am Otterzentrum - und ein weiteres Nest mit Jungen gibt es auch in der weiteren Umgebung nicht.

Samstag, 22. Juli 2017
Endlich auch geschafft

    Am 9. Juli flogen zwei Altenceller Jungstörche erstmals vom Nest. Der dritte aber, schon bei der Beringung um einiges kleiner als seine beiden Geschwister, war noch nicht so weit. So blieb es die folgenden zwei Wochen - bis heute. Da fasste sich auch der dritte Jungstorch ein Herz und wagte einen ersten Abflug - 80 Tage, nachdem er geschlüpft war. Einen so großen zeitlichen Abstand beim Flüggewerden habe ich bisher noch nicht erlebt.

    Ubrigens: fast hätte eins der beiden anderen Nestgeschwister dieses Ereignis gar nicht mehr miterlebt. Dieser Jungstorch war vor einigen Tagen mitten im großen Teich nahe dem Nest gelandet. Dort verfranzte er sich im Gewirr von Wasserpflanzen und Modder und fand aus eigener Kraft nicht mehr heraus. Glücklicherweise hatte Herbergsfamile Habermann das Geschehen mitbekommen und konnte den Storch bergen. Als er wieder sicheren Boden unter den Füßen hatte, brauchte er erstmal eine Zeitlang, um sich wieder zu berappeln. Doch als das geschehen war, flog auch er zurück aufs Nest.

Freitag, 21. Juli 2017
Erfolgreiche Intensivpflege

    Ahnsbecker Pflegestorch DEW 7T656-2017sHeute vor zwei Wochen war DEW 7T 656, einer der drei Ahnsbecker Jungstörche, sehr geschwächt unter dem Nest aufgefunden und in die Pflegestation nach Leiferde gebracht worden (siehe meinen Bericht vom 7. Juli 2017!). Dort bekam er aufgrund seines extrem schlechten Zustandes zunächst einmal eine Infusion zur Stabilisierung. Dann wurde er gründlich untersucht. Dabei zeigte sich, dass er schon voller Fliegeneier steckte. Die waren so zahlreich, dass sie mit einem Wasserschlauch abgespritzt werden mussten. Etliche Fliegenmaden waren bereits geschlüpft und hatten begonnen, sich in den Körper hineinzufressen. Nachdem dem Storch zuvor ein Schmerzmittel verabreicht worden war, wurden die Maden dann alle per Hand herausgezogen. Anschließend erfolgte die Wundversorgung. Diese Behandlung war auch in den folgenden Tagen erforderlich. Nachdem anfangs befürchtet werden musste, dass der Jungstorch nicht überleben würde, stabilisierte sich sein Zustand zunehmend. Inzwischen kann man sagen: Der verlorene und wiedergefundene (Sohn) Jungstorch ist übern Berg. Heute nun wurde er aus der Intensivpflege entlassen und zu anderen Pfleglingen als Übergangsstation zum Freigehege in das Carport gesetzt.

Mittwoch, 19. Juli 2017
Storchenkolonie in der Eiche

    2011-2017 Brutbestan 3 Storcheneiche 2Diese Eiche steht im Tierpark Nordhorn. Im Frühjahr waren dort bis zu 13 Nester von Störchen besetzt. Letztlich erfolgreich gebrütet wird in 6 Nestern. 18 Junge wachsen heran - auf diesem einen Baum ( Foto und Mitteilung NABU Grafschaft Bentheim). Da die Störche im Tierpark nicht gefüttert werden, sind es Wildpaare. Gäbe es dort eine für sie erreichbare Futterstelle, würden sie nach den bundeseinheitlichen Kriterien als "fütterungsabhängige Störche" gelten. Zwei Brutstörche stammen übrigens aus den nahe gelegenen Niederlanden. Dort gibt es ebenfalls Storchenkolonien.

Montag, 17. Juli 2017
Ein doch wohl eher unfreiwilliges Bad

    Gegen Abend kam die Nachricht, ein Jungstorch sei mitten im Wald in einem Wochenendgebiet bei Wesendorf (GF) gelandet. Er sei völlig durchnässt und entkräftet und könne nicht mehr fliegen. Vor Ort fand ich diese Angaben bestätigt: DEW 6T 414, der damals bei der Beringung kleinste der vier Jungen in Wesendorf, hockte auf der Terrasse des Hauses in einer Ecke, war klitschnass und zitterte am ganzen Leibe. Was war geschehen? Offensichtlich muss der Jungstorch in einen vom Fundort ca. 250 m entfernten Badesee geraten sein und sicher auch nicht gleich wieder herausgefunden haben. Dabei müssen sich seine Federn mit Wasser so vollgesogen haben, dass er zwar noch abfliegen konnte, ihn aber dann bald mitten über dem Wald die Kräfte verließen und er "notlanden" musste. Ich habe ihn dann nach Leiferde gebracht, wo er nun betreut wird. Dort auch gewogen ergab sich, dass er mit rund 2.700 kg doch relativ untergewichtig war.

Sonntag, 16. Juli 2017
Aber aufs Nest darf sie nicht

    In Teichgut (GF) war das nun achtjährige Männchen mit einem erst zweijährigen Weibchen sechs Wochen lang zusammen. Zu einer Brut kam es aber trotz Nestbau- und Paarungsaktivitäten nicht. Offensichtlich war sie noch nicht ganz brutreif. Ab dem 9. Juni blieb sie dann verschwunden. Es dauerte einige Tage, bis sich ein neues - nun unberingtes - Weibchen einfand. Seit nun bald vier Wochen spielt sich jeden Tag immer wieder dieses ab: Die beiden fliegen meist gemeinsam auf Nahrungssuche, gehen dabei einträchtig nebeneinander her. Bei der Rückkehr aber lässt er sie nicht aufs Nest. Sie übernachtet dann auf einer zweiten Nisthilfe gleich daneben. Ist sie mal vor ihm da, fliegt sie aufs Nest. Doch wenn dann er kommt, muss sie wieder weichen. Eine Paarung wurde bisher nicht beobachtet. Auch ihr Versuch, sich mit Nistmaterial den Einlass aufs Nest zu erkaufen, hatte keinen Erfolg. Einmal brachte sie in seiner Abwesenheit einen Zweig mit auf die Nisthilfe. Den hat er sich dann aber sofort auf "sein" Nest geholt. -- Bei den Störchen ist es wohl nicht selten so wie bei uns Menschen: Manche verstehen sich auf Anhieb. Bei anderen dauert es seine Zeit, zuweilen auch noch länger ("tausendmal berührt..."). Und manchmal wird es letztlich doch nichts mit den beiden. Wir dürfen also gespannt sein, wie sich die Dinge in Teichgut weiter entwickeln.

Samstag, 15. Juli
"Die beiden sind geblieben"

    Jeversen 2017 (G.Papenburg)Wenn Störche durch Tod ihre Jungen verlieren, kann es vor allem bei jungen Brutpaaren vorkommen, dass sie dann den Brutstandort verlassen und weiterziehen - so z.B. schon zweimal in den letzten Jahren in Hambühren (CE) und zuletzt in Hahnenhorn (GF). Beim diesjährigen Storchenpaar in Jeversen (CE) sind beide Partner erst zwei Jahre alt. Dennoch gelang es ihnen, ein Junges aufzuziehen. Das starb aber dann am 30. Juni nach heftigen Regenfällen. Die jungen nun verwaisten Eltern aber sind geblieben. Bei unserer Kontrollfahrt entdeckten wir sie auf einer Wiese in Ortsnähe (Foto Gerhard Papenburg). Und abends kehren sie laut Auskunft von Familie Hemme auch immer wieder auf ihr Nest zurück.

Freitag, 14. Juli 2017
Das Storchenjunge in GF-Lehmweg

    Beringung GF-Lehmweg 2017Gestern habe ich wieder mit Hilfe des Bison-Hubsteigers der LSW den jeweils einzigen Jungstorch in Neudorf-Platendorf und im Lehmweg in Gifhorn beringt. Anbei ein Foto vom Lehmweg. Das dortige Brutvorkommen weist schon einige Besonderheiten auf. Grünland gibt es in unmittelbarer Nestnähe nur wenige ha, sonst Ackerland und Wald. Die oft langen Abwesenheit der Altstörche lässt darauf schließen, dass sie die Nahrung von weiter her müssen. Auch gestern wurde während der Beringung keiner gesichtet. Erste Nestbauaktivitäten auf dem ausrangierten ca. 14 m hohen Stahlmast erfolgten vor drei Jahren durch ein Nichtbrüterpaar. In den beiden folgenden Jahren gab es nur gelegentlich Besuche. Und nun diesem Jahr die Spätbrut ab dem 5. Mai. Möglicherweise schlüpften zwei Junge, aber nur eins wuchs heran und wurde nun beringt. Immer noch unklar ist die Herkunft des einen Elternstorches mit einem noch nicht vollständig abgelesenen - vermutlich spanischen - Ring.

    Auf dem Foto ist gut zu erkennen, wie sich der Jungstorch bei der Beringung tot stellt, aber mit den Augen das Geschehen doch aufmerksam verfolgt. Im Nest sind mehrere rote Gewölle zu erkennen. Wie die Eulen würgen auch die Störche nicht verdaute Nahrungsreste als Speibrocken wieder aus. Die rote Färbung in diesem Fall lässt auf eine hauptsächliche Regenwürmer-Ernährung schließen. Oft finden sich in den Gewöllen auch Mäusehaare und Käferreste.

Dienstag, 11. Juli 2017
Storchenkolonie Wahrenberg

    Gestern und heute weilten Friedrich Börner und ich wieder zur Weißstorch-Erfassung im Storchendorf Wahrenberg bei Wittenberge an der Elbe. 19. Paare und ein Einzelstorch entsprechen dem Ergebnis des Vorjahres (20 Paare). Allerdings sind derzeit nur noch in 11 Nestern Junge. Somit haben acht Paare keinen Nachwuchs. Dafür gibt es zwei Gründe: Zum einen die sehr unterschiedliche Ankunft verbunden mit Nestkämpfen und mehrfachem innerörtlichen Wechsel, zum andern das Unwetter am 29. Juni, als innerhalb eines Tages 75 Liter (!) Regen auf einen qm herabströmten. Dies überlebten in drei Nestern kein Jungstorch und in drei weiteren nur ein bzw. zwei Junge. Die aktuelle Jungenzahl beträgt einschließlich dreier bei der Beringung eingesetzter Pflegestörche aus Loburg derzeit 25. Dies ist das niedrigste Ergebnis seit 2011 (damals 22 flügge Junge). Ebenfalls gravierende Verluste durch den Starkregen hat es auch in den benachbarten Elbe-Regionen gegeben, so insbesondere rechts der Elbe im Amt Neuhaus.

Sonntag, 9. Juli 2017
Wann werden sie denn nun flügge?

    In diesen Tagen treffen vermehrt Meldungen ein, dass Jungstörche erstmals vom Nest abgeflogen sind. Heute zum Beispiel haben zwei der drei Jungen in Altencelle ihren ersten Abflug hinter sich. Von anderen Standorten kommt die Anfrage: Wann ist es denn bei unseren Jungen so weit? Nun, während Brutbeginn und Schlüpfen der Jungen (32 Tage danach und dann in zweitägigem Abstand) relativ genau zu bestimmen sind, gibt es beim Flüggewerden doch eine erhebliche Spannbreite. In älteren Publikationen ist von 54-68 Tagen die Rede. Die ganz frühen Angaben kann ich so nicht bestätigen. Nach meinen Erfahrungen sind es schon 62-70 Tage im Schnitt. Es gibt aber auch Ausnahmen: Traditionell später - ohne dass es eine plausible Erklärung dafür gibt - fliegen immer wieder die Jungen im Nest auf dem Schornstein am NABU-Artenschutzzentrum in Leiferde aus. Die webcam belegt es: Schlupftermin der ersten drei Jungen war der 21. April. Erstmals verlassen haben die beiden übrig gebliebenen Jungen das Nest am 4. Juli und somit 74 Tage nach dem Schlüpfen. In manchen anderen Nestern dauert es noch länger. Eine wichtige Rolle beim Zeitpunkt des ersten Abfluges spielen sicher die Erfahrung der Eltern, die jeweilige Nahrungssituation und auch die Anzahl der Jungen. Einzelkinder kriegen oft mehr Futter. Das kann den Wachstumsfortschritt beschleunigen. Übrigens: Die ersten Jungen heute in Altencelle brauchten 67 Tage.

Freitag, 7. Juli 2017
Die Geschichte vom verlorenen Sohn

    Das biblische Gleichnis, das ja richtigerweise "vom verlorenen und wiedergefundenen Sohn" heißen müsste, fand heute eine Entsprechung bei den Störchen in Ahnsbeck (CE). In dem neuen Nest auf Mast brütet dort erstmals seit Jahren im Ort wieder ein Storchenpaar. Drei Junge wuchsen heran und wurden vor zwei Wochen von mir beringt. Nach den schweren Regenfällen in den vergangenen Tagen musste ich gestern feststellen, dass nur noch zwei Junge im Nest waren und gefüttert wurden. Der mittlere der drei mit der Ringnummer DEW 7T 656 fehlte. Es war davon auszugehen, dass er die Unwetter nicht überlebt hatte. Heute nun die große Überraschung: Fr. Börner entdeckte auf der Wiese direkt unter dem Nest einen dritten Jungstorch, der im Gras hockte. Es war der mit der Ringnummer 7T 656. Dieser Jungstorch muss schon vor Tagen aus welchen Gründen auch immer vom Nest heruntergekommen sein. Richtig geflogen ist er dabei sicher nicht. In einem Alter von erst sieben Wochen sind es noch mindestens zwei Wochen bis zum Flüggewerden. Ob die Altstörche ihn in den letzten Tagen dort unten gefüttert haben, ist unklar. Wir haben ihn dann sofort geborgen und in die Pflegestation nach Leiferde gebracht. Dort wurde in einer Erstuntersuchung festgestellt, dass er sehr geschwächt und stark unterernährt ist. Außerdem wurden in seinem Gefieder Eier von Parasiten entdeckt. Nun hoffen wir, dass er dort wieder stabilisiert werden kann, um dann später mit anderen jungen Pfleglingen in Leiferde "richtig" auszufliegen.

Mittwoch, 5. Juli 2017
Husch husch zurück ins Nest

    Auch wenn die Storchenjungen schon flügge sind, werden sie in den folgenden Tagen doch immer noch mal wieder von den Eltern gefüttert. Dies geschieht aber meistens nur auf dem Nest. Darum: Wenn die Jungen sich in der Nähe befinden und einen Elternstorch anfliegen sehen, kehren sie schnell aufs Nest zurück. So auch heute in Wesendorf. Das Weibchen kam - und in kürzester Zeit waren alle vier Jungen wieder da. Erwartungsfroh kauerten sie sich flügelschlagend im Kreise nieder. Und: Sie wurden nicht enttäuscht. Es gab zu futtern.

Jungentod auch in fortgeschrittenem Alter

    Zuweilen sterben Jungstörche noch in der letzten Phase vor dem Ausfliegen. So nun auch in Ahnsbeck. Bei der heutigen Sichtkontrolle ließen sich nur noch zwei Junge vom Männchen füttern. Das dritte Junge wird wohl tot im Nest liegen. Anhand der Ringnummern der beiden anderen Geschwister steht fest, dass es sich um das - von der Größe her beim Beringen - mittlere der ursprünglich drei Jungen handeln muss. 45 Tage ist es alt geworden. Die Todesursache ist unklar. Es kann sich hier wie auch schon im Nachbarort Langlingen um eine Auswirkung der Regenfälle in den Tagen zuvor handeltn.

Dienstag, 4. Juli 2017
Frühstart

    Etwa 60-70 Tage nach dem Schlüpfen verlassen die Jungstörche zum ersten Mal ihr Domizil in luftiger Höhe, um nach einem kurzen Ausflug hoffentlich wieder gut auf dem Nest zu landen. Gestern kam aus Ahnsen (GF) die Nachricht, der in diesem Jahr einzige dortige Jungstorch würde unten auf der Straße lang laufen. Es stand zu befürchten, dass er, weil am 9. Mai und damit erst vor 55 Tagen geschlüpft, noch nicht voll flugfähig war. Vor Ort zeigte sich dann der Jungstorch inzwischen zu Fuß auf einem großflächigen Reiterhof angelangt. war.

    Bei einem Flugversuch erreichte er zwar kurzfristig eine Flughöhe von 1 Meter, landete dann aber nach 20 Metern wieder. Damit war klar: Auf sein nun doch schon weiter entferntes Nest in 15 Meter Höhe würde er es nicht schaffen. Auch in den nächsten Tagen war damit nicht zu rechnen.

    Mit spontaner Hilfe vor Ort wurde er dann ganz allmählich bis in die Reithalle “gelotst”. In einer Ecke dort konnte ich ihn ergreifen und nach Leiferde bringen. Verletzungen hatte dieser Storch nicht davongetragen. Gut genährt war er auch. Warum er vorzeitig das Nest verlassen hatte, bleibt unklar. Vielleicht hatte ihn bei seinen Flügelkräftigungsübungen auf dem Nest eine Windboe erwischt. Nun ist er erstmal in Sicherheit vor Autos, Hunden, Füchsen und anderen Gefahren und kann dann mit anderen Jungstörchen in Leiferde “richtig” ausfliegen.

Samstag, 1. JuLi 2017
Dauerregen-Verluste bei den Jüngeren, erste Starts bei den Älteren

    Seit drei Tagen regnet es - zuweilen mit sehr starken Niederschlägen. Nun werden mir die ersten Verluste gemeldet. Betroffen hat es im Kreis Celle Jüngere unter den Nestlingen. In Jeversen gab es am Freitag ca. 60 mm Niederschlag. Das überlebte das einzige Junge des zweijährigen Brutpaares nicht. Es starb mit 35 Tagen in einem Alter, in dem das Federkleid noch nicht voll wasserschützend ausgebildet ist. Ähnliches trifft auf eins der beiden Jungen in Langlingen zu. Es wurde 32 Tage alt. Sein Nestgeschwister hat überlebt.

    Zuvor gab es schon einen Verlust in Vorhop (GF). Dort lebt seit dem Unwetter mit Orkanböen am 22. Juni auch das letzte übriggebliebene Junge nicht mehr. Der Jungstorch, der in Isenbüttel mehrere Tage lang tot über dem Nestrand ring, wurde gestern von den Eltern ganz aus dem Nest geworfen. Anhand seiner Ringnummer ist zu erkennen, dass es sich um den bei der Beringung kleinsten der vier Jungen handelt. Die drei älteren Nestgeschwister haben es bis jetzt geschafft.

    Bei den anderen älteren Jungstörchen in den Nestern waren zumindest bis gestern Abend keine Verluste zu verzeichnen. Ja, einige wagten trotz der witterungsbedingten Widrigkeiten ihre ersten Abflüge vom Nest, so in Hoitlingen und Wesendorf (Meldung Friedrich Börner und Hans-Christian Albrecht) und auch in WOB-Warmenau (U. Fritzsche).

Zur Abwechslung mal ein Junges mehr.

    Normalerweise reduziert sich die Zahl der anfangs geschlüpften Jungen im Laufe der Zeit immer weiter. Eine Überraschung erfuhr ich hingegen gestern in Wasbüttel. In der dortigen Spätbrut wird seit dem 20. Juni gefüttert. Nachdem zunächst immer nur ein Junges zu sehen war, stellte sich nun heraus: es sind doch zwei. Die werden in diesem Alter beim Wetter wie zur Zeit von den Eltern noch voll zugedeckt (gehudert).

 

 

 

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